Ski nordisch

DSV-Skispringerinnen legen wieder los

Skispringerin Katharina Althaus vom SC Oberstdorf freut sich auf die neue Saison mit deutlich mehr Auftritten auf den großen Schanzen.

Skispringerin Katharina Althaus vom SC Oberstdorf freut sich auf die neue Saison mit deutlich mehr Auftritten auf den großen Schanzen.

Bild: Ralf Lienert

Skispringerin Katharina Althaus vom SC Oberstdorf freut sich auf die neue Saison mit deutlich mehr Auftritten auf den großen Schanzen.

Bild: Ralf Lienert

Bundestrainer Maximilian Mechler und Skispringerin Katharina Althaus blicken mit Vorfreude auf die Saison. Geplant sind mehr Heimweltcups und ein Neujahrs-Event.
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Von Lars Müller-Appenzeller
26.11.2021 | Stand: 05:45 Uhr

Für gewöhnlich feiert Katharina Althaus Silvester zu Hause mit ihrer Familie und Freunden. Doch das wird dieses Jahr nichts. Und wenn es für die 25-jährige Oberstdorferin gut läuft, bleibt das auch so. „Ich freue mich, dass wir diesmal um die Feiertage keine so lange Pause haben und ich endlich mal mit meinen Skisprungmädels Silvester feiern kann“, sagt die kleine Frau mit dem großen Lächeln. Die am Wochenende im russischen Nischni Tagil beginnende Saison der Skispringerinnen wird anders, größer. Althaus und ihre Kolleginnen sind auf dem Sprung in eine große Zukunft. „Wir haben einen gut vollen Kalender, das ist für uns megacool“, sagt die viermalige Weltmeisterin.

Der Auftakt am Freitag und am Samstag im Ural ist die erste von insgesamt 14 vorgesehenen Stationen – das sind satte sieben mehr als im Vorjahr, wobei sechs Weltcup-Standorte wegen Corona absagen mussten. Diesen Winter stehen mit Klingenthal, Willingen und Oberhof drei Heimspringen an. Es gibt viele (neue) Springen auf Großschanzen, einige mit den Männern, und wie gehabt bilden die Raw Air in Norwegen und die Blue-Bird-Tour in Russland den Abschluss. Es tut sich was. Und zwar richtig: Im slowenischen Ljubno haben Katharina Althaus und Co. ein Silvester- als auch ein Neujahrsspringen.

Olympische Winterspiele in Peking warten auf die Skispringerinnen

Dass es danach in Japan weitergeht, dann in Willingen, anschließend bei den Olympischen Spielen in China, also eine wilde Hin-und-her-Fliegerei ansteht, stört zumindest Katharina Althaus nicht: „Wir sind eh viel unterwegs, das macht uns nicht ganz so viel aus.“ Das ist und bleibt das Motto der Skispringerinnen: Öfter mal was Neues! Und sie wollen noch mehr, sehen den neuen Weltcup-Kalender als „Zwischenschritt“ (Althaus), fordern weiterhin eine eigene Vierschanzentournee. Und das Skifliegen: „Ich hoffe, dass wir bald richtig fliegen dürfen.“

Der Trend stimmt, zumal beim Saisonhöhepunkt, den Olympischen Spielen in Peking (Termin sieh Infokasten), die Frauen diesmal mehr als nur einen Auftritt auf der Normalschanze haben: Erstmals werden Medaillen im Mixed vergeben - Deutschland ist Weltmeister. Die Sensation von Oberstdorf hat der ansonsten enttäuschenden Saison der deutschen Frauen einen goldenen Anstrich verpasst. Mit der Mannschaft hatte es im Weltcup nur eine einzige Podestplatzierung gegeben, im Einzel: nichts. Katharina Althaus war als Gesamtneunte noch die Beste. „Zu den führenden Nationen ist eine kleine Lücke entstanden“, sagt Maximilian Mechler. Der 37-jährige Allgäuer ist für die deutschen Skispringerinnen eine weitere Neuerung in der neuen Saison.

„Anfangs spannend und ein bisschen holprig“

Der ehemalige Weltcupspringer hat im Frühjahr das Bundestraineramt von Andreas Bauer übernommen, dessen Lebenswerk. „Wir sind per du, alles ist ganz locker“, sagt Juliane Seyfarth über den neuen Chef, „er ist ein ruhiger, sehr relaxter Typ.“ Katharina Althaus kennt „den Max noch ein bisschen als Athlet“ und sagt über den Start vor dem Weltcup-Start: „Es ist wie überall, wenn es so eingefahren war wie bei uns und dann etwas Neues kommt: Das ist anfangs ziemlich spannend und war auch zunächst ein bisschen holprig. Aber wir haben mittlerweile einem guten Weg gefunden auf einer ganz guten Basis.“ Das klingt verhalten – und dürfte mit der entstandenen Lücke zur internationalen Konkurrenz zu tun haben.

Den Weg von Andreas Bauer weiterverfolgen

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Neuland für den Neuen Maximilian Mechler, der ein Jahr an der Seite von Andreas Bauer gearbeitet hat, will dessen Weg „weiterverfolgen“. Das Ziel, na klar, sei besagte Lücke zu schließen. „Wir haben den Fokus aufs Athletische und Fliegerische gelegt, weil wir mehr Wettbewerbe auf der Großschanze haben.“ Da fehle noch etwas die Selbstverständlichkeit. Der Neue betritt übrigens Neuland: Maximilian Mechler war noch nie bei Olympischen Spielen.

Wie Katharina Althaus und ihre Skisprungmädels das neue Jahr zwischen den beiden Weltcup-Springen in Slowenien begrüßen werden, „das haben wir noch nicht besprochen. Aber wahrscheinlich werden wir mit einem kleinen Gläschen anstoßen.“ Auf ein gutes Neues! Auf eine große Zukunft!

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