Amateurfußball

Vereine freuen sich auf den Ligapokal

Wenn es nach dem Verband geht, wird im September wieder gespielt – im neu eingeführten Ligapokal und der Meisterschaftsrunde. Noch müssen die Vereine aber warten, bis ein Zeichen von der Politik kommt.

Wenn es nach dem Verband geht, wird im September wieder gespielt – im neu eingeführten Ligapokal und der Meisterschaftsrunde. Noch müssen die Vereine aber warten, bis ein Zeichen von der Politik kommt.

Bild: Mathias Wild

Wenn es nach dem Verband geht, wird im September wieder gespielt – im neu eingeführten Ligapokal und der Meisterschaftsrunde. Noch müssen die Vereine aber warten, bis ein Zeichen von der Politik kommt.

Bild: Mathias Wild

Eine Umfrage bei Kemptener und Oberallgäuer Vereinen ergibt:Eine Mehrheit freut sich auf Wiederaufnahme des Spielbetriebs und das neue Turnierformat. Einige haben aber Sorgen.
22.07.2020 | Stand: 23:25 Uhr

Im September soll es weitergehen – allerdings nur, wenn die Politik das Zeichen dafür gibt. Der Plan des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) sieht jedenfalls vor, zweigleisig zu fahren: Neben der Fortsetzung der Meisterschaftsrunde soll es einen sogenannten Ligapokal geben. Dem Sieger winkt dabei die Chance direkt aufzusteigen oder einen eventuellen Abstieg zu verhindern. In den Allgäuer Kreisligen und abwärts wird die Marschroute weitgehend begrüßt, bedenkenlos sei man aber nicht.

Tobias Jäger (Trainer, TV Weitnau, Kreisliga): „Ich sehe es immer noch kritisch, ob es überhaupt richtig war, die Saison fortzusetzen. Die Lösung mit dem Ligapokal finde ich allerdings gut. Da wir keine zehn Spiele mehr haben, ist es eine wichtige Überbrückung bis zur nächsten Saison. Wir werden auf jeden Fall mitspielen, denn eins ist klar: Am Wochenende brauchen wir wieder Fußball und der Pokal hat ja zudem einen Wettkampfcharakter.“

Ludwig Geiger (Trainer, TSV Betzigau, Kreisliga): „Nach der langen Pause ist es ganz wichtig, wieder in den Spielrhythmus zu kommen. Die Jungs wollen endlich wieder spielen. Der Verband hat das gut gelöst und den Ligapokal angeboten. Das ist eine zusätzliche Möglichkeit für uns, aufzusteigen. Ich freue mich darauf. Obwohl ich eine andere Lösung lieber gehabt hätte. Mein Plan war, im Mai in Betzigau aufzuhören und mich mehr meinem Hobby zu widmen. Ich plane eine Alpenüberquerung mit dem Rad. Doch das hat die Corona-Krise verhindert. Deshalb bleibe ich auf jeden Fall mindestens in diesem Jahr hier.“

Thomas Hiemer (Trainer, TSV Kimratshofen, Kreisklasse): „So wie sich der Ligapokal anhört, werden wir sehr wahrscheinlich mitspielen. Es wäre schön, wenn wir die Liga halten, auch wenn das über den Ligapokal gehen sollte. Nächste Woche starten wir in die Vorbereitung, drei Spieler von den A-Junioren stoßen dazu. Wir haben schon Vorbereitungsspiele ausgemacht – allerdings mache ich mir Sorgen, ob wir sie auch spielen dürfen.“

Klaus Engstler (Trainer, TSV Heising, Kreisklasse): „Eigentlich wäre ich seit dem 1. Juli Trainer des TSV Betzigau, doch die Vereine haben sich darauf geeinigt, dass ich die Saison hier fertig mache. Wir trainieren seit Anfang Juli wieder auf freiwilliger Basis. Alle freuen sich darauf, dass es wieder losgeht. Mir ging es vor allem darum, die Spieler nach der Pause wieder auf den Platz zu bringen. Das hat gut geklappt. Wir werden natürlich am Ligapokal teilnehmen. Der Verband hat sich in den letzten Monaten sehr bemüht. Nun liegt es an den Vereinen, dieses mit Leben zu erfüllen. Wir spüren eine große Aufbruchstimmung.“

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Christian Reichart (Abteilungsleiter, SSV Wildpoldsried, Kreisklasse): „Der Verband hätte flexibler sein können. Wenn wir im September wieder spielen, könnten wir auch gleich die neue Saison starten. Dennoch werden wir beim Ligapokal mitmachen. Im Endeffekt ist eine Teilnahme die einzige Alternative, denn sonst kommst du in gar keinen Spielrhythmus. Spannend wird außerdem, wann wir wieder Testspiele machen dürfen.“

Felix Thum (Spielertrainer bei der SG Niedersonthofen/Martinszell, Kreisklasse): „Die Idee, einen Ligapokal zu spielen, finde ich gut. Allerdings hätte der Verband die Terminierung besser gestalten können. Die Meisterschaft ist wichtiger, also hätten wir sie bis November durchspielen können und im Frühjahr dann den Ligapokal. Sollte nämlich doch noch etwas Unerwartetes im neuen Jahr passieren, wäre zumindest die Liga zu Ende gespielt worden. Wir werden aber auf jeden Fall beim Pokal mitspielen, da wir noch nicht sicher aufgestiegen sind. Meine Mannschaft ist jedoch fit und wir freuen uns alle auf den Neustart.“

Serkan Akan (Trainer, SV Kempten Halde/Oberwang, A-Klasse): „In der langen Pause habe ich viele Spieler nicht mehr gesehen. Es gab auch noch kein Training. Jetzt geht es Gott sei Dank wieder los und wir werden am Ligapokal teilnehmen. Das ist eine gute Lösung. Wir haben in der normalen Runde nur noch wenige Spiele. Ohne Ligapokal wäre die Saison schon im November zu Ende. Was hätten wir sonst bis zum nächsten Juni machen sollen?“