Fußball-EM der Frauen

"Das Team kann stolz sein": Verena Wieder über das EM-Endspiel und die Folgen

Enttäuschung pur: Kathrin Hendrich nach der 1:2-Niederlage der DFB-Frauen im EM-Finale gegen England.

Enttäuschung pur: Kathrin Hendrich nach der 1:2-Niederlage der DFB-Frauen im EM-Finale gegen England.

Bild: imago images

Enttäuschung pur: Kathrin Hendrich nach der 1:2-Niederlage der DFB-Frauen im EM-Finale gegen England.

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Trotz der Final-Niederlage überwiegen für Verena Wieder die positiven Botschaften der DFB-Frauen. Was die 22-Jährige sich für den deutschen Fußball erhofft.
01.08.2022 | Stand: 15:09 Uhr

Vom EM-Boom in Deutschland hat Verena Wieder gerade am Tag des Finales einiges mitbekommen. Die Profi-Fußballerin von Bayer 04 Leverkusen verfolgte das Finale der Frauen-EM zwischen Deutschland und England (1:2) in einer Kölner Bar. "Die Bars waren voll, viele waren im Deutschland-Trikot unterwegs", sagt Wieder. "Es war eine tolle Atmosphäre." Getoppt hätte den Sonntagabend wohl nur noch der EM-Sieg des DFB-Teams - aber nach 120 Minuten gingen die Engländerinnen als Siegerinnen in Wembley vom Platz. "Es war richtig bitter für uns, aber wie das ganze Turnier war auch das Finale beste Werbung für den Frauenfußball."

Frauen-EM in England: "DFB-Team kann stolz sein"

Respekt hat die 22-Jährige aus Thalhofen vor allem von der Energieleistung der Spielerinnen, die über 120 Minuten gefordert waren. "Unser Team hat es trotz des Ausfalls von Alex Popp und Klara Bühl gut gemacht. Der kurzfristige Ausfall war natürlich ein Schock - Alexandra Popp hätte bestimmt noch einiges bewirkt", sagt Wieder. Sydney Lohmann (Pürgen), die in der 73. Minute eingewechselt wurde und an der Entstehung des zwischenzeitlichen 1:1 durch Lina Magull beteiligt war, sei über den Abend mit Nachrichten überflutet worden. "Ich habe ihr nach dem Spiel noch ein paar aufmunternde Worte geschickt. Sie kann stolz auf sich und das Team sein", sagt Wieder. "Sie haben sich einen tollen Empfang in Frankreich verdient."

Was Verena Wieder zum Handspiel sagt

Die meistdiskutierte Szene des Spiels war das Handspiel der Engländerin Leah Williamson in der 25. Minute. "Es war ein deutliches Handspiel. Ich kann nicht nachvollziehen, dass nicht eingegriffen wurde"; sagt Wieder. "Auf der anderen finde ich, dass die Handregel allgemein extrem schwierig geregelt ist. Vor allem, wenn der Ball aus kurzer Distanz an den Arm kommt. Letztlich war es eine sehr bittere Fehlentscheidung, aber wir haben nicht deswegen verloren."

Wieders größte Hoffnung ist nun, dass sich der EM-Boom auch im Bundesliga-Alltag niederschlägt. "Werte wie Teamgeist und Zusammenhalt stehen wieder im Vordergrund. Ich würde mir wünschen, dass sich die Begeisterung in der kommenden Saison vor allem bei unseren Zuschauerzahlen bemerkbar macht."

Übrigens: auch bei den Männern wirds jetzt wieder spannend. Am Freitag beginnt die Bundesliga - und ist sogar im Free-TV zu sehen.

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