Vierschanzentournee

Oberstdorfer bauen Corona-Teststraßen auf - "Ins Stadion kommt nur..."

Noch im Fast-Dunkel: Die Schanzen am Schattenberg - hier startet die diesjährige Verschanzentournee.

Noch im Fast-Dunkel: Die Schanzen am Schattenberg - hier startet die diesjährige Verschanzentournee.

Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Noch im Fast-Dunkel: Die Schanzen am Schattenberg - hier startet die diesjährige Verschanzentournee.

Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Der Auftakt der Vierschanzentournee ist an ein strenges Hygienekonzept gebunden. Das Gesundheitsamt pocht auf weniger Teilnehmer - alle mit negativem Test.
22.12.2020 | Stand: 18:09 Uhr

Von Lockdown oder vorweihnachtlicher Ruhe ist in der Schaltzentrale des Allgäuer Wintersports nicht viel zu spüren. Bei der Skisport- und Veranstaltungs-GmbH in Oberstdorf unmittelbar neben dem Auslauf der Schattenberg-Schanzen herrscht wenige Tage vor Beginn der Vierschanzentournee das sprichwörtliche „rege Treiben“.

Geschäftsführer Florian Stern berichtet von einem großen Informationsbedürfnis aller Beteiligten, wie die Vierschanzentournee unter Corona-Bedingungen nun genau ablaufen soll. „Vor dem Weltcup in Engelberg hat sich dafür keiner interessiert, jetzt rufen fast alle gleichzeitig an“, sagt der 45-Jährige. Die Antworten münden fast immer im strengen Hygienekonzept, das die Organisatoren in Oberstdorf zusammen mit dem Gesundheitsamt in Sonthofen erarbeitet haben.

Vierschanzentournee in Oberstdorf: Nicht mehr als 500 Personen im Stadion

Zwar ist seit langem schon bekannt, dass keine Zuschauer in der Audi Arena zugelassen sind, dennoch werden nächsten Montag und Dienstag (am 28. Dezember findet die Qualifikation, am 29. Dezember das erste Wertungsspringen statt) insgesamt etwa 700 Personen akkreditiert. „Unser Ziel ist es, dass nicht mehr als 500 Personen gleichzeitig im Stadion sind“, sagt Stern. Sportler, Betreuer und Funktionäre machen allein etwa 120 Personen aus. Dazu kommen die streng abgetrennten Gruppen der „Organisation“, also des Organisationskomitees und der Helfer (ca. 300), sowie der Medien (150).

Nachdem die Behörden darauf gepocht hätten, die Personenzahl aus Sicherheitsgründen zu reduzieren, musste vor allem Pressechef Ingo Jensen zahlreiche Kollegen ausladen. Eine Fernsehanstalt aus Osteuropa, erzählt Stern, habe beispielsweise 30 Personen angemeldet, der ORF kommt mit vier klar. „Jetzt mussten wir auch da noch mal streichen“, so Stern. „Keine leichte Aufgabe.“

Vier Corona-Teststraßen bei der Vierschanzentournee in Oberstdorf

Fest steht: Ins Stadion kommt nur, wer einen negativen PCR-Test vorweist. Dafür hat das Organisationskomitee insgesamt vier Teststraßen in Herzmanns bei Waltenhofen und in Oberstdorf eingerichtet, durch die am Samstag und Sonntag alle Beteiligten durchgeschleust werden. Nur wenn der Test negativ ist, wird ein Arbeitsausweis ausgestellt.

Die Gefahr, dass nach den Feiertagen und den vielen Flugreisen die Zahl an positiven Corona-Tests zunehmen könnte, sieht Stern nicht. „Angenommen, einige infizieren sich unterm Christbaum oder bei der Anreise. Das schlägt sich erst in positiven Tests wieder, wenn wir in Oberstdorf mit der Tournee schon fertig sind.“

Sorgen machen ihm da eher die Reisebeschränkungen wegen der neuen Virus-Mutation: „Wenn keine Flieger mehr abheben, haben wir ein Problem. Dann wäre bei uns zwar alles startklar, aber es ist halt keiner da.“ Davon geht Stern derzeit aber nicht aus: „Wir haben zuletzt in Engelberg und Planica schöne und reibungslose Veranstaltungen gesehen.“ Es gebe TV-Shows mit Pappkameraden, jetzt gebe es halt mal ein Skispringen mit Pappfans. „Der Sport funktioniert ja.“

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