Allgäu-Dribbler

Toto-Pokal: SVO Germaringen gewinnt Allgäuer Finale beim FC Türk Sport Kempten

Großer Jubel beim SVO Germaringen: Der Kreisligist aus dem Ostallgäu ist Pokalsieger. Im Allgäuer Finale wurde der FC Türk Sport Kempten mit 3:0 besiegt.

Großer Jubel beim SVO Germaringen: Der Kreisligist aus dem Ostallgäu ist Pokalsieger. Im Allgäuer Finale wurde der FC Türk Sport Kempten mit 3:0 besiegt.

Bild: Dirk Klos

Großer Jubel beim SVO Germaringen: Der Kreisligist aus dem Ostallgäu ist Pokalsieger. Im Allgäuer Finale wurde der FC Türk Sport Kempten mit 3:0 besiegt.

Bild: Dirk Klos

Im Duell der Kreisligisten setzen sich die Germaringer mit 3:0 durch. Warum es für die unterlegenen Gastgeber trotzdem Lob gibt.
27.09.2020 | Stand: 20:29 Uhr

Eine hüpfende Spielertraube auf der einen Seite des rot-weißen Absperrbands, jubelnde Fans auf der anderen. Sektdusche, La-Ola-Welle, Triumphgesänge. Für einen kurzen Augenblick war nach dem Abpfiff alles wie früher. Abstandsregeln und andere Corona-Vorgaben, die für die bayerischen Fußball-Amateure gelten, spielten im Moment des großen Erfolgs für den Kreisligisten SVO Germaringen und dessen Anhang keine Rolle. Mit 3:0 setzten sich die Gäste im Finale des Allgäuer Kreispokals beim FC Türk Sport Kempten (ebenfalls Kreisliga) durch.

Lob für das Hygienekonzept der Gastgeber

Doch schon ein paar Minuten später lief alles wieder streng nach Protokoll des Bayerischen Fußball-Verbands (BFV). Kreisspielleiter Elmar Rimmel sprach seine Dankesworte mit Gesichtsmaske, die Medaillen gab es bei einer kurzen Siegerzeremonie vor dem Kabinentrakt zum Selbstabholen. Rimmel sprach von einem „schönen, fairen Spiel“ und lobte die unterlegenen Hausherren für die Organisation des Finales. „Das Hygienekonzept war super. Türk Sport hat das sehr gut vorbereitet“, meinte er. Über 20 Ordner hatte der Verein rund um das Spielfeld positioniert, mit den zugelassenen 200 Zuschauern gab es keinerlei Probleme.

Starker Auftakt nach dem Seitenwechsel

Nicht ganz so euphorisch analysierte Kemptens Trainer Remzi Gönültas die Partie. Sichtlich enttäuscht schlich er vom Platz. „Wir haben einfach nicht ins Spiel gefunden“, meinte er. Das Team habe es nicht geschafft, den Ausfall von fünf Stammkräften zu kompensieren. Unter dem Strich war die Fehlerquote im Spiel des FC Türk Sport zu hoch, der SVO Germaringen war ein eiskalter Nutznießer. So wie bei der Szene, die dem 1:0 (16.) vorausging. Im Laufduell um den Ball wurde Germaringens Alexander Rott im Strafraum umgerissen, Peter Wahmhoff verwandelte den fälligen Elfmeter. Das 2:0 stand am Ende eines mustergültig vorgetragenen Angriffs über die linke Außenbahn. Die Flanke drückte Rott in der Mitte mit dem Kopf über die Linie. „Wir haben den Respekt vor dem Gegner schnell abgelegt und dann richtig Gas gegeben. Der Pokalwettbewerb war für uns von der ersten Runde an sehr wichtig“, sagte SVO-Coach Franz Zimmermann. Doch die Hausherren machten nach dem Seitenwechsel Druck. Yevgenie Belik, Gökhan Celik und Radu Lazar hatten den Anschlusstreffer mehrmals auf dem Schuh, vergaben aber.

Kempten fordert Handelfmeter

Wenig später forderten die Hausherren vehement Handelfmeter, doch Schiedsrichter Marco Häring (Erkheim) sah die Situation anders. Der Knackpunkt folgte nach etwas mehr als einer Stunde: Zweimal binnen weniger Sekunden klärte Germaringens Schlussmann Maximilian Baumann gegen Lazar aus kurzer Distanz bärenstark. Im Gegenzug schloss Timo Wörz (69.) einen Konter zum 3:0 ab. Damit war die Kemptener Moral gebrochen. „Das war die Schlüsselszene“, sagte Trainer Zimmermann.

Es war gewissermaßen ein Erfolg mit Ansage, denn den heutigen Montag hatten sich etliche Germaringer Kicker vorsorglich schon einmal frei genommen – in freudiger Erwartung ausgelassener Feierlichkeiten. 1000 Euro Siegprämie für die Mannschaftskasse gab es von Pokal-Sponsor Lotto Bayern obendrauf. Zudem qualifizierten sich die Germaringer für die Hauptrunde des bayerischen Verbandspokals.