Internationaler Sportgerichtshof

Sportrichter verhängen zweijährige Olympia-Sperre für Russland

Russland wird ausgeschlossen. Die Sommerspiele 2021 in Tokio und die Winterspiele 2022 in Peking finden ohne das Land statt.

Russland wird ausgeschlossen. Die Sommerspiele 2021 in Tokio und die Winterspiele 2022 in Peking finden ohne das Land statt.

Bild: Patrick Semansky, dpa (Archivbild)

Russland wird ausgeschlossen. Die Sommerspiele 2021 in Tokio und die Winterspiele 2022 in Peking finden ohne das Land statt.

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Russland ist von den nächsten beiden Olympischen Spielen ausgeschlossen. Grund sind die Manipulationen der Doping-Daten aus dem Moskauer Labor.
Russland wird ausgeschlossen. Die Sommerspiele 2021 in Tokio und die Winterspiele 2022 in Peking finden ohne das Land statt.
dpa
17.12.2020 | Stand: 16:19 Uhr

Russland wird von den Olympischen Spielen 2021 in Tokio und den Winterspielen 2022 in Peking ausgeschlossen. Der Internationale Sportgerichtshof halbierte am Donnerstag in seinem Urteil zum Berufungsverfahren zwar die von der Welt-Anti-Doping-Agentur Wada verhängte Vier-Jahres-Sperre. Da die Strafe aber erst mit der Urteilsverkündung in Kraft tritt, darf keine russische Mannschaft bei den nächsten beiden Olympischen Spielen und wohl auch nicht bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 in Katar teilnehmen.

Unbelastete Sportler des Landes können in diesem Zeitraum bei Großereignissen aber als neutrale Athleten antreten. Dafür müssen sie gewisse Anti-Doping-Bedingungen erfüllen. Die russische Hymne darf nicht gespielt oder gesungen werden, die russische Fahne nicht auf Teamkleidung getragen oder gehisst werden.

Olympia 2021/2022 ohne Russland

Auslöser für den Bann war, dass Russland eingeforderte Dopingdaten aus dem Moskauer Labor aus den Jahren 2012 bis 2015 vor der Übergabe an die Wada manipuliert und gefälscht haben soll. Sie enthalten Beweise für den Sportbetrug zahlreicher russischer Athleten, der mit Hilfe des Staates systematisch gelenkt, gedeckt und vertuscht wurde.

Im Jahr 2021 sollen die Olympischen Spiele auch in Tokio stattfinden. Japan bereitet sich bereits auf das Großereignis vor. Mit russischen Sportlern müssen sie aber nicht rechnen.
Im Jahr 2021 sollen die Olympischen Spiele auch in Tokio stattfinden. Japan bereitet sich bereits auf das Großereignis vor. Mit russischen Sportlern müssen sie aber nicht rechnen.
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Formal wurde vom Wada-Exekutivkomitee am 19. Dezember 2019 die russische Anti-Doping-Agentur Rusada für vier Jahre für nicht konform mit dem Welt-Anti-Doping-Code erklärt. Die Aushändigung der Daten war die Bedingung für die Wiedereinsetzung der Rusada im September 2018. Die Weltagentur hatte die Rusada im November 2015 nach Aufdeckung des Doping-Skandals erstmals suspendiert.

Im Zuge des Cas-Urteils darf Russland sich in den nächsten zwei Jahren nicht für Sportgroßereignisse wie Weltmeisterschaften bewerben. Bereits für diesen Zeitraum nach Russland vergebene Sport-Großereignisse müssen an einen anderen Gastgeber gehen.

Berufung von Russland noch möglich

Das Berufungsverfahren lag in der Verantwortung der Cas-Schiedsrichter Mark L. Williams (Australien, Luigi Fumagalli (Italien) und Hamid G. Gharavi (Frankreich/Iran). In einer Anhörung hatten die Wada und Russland Anfang November ihre Positionen zum Rechtsstreit dargelegt.

Gegen das Cas-Urteil kann beim Schweizer Bundesgericht Berufung eingelegt werden. Die Erfolgsaussichten beim höchsten Gericht des Landes sind gering, da es nur bei Verfahrensfehlern und Verstößen gegen die Menschenrechte eingreift und nicht über die Rechtsauslegung des Cas urteilt.

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