Ringen TSV Westendorf

Von der Bambi-Gruppe zum Siegringer

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Optimaler Start: Greco-Spezialist Felix Jürgens vom TSV Westendorf gelang ein Auftakt nach Maß, indem er nach einem Schultersieg im ersten Saisonkampf als nächstes Lukas Würstl vom TV Geiselhöring technisch überlegen besiegte.

Bild: Harald Langer

Optimaler Start: Greco-Spezialist Felix Jürgens vom TSV Westendorf gelang ein Auftakt nach Maß, indem er nach einem Schultersieg im ersten Saisonkampf als nächstes Lukas Würstl vom TV Geiselhöring technisch überlegen besiegte.

Bild: Harald Langer

Die Fans des TSV Westendorf wählen Felix Jürgens zum Ringer der abgelaufenen Saison. Der 24-Jährige hatte in der Vergangenheit öfter Verletzungspech. Nun gewinnt er sieben von acht Kämpfen für den Oberliga-Vizemeister.
13.01.2022 | Stand: 06:10 Uhr

Seit 18 Jahren ringt Felix Jürgens beim TSV Westendorf, dabei waren auch zwei Erfolge als deutscher Jugendmeister. Doch erst in der abgelaufenen Saison mauserte sich der 24-Jährige zum absoluten Siegringer des Oberliga-Vizemeisters im Griechisch-römischen Stil: „Das war eine überzeugende Leistung“, lobt Abteilungsleiter Thomas Stechele. Die Fans des TSV wählten Jürgens deshalb zum besten Ringer der abgelaufenen Saison.

Vorhersehbare Leistungsexplosion

Dabei war die vermeintliche Leistungsexplosion fast vorhersehbar. „Ich glaube, es gab keine Leistungsexplosion. Ich habe nur einfach endlich die Chance bekommen, zu zeigen, was ich kann und wie gut ich bin. Und das hat ja recht gut geklappt“, sagt Jürgens. Das meint auch sein Trainer im Griechisch-römisch (Greco), Maximilian Gossner, und präzisiert. „Er konnte schon immer gut ringen und hatte gut trainiert. Aber er hatte auch Verletzungspech und dadurch körperliche Probleme. Jetzt hat er erstmals eine Saison durchgerungen.“

Kegeln oder Ringen

Jürgens steht seit Kindesbeinen für den TSV auf der Matte: „In Westendorf kann man kegeln oder ringen, da ist die Wahl als Junge relativ leicht gefallen. Und mein Bruder war vor mir auch schon beim Ringen, was ich natürlich sehr toll fand“, erklärt der 24-Jährige. Zunächst war er in „einer Art Bambie-Gruppe, in der hauptsächlich gespielt wurde“, dann ging es über die einzelnen Schüler-Trainingsgruppen zur Männermannschaft. Dort half er aber verletzungsbedingt über Jahre immer nur aus, auch in der Bundesligazeit des TSV – nun stand er eine komplette Saison parat. „Das ist das erste Jahr gewesen, das er normal trainieren konnte und wir hoffen, er wird weiter so kämpfen“, freut sich Stechele.

"Greco ist attraktiver"

Nächste Saison will Jürgens auf jeden Fall wieder dabei sein – ob er erneut sieben von acht Kämpfe in seiner Spezialdisziplin Greco gewinnt, ist eine andere Frage. Während beim Freistil der ganze Körper von Kopf bis zum Zeh angegriffen werden kann, ist beim Greco nur vom Kopf bis zur Gürtellinie erlaubt. „Freistil ist dynamischer, aber Greco attraktiver“, berichtet Gossner, der selbst für den TSV große Erfolge hatte und nun nebenbei noch Stützpunkttrainer des BRV ist.

Familiäre Ringerhochburg

Ohnehin ist in der kleinen, aber feinen Ringerhochburg Westendorf quasi alles in familiärer Hand: „Westendorf macht seit Jahren einfach alles richtig und setzt viel in den Nachwuchsbereich. Dort bekommen die Schüler die Griffe von ihren Vorbildern gezeigt, was die Kleinen natürlich anspornt, weiterzumachen und mindestens genauso gut zu werden“, lobt Jürgens. Sein Vorbild ist Freistil-Coach und deutscher Vizemeister Michael Heiß: „Er war die letzten Jahre immer mein Trainingspartner. Er hatte immer den Stammplatz in der Ersten Mannschaft, jedoch wollte ich den Platz auch haben, was mich natürlich riesig angespornt hat.“

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Motivation ist auch künftig bei Jürgens da: „Für mich ist das Ziel, wieder in der Bundesliga vor vollen Zuschauerrängen zu ringen.“ Getreu dem Motto: „Immer weiter!“

  • Person: 24 Jahre, Westendorf, ledig.
  • Beruf: Orthopädieschuhmacher.
  • Ringen: Seit 2003 beim TSV Westendorf.
  • Erfolge: Deutscher Jugendmeister im Einzel und deutscher Jugendmeister mit der Mannschaft.
  • Disziplin: Griechisch-römisch in der Klasse bis 86 Kilo (abgekocht bis 80 Kilo).
  • Saison 2021: Schultersieg gegen Simon Öllinger (SC Anger). Sieg gegen Lukas Würstl (TV Geiselhöring) – technisch überlegen. 0:4-Niederlage gegen Michael Prill (SV Hallbergmoos). Sieg gegen Martin Müller (SV Mietraching) – technisch überlegen. Sieg gegen Dominik Winkler (SV Mietraching). Sieg gegen Mark Weimer (Nürnberg Grizzlys) – Disqualifikation. Sieg gegen Franz Fröhlich (SC Anger). Sieg gegen Michael Prill (SV Siegfried Halbergmoos).