Weltcup-Saison 2022/23

So lief das erste große Wintersport-Wochenende aus Allgäuer Sicht

Der Oberstdorfer Kombinierer Julian Schmid (Mitte) feierte in Finnland seinen ersten Weltcup-Sieg mit Johannes Rydzek (links) und Eric Frenzel und führt den Gesamtweltcup nach drei Wettbewerben an.

Der Oberstdorfer Kombinierer Julian Schmid (Mitte) feierte in Finnland seinen ersten Weltcup-Sieg mit Johannes Rydzek (links) und Eric Frenzel und führt den Gesamtweltcup nach drei Wettbewerben an.

Bild: Harald Steiner, dpa

Der Oberstdorfer Kombinierer Julian Schmid (Mitte) feierte in Finnland seinen ersten Weltcup-Sieg mit Johannes Rydzek (links) und Eric Frenzel und führt den Gesamtweltcup nach drei Wettbewerben an.

Bild: Harald Steiner, dpa

Kombinierer Julian Schmid überragt beim Weltcup-Auftakt. Langläuferin Katharina Hennig stürmt aufs Podest - und Alpin-Ass Andreas Sander löst das WM-Ticket.
28.11.2022 | Stand: 23:10 Uhr

Es war das erste große Wintersport-Wochenende der Saison und die Athletinnen und Athleten aus der Region haben gleich zum Auftakt geliefert. Die Leistungen der Allgäuer Kombinierer, Langläufer und Skifahrer im Überblick:

Erster Weltcup-Sieg für Kombinierer Julian Schmid

Julian Schmid vom Skiclub Oberstdorf ist der große Gewinner des Weltcup-Auftakts der nordischen Wintersportler im finnischen Ruka. Dem 23-jährigen Kombinierer gelang bei bitterer Kälte am Polarkreis nicht nur der erste Weltcup-Sieg am Freitag im ersten Wettbewerb der WM-Saison. Vielmehr bewies Schmid mit den Plätzen zwei und fünf bei den am Samstag und Sonntag folgenden Wettkämpfen, dass der Premierenerfolg keine Eintagsfliege war.

12.300 Euro Preisgeld für Julian Schmid

Belohnung für Schmid: Er reist als Weltcup-Gesamtführender mit dem Gelben Trikot zum nächsten Weltcup nach Lillehammer/Norwegen und darf sich als Gesamtsieger der Ruka-Tour auch über ein stattliches Preisgeld von 12.100 Schweizer Franken (12.300 Euro) freuen. Kurios: Wegen eines komplizierten Verteilungsschlüssels hat der Norweger Jarl Magnus Riiber zwar sieben Weltcuppunkte weniger auf seinem Konto als der Oberstdorfer Schmid, dafür wegen zwei erster Plätze über 22.300 Franken (etwa 22.700 Euro) verdient.

Lob von allen Seiten für Oberstdorfer Kombinierer

Das Lob für und die Freude mit Schmid war im gesamten DSV-Team riesengroß. Trainer Hermann Weinbuch schwärmte in den höchsten Tönen, verwendete Attribute wie „perfekt, souverän und unglaublich stark“ und bescheinigte dem Oberstdorfer auch eine ausgebuffte Taktik: „Julian wusste genau, wann er wie viel Energie wann einsetzt, um dann nochmal zuschlagen zu können.“

Schmid selbst gab sich über den Pressedienst des DSV eher bescheiden: „Einen viel besseren Einstieg in die Saison kann man sich nicht vorstellen“, sagte der 23-Jährige. Dass er die Ruka-Tour für sich entscheiden und das Gelbe Trikot gegen den Überflieger Riiber verteidigen konnte, erfülle ihn mit großem Stolz. „Doch", fügte Schmid noch an, "das Gesamtfazit ist sehr positiv.“

Kombinierer protestieren vor Massenstart

Schmids Oberstdorfer Klubkollege Johannes Rydzek (30) war mit den Rängen vier, 10 und 17 zufrieden, lenkte aber in den sozialen Netzwerken eher von seiner Leistung ab und schob die Protestnote der Kombinierer in den Vordergrund, bei dem alle Männer beim Massenstart die Stöcke in den Himmel kreuzten und damit gegen die Ausgrenzung der Kombiniererinnen aus dem Olympischen Programm 2026 protestierten.

