Fußball

In letzter Sekunde: Frauen des VfB Durach feiern Kreisliga-Aufstieg

Jubel bei den Frauen des VfB Durach. Von hinten von links freuen sich über den Kreisliga-Aufstieg: Trainer Walter Mayr, Sophie-Marie Klein, Dilara Akbal, Anna Filser, Janina Wicht, Katja Mayr, Selina Hörmann, Katja Meyer, Co-Trainer Michael Geiger, (vorne von links) Simone Striegel, Juenna Fiola, Simone Saur, Barbara Kotz und Simone Rafael Romani.

Jubel bei den Frauen des VfB Durach. Von hinten von links freuen sich über den Kreisliga-Aufstieg: Trainer Walter Mayr, Sophie-Marie Klein, Dilara Akbal, Anna Filser, Janina Wicht, Katja Mayr, Selina Hörmann, Katja Meyer, Co-Trainer Michael Geiger, (vorne von links) Simone Striegel, Juenna Fiola, Simone Saur, Barbara Kotz und Simone Rafael Romani.

Bild: Ricardo Rafael Romani

Jubel bei den Frauen des VfB Durach. Von hinten von links freuen sich über den Kreisliga-Aufstieg: Trainer Walter Mayr, Sophie-Marie Klein, Dilara Akbal, Anna Filser, Janina Wicht, Katja Mayr, Selina Hörmann, Katja Meyer, Co-Trainer Michael Geiger, (vorne von links) Simone Striegel, Juenna Fiola, Simone Saur, Barbara Kotz und Simone Rafael Romani.

Bild: Ricardo Rafael Romani

In einem Herzschlagfinale gelingt den Frauen des VfB Durach der Aufstieg in die Kreisliga. Drei späte Treffer und eine minimal bessere Tordifferenz entscheiden am Ende.
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Von Nicolas Gayer
21.06.2022 | Stand: 05:15 Uhr

Die Saison der Fußballerinnen des VfB Durach in der Kreisklasse war alles andere als gewöhnlich. Vor zwei Jahren schloss sich ein Großteil der Spielerinnen des SV 29 Kempten aufgrund von Unstimmigkeiten innerhalb des Vereins dem VfB an. Nachdem in Durach zunächst nur im Juniorinnenbereich gespielt wurde, ging zu Beginn der abgelaufenen Saison erstmals ein Frauenteam an den Start. Die Mannschaft hatte zu Beginn Schwierigkeiten, dank einer Siegesserie gelang letztendlich doch noch der Aufstieg in die Kreisliga – passenderweise in letzter Sekunde.

Rückblick auf die Saison

  • Vor Beginn der Saison wurde Trainer Walter Mayr von einigen Spielerinnen von seiner vorherigen Station in Buchenberg nach Durach begleitet. Weitere Verstärkungen kamen aus Wildpoldsried und der eigenen Jugend. „Wir waren ein zusammengewürfelter Haufen. Von Spielerinnen, die seit Jahren aufgehört hatten, bis hin zu Quereinsteigerinnen, die noch nie einen Ball am Fuß hatten. Unser Ziel war es, nicht jedes Spiel zu verlieren“, sagt Mayr. Nach einem schwachen Start mit einem Sieg aus den ersten fünf Spielen holten die VfB-Frauen neun Siege aus zwölf Partien. „Entscheidend war der Rückrundenauftakt gegen Bernbeuren. Beim 5:3 haben wir uns ganz wichtige drei Punkte gesichert. Da ging ein Ruck durch das Team“, sagt Mayr. Kapitänin Simone Saur sah gute Spiele in der Hinrunde, jedoch habe oft das Quäntchen Glück gefehlt: „In der Rückrunde waren wir eingespielt und auch körperlich fitter“. Nach weiteren Siegen gegen Roßhaupten und Eppishausen folgte am letzten Spieltag das Finale im Kampf um den dritten Aufstiegsplatz. Die SG Kirchdorf hatte zuvor 3:0 gegen Roßhaupten gewonnen. Der VfB – mit der besten Auswärtsbilanz – konnte mit einem Sieg in Thalhofen maximal Punktgleichheit schaffen. In der 86. Minute stand es 3:1 für Thalhofen, der Aufstieg war in weite Ferne gerückt. Doch dann nahm der Wahnsinn seinen Lauf. Mit drei Treffern in den letzten sechs Minuten drehte Durach das Spiel und zog dank des um ein Tor besseren Torverhältnis an Kirchdorf vorbei auf Platz drei. „Ich bekomme heute noch Gänsehaut, wenn ich daran denke“, sagt Saur.

Die Aufstiegsfeier

  • Nach dem letzten Saisonspiel gegen Thalhofen fand auf dem Platz nur eine kurze Feier statt. „Es war zu spüren, dass kaum einer noch mit dem Aufstieg gerechnet hatte“, erklärt Saur. Eine kleinere Gruppe um die Kapitänin besuchte danach den Streetfood-Markt in Kempten. Eine größere Aufstiegsfeier soll allerdings noch folgen, die Planungen laufen. „Vor der Saison haben wir eine Torprämie eingeführt. Jede Spielerin hat ein paar Leute organisiert, die für jedes unserer Tore einen kleinen Beitrag in die Mannschaftskasse spendeten“, sagt Mayr. Mit 43 Saisontoren hat sich das Team das Budget für die Feier also selbst erspielt.

Der Erfolgstrainer

  • Walter „Waldi“ Mayr ist seit dieser Saison Trainer der Frauenmannschaft. Mit ihm steht ein wahres Vereinsurgestein an der Seitenlinie. Seit 52 Jahren ist Mayr Mitglied beim VfB. Nachdem er den Großteil seiner Laufbahn als Trainer im Juniorenbereich verbracht hatte, trainierte er von 2016 bis 2021 die Frauen des TSV Buchenberg. Mayr ist wichtig, dass Trainingsinhalte im Spiel umgesetzt werden. „Den größten Fokus lege ich auf die Technik. Es war toll zu sehen, wie sich die Spielerinnen von Woche zu Woche verbessert haben. Sie waren mit vollem Einsatz dabei und wollten immer etwas Neues lernen“, sagt der 62-Jährige. „Walter ist menschlich einfach top. Er sucht immer den Kontakt zu uns und interessiert sich dafür, wie es uns geht“, sagt Saur.
Walter Mayr
Walter Mayr
Bild: Walter Mayr

Die wichtigsten Leistungsträgerinnen

  • Für ihren besonderen Einsatz lobt Mayr Vanessa Kittel: „Da sie oft vor den Trainingseinheiten und Spielen noch Tennis-Wettkämpfe hatte, war es für sie eine spezielle Doppelbelastung. Oftmals ist sie direkt vom Court auf den Fußballplatz gekommen und hat dann 90 Minuten durchgespielt.“ Außerdem hebt er Katja Mayr hervor, die entscheidend zur stabilen Defensive beigetragen habe. In Sophia Pariente sieht Mayr eine „riesen Fußballerin“, die sich „körperlich rasant entwickelt“ habe.

Ausblick auf die neue Saison

  • Für die nächste Saison in der Kreisliga sieht Mayr seine Mannschaft gut aufgestellt. „Voraussichtlich hören einige Leistungsträgerinnen auf. Durch unsere hervorragende Jugendarbeit kommen aber mit Sicherheit wieder gute Spielerinnen nach. Aber auch sie werden eine bestimmte Anlaufzeit benötigen, um sich dem körperlichen Niveau anzupassen“, sagt Mayr.