Historische Demütigung für Jogi Löw

"Entsetzlich": Nationalteam verliert 0:6 in Spanien - höchste DFB-Pleite seit 1931

Historische Pleite für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft: Die Löw-Elf ging in Spanien mit 0 zu 6 baden und zeigte eine indiskutable Leistung.

Historische Pleite für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft: Die Löw-Elf ging in Spanien mit 0 zu 6 baden und zeigte eine indiskutable Leistung.

Bild: Daniel Gonzales Acuna, dpa

Historische Pleite für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft: Die Löw-Elf ging in Spanien mit 0 zu 6 baden und zeigte eine indiskutable Leistung.

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Was für eine Pleite! Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat das letzte Spiel des Jahres 2020 mit 0:6 in Spanien verloren. Wie es dazu kam.
Historische Pleite für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft: Die Löw-Elf ging in Spanien mit 0 zu 6 baden und zeigte eine indiskutable Leistung.
dpa
17.11.2020 | Stand: 23:02 Uhr

Demütigung statt Gruppensieg: Angstgegner Spanien hat einer führungslosen deutschen Nationalmannschaft zum Abschluss des komplizierten Corona-Jahres 2020 die höchste Niederlage in der Amtszeit von Joachim Löw. Das 0:6 (0:3) im 188. Länderspiel des Bundestrainers war auch in der Höhe absolut verdient. Neben der im direkten Duell um Platz eins verpassten Qualifikation für das Finalturnier der Nations League war die Fußball-Lehrstunde auch ein heftiger Stimmungsdämpfer mit Blick auf das kommende EM-Jahr. TV-Experte Bastian Schweinsteiger nannte die Leistung der DFB-Elf im Ersten "entsetzlich".

Alvaro Morata (17. Minute), der dreimal erfolgreiche Ferran Torres (30./55./72.), Rodri (38.) und Mikel Oyarzabal (89.) trafen fast nach Belieben in dem aus deutscher Sicht gespenstischen Geisterspiel. Es war die höchste Niederlage seit 1931. Kapitän Manuel Neuer erlebte in seinem 96. Länderspiel, mit dem er zum alleinigen deutschen Rekordtorwart aufstieg, einen ganz bitteren Abend. Zuvor hatte er nie mehr als vier Treffer im DFB-Tor kassiert.

Manuel Neuer: Rekord-Torhüter erlebt bitteren Abend in Spanien

Der 34-Jährige verhinderte sogar eine noch schlimmere Demütigung gegen eine gierige und spielerisch klar überlegene spanische Elf. Die Gastgeber zogen in der Nations-League-Tabelle der Gruppe 4 mit elf Punkten an Deutschland (9) noch vorbei. Spanien steht damit neben Weltmeister Frankreich als Teilnehmer am Final-4-Turnier im Oktober 2021 fest.

"Die große Herausforderung heißt gegen Spanien, wie verteidigt man sie?", sagte Löw vor dem Anpfiff in der ARD. Das war im Nachhinein eine fast prophetische Aussage. Die Defensivarbeit war über 90 Minuten desolat. Dabei schien es eine gute Nachricht zu sein, dass Niklas Süle nach Knieproblemen doch auflaufen konnte. Aber der Abwehrchef war überfordert wie alle andere. Eine Lehrstunde erlebten auch die unerfahrenen Verteidiger Robin Koch und Philipp Max.

Spanien besiegt Deutschland mit 6 zu 0 in Sevilla: Torhüter Manuel Neuer (3.v.l), Ilkay Gündogan (l) und Niklas Süle stehen nach dem Tor durch Spaniens Morata zum 1:0 enttäuscht.
Spanien besiegt Deutschland mit 6 zu 0 in Sevilla: Torhüter Manuel Neuer (3.v.l), Ilkay Gündogan (l) und Niklas Süle stehen nach dem Tor durch Spaniens Morata zum 1:0 enttäuscht.
Bild: Daniel Gonzales Acuna, dpa

Ernüchternd war, dass von Führungskräften wie Toni Kroos und Ilkay Gündogan im Mittelfeld überhaupt kein Widerstand oder Ideen kamen. Der hochgelobte deutsche Turbo-Angriff mit Timo Werner, Serge Gnabry und Leroy Sané konnte sich bei der ersten Niederlage des Jahres nie in Szene setzen. Erst in der 77. Minute gab es eine Torchance, als Gnabry aus der Duistanz abzog.

UEFA Nations League: Bastian Schweinsteiger schon zur Halbzeit "sprachlos"

"Wir können froh sein, dass es 4:0 steht. Ich bin sprachlos", sagte ARD-Experte Bastian Schweinsteiger als fassungsloser Beobachter der einseitigen Partie, die einen Klassenunterschied offenbarte. Nichts ging bei Löws Team, dass ohne einen Mentalitätsspieler wie den am Knie verletzten Joshua Kimmich von Anfang an wehrlos war. In der 5. Minute hatten die Gäste noch Glück, dass es in der Nations League keinen Videobeweis gibt. Gündogan traf den Leipziger Dani Olmo am Fuß, der Schiedsrichter gab Freistoß, aber das Foul war im Strafraum.

Die Spanier verloren früh Sergio Canales durch eine Verletzung. Aber der für ihn eingewechselte Fabian bereitete als Eckballschütze gleich das Führungstor von Morata vor. Der groß gewachsene Stürmer von Juventus Turin übersprang am langen Pfosten Gnabry, der dort niemals sein Gegenspieler hätte sein dürfen. Die Spanier konnten ungestört angreifen und spielten sich in einen Rausch. Nach einer Flanke von Koke köpfte Olmo an die Latte, Ferran Torres vollendete. Eine weitere Ecke von Fabian konnte Rodri ungehindert zum 0:3-Pausenstand einköpfen.

DFB-Mannschaft in Spanien: kein Aufbäumen

Auch nach der Pause erfolgte kein Aufbäumen. Und nicht einmal eine Schadensbegrenzung gelang. Der herausragende Ferran Tores von Manchester City konnte bei seinem zweiten Trefter einen Konter über José Gaya mühelos abschließen. Dann machte er gegen eine deutsche Elf in Auflösung seinen Dreierpack perfekt. Die von DFB-Direktor Oliver Bierhoff beschriebene "dunkle Wolke", die sich nach den Siegen gegen Tschechien (1:0) und die Ukraine (3:1) zu verziehen schien, schwebt zum Jahresende wieder über der Nationalmannschaft und auch Löw. Sie schleppt der Bundestrainer mit in die viermonatige Winterpause.