Vinzenz Geiger noch auf der Suche nach der Sprungform

Gar nicht zufrieden war Olympiasieger Vinzenz Geiger. Der 25-Jährige wusste zwar schon im Vorfeld, dass ihm die Schanze in Ruka nicht gar so liegen würde, doch heftige Seiten- und Rückenwinde vermasselten ihm ebenso wie Rydzek vor allem den letzten Wettbewerb am Sonntag, der mit einem Massenstart-Rennen in der Loipe begann und mit einem Springen von der Großschanze endete. Nach den Rängen 19 und neun blieb Geiger als 43. am Sonntag sogar ohne Weltcup-Punkte. Noch spärlicher war das Abschneiden von David Mach. Der 22-Jährige vom TSV Buchenberg belegte die Plätze 39, 24 und 36 und muss sich für Lillehammer aus dem DSV-Kader verabschieden, ebenso wie Terence Weber. Für die beiden rücken Jacob Lange und Fabian Rießle in Weinbuchs Weltcup-Kader.

Langlauf-Weltcup: Katharina Hennig und Janosch Brugger mit Top-Leistungen

Einen starken Einstand haben die Allgäuer Langläuferinnen beim Saisonauftakt in Ruka hingelegt. Die Wahl-Sonthoferin Katharina Hennig lief nach einem Sturz und Rang 28 im Sprint über zehn Kilometer klassisch auf Platz drei. Lediglich 13 Sekunden fehlten der 26-Jährigen auf Rang eins. Im Ziel wurde die Team-Sprint-Olympiasiegerin von ihren Mannschaftskolleginnen gebührend gefeiert: „Danke liebe Mädels für diese herzliche Freude im Ziel, ihr seid die Besten“, schrieb Hennig bei Instagram.

Coletta Rydzek mit neuer Karriere-Bestleistung

Grund zur Freude hatte auch Coletta Rydzek (SC Oberstdorf) nach verpasster Qualifikation in ihrer Parade-Disziplin Sprint. Über zehn Kilometer schaffte die Schwester von Kombinierer Johannes Rydzek mit Rang 20 ihr bestes Weltcup-Ergebnis im Distanzbereich. Im Verfolger über 20 Kilometer Skating mussten Hennig und Rydzek am Sonntag allerdings federn lassen. Hennig fiel auf Rang 13 zurück, Rydzek verlor elf Plätze und wurde 31.

Janosch Brugger und Friedrich Moch für WM qualifiziert

Top-Platzierungen gab es auch für die in den vergangenen Jahren nicht gerade erfolgsverwöhnten deutschen Langläufer. Der Wahl-Allgäuer Janosch Brugger sicherte sich mit Rang acht über zehn Kilometer klassisch überraschend die direkte WM-Qualifikation. Friedrich Moch (Isny) hat das Ticket für die Nordische Ski-WM Ende Februar im slowenischen Planica mit Rang 15 über zehn Kilometer und Rang neun in der Verfolgung über 20 Kilometer ebenfalls in der Tasche.

Ski alpin-Weltcup: Andreas Sander löst WM-Ticket

Mit dem besten Weltcup-Ergebnis seit einem Jahr ist der Burgberger (Oberallgäu) Andreas Sander in die Saison gestartet. Im kanadischen Lake Louise fuhr der gebürtige Nordrhein-Westfale am Sonntagabend deutscher Zeit mit einem nahezu fehlerfreien Lauf auf einen starken fünften Rang im Super-G. Damit war Sander bester Deutscher und erfüllte zudem vorzeitig die nationale Norm für die Weltmeisterschaft in Courchevel-Méribel (Frankreich) im kommenden Februar. Besser platziert war der Speed-Spezialist zuletzt vor einem Jahr mit Rang vier in Beaver Creek (USA) – ebenfalls im Super-G. „Das war ein Lauf, der voll zum Attackieren war. Alles in allem ein super Start in die Super-G-Saison“, sagte Sander.

Andreas Sander fuhr nach Rang 31 in der Abfahrt auf einen starken fünften Platz im Super-G.
Andreas Sander fuhr nach Rang 31 in der Abfahrt auf einen starken fünften Platz im Super-G.
Bild: Frank Gunn, dpa

Tags zuvor hatte der 33-Jährige die Weltcup-Punkte nach einem verpatzten Lauf noch verpasst. Im ersten Abfahrts-Rennen des Winters schaffte es der Vize-Weltmeister von 2021 lediglich auf Rang 31.

Jessica Hilzinger mit Weltcup-Wochenende zum Vergessen

Ein Wochenende zum Vergessen erlebte Skirennläuferin Jessica Hilzinger (SC Oberstdorf). Die Technik-Spezialistin verpasste beim Riesenslalom in Killington (USA) den zweiten Durchgang deutlich. Im ersten Lauf des Slaloms lag sie klar auf Qualifikationskurs, fädelte aber im Zielhang ein und schied aus.

Mehr Nachrichten aus dem Allgäuer Sport lesen Sie hier.