Jogi Löw bleibt Bundestrainer

Von "Armutszeugnis" bis "keinesfalls abwegig": Pressestimmen zur Löw-Entscheidung

Joachim Löw bleibt Bundestrainer, hat der DFB entschieden. Die Pressestimmen zeigen: So ganz überzeugend ist die Entscheidung nicht. Ein Überblick.

Joachim Löw bleibt Bundestrainer, hat der DFB entschieden. Die Pressestimmen zeigen: So ganz überzeugend ist die Entscheidung nicht. Ein Überblick.

Bild: Robert Michael, dpa

Joachim Löw bleibt Bundestrainer, hat der DFB entschieden. Die Pressestimmen zeigen: So ganz überzeugend ist die Entscheidung nicht. Ein Überblick.

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Joachim Löw bleibt Bundestrainer, hat der DFB entschieden. Die Pressestimmen zeigen: So ganz überzeugend ist die Entscheidung nicht. Ein Überblick.
Von Allgäuer Zeitung
01.12.2020 | Stand: 10:33 Uhr

"Die Entscheidung ist gefallen, Bundestrainer Joachim Löw bleibt weiter im Amt. Trotz der mitunter Besorgnis erregenden Auftritte der Fußball-Nationalmannschaft zuletzt. Der DFB verpasst hier die Chance auf einen echten Umbruch." Nordbayern.de

"Mit dem Vertrauen für Joachim Löw weicht der DFB das Leistungsprinzip auf und setzt auf einen angeschlagenen Bundestrainer. Der muss nun endlich zu einer straffen Leistung zurückfinden." Süddeutsche

"Die wechselnden Verbandsoberen, die dieser Trainercrew über Jahre die lange Leine gestatteten und kaum Kontrolle ausübten, werden fortan genauer hinsehen müssen. Da ist auch Bierhoff gefordert, der öffentliche Unmut richtet sich sowieso gegen ihn, weil er in erster Linie dieses Motto Mannschaft mit Marketing personifiziert. Löw, Bierhoff und ihre Auserwählten müssen bei der Europameisterschaft im kommenden Jahr liefern. Das selbst von den Beteiligten wie dem Präsidenten Fritz Keller oder eben dem Bundestrainer proklamierte Ziel, das Halbfinale, muss erreicht werden. Ein zweiter Ausrutscher wie 2018 wird diesem DFB-Chefcoach nicht mehr verziehen werden." Kicker

"Die Entscheidung ist keine des Aufbruchs. Es ist eine Entscheidung des Weiter so. Was der Witz an all dem ist: Vielleicht ist es am Ende sogar die richtige Entscheidung gewesen. " Spiegel

"Die Entscheidung ist trotz der unbestrittenen Verdienste von Jogi Löw ein Armutszeugnis für den größten Verband der Welt und beweist einmal mehr die eklatante Führungsschwäche." Bild

"Löw wurstelt weiter bei der Nationalelf"

"Eines haben alle erfolgreichen Teams des vergangenen Jahrzehnts gemeinsam: Sie haben sich für einen Stil entschieden und ihn konsequent durchgezogen. Seien dies die tiki-taka-verliebten Spanier, die konterstarken Portugiesen oder die Franzosen mit ihrem zähen Ballbesitzfußball, aus dem sie plötzlich Tempo aufnehmen. Joachim Löw ist auch zwei Jahre nach dem WM-Aus die Antwort auf die Frage schuldig geblieben, wie sein Stil aussehen soll. Er wird eine Antwort auf diese Frage finden müssen."

"Löw wurstelt weiter bei der Nationalelf: Zum Scheitern verurteilt" NOZ

"Die deutsche Nationalmannschaft ist kein Bundesligaverein, in dem man mit einer Trainerentlassung (oder einem abgesprochenen Rücktritt) mit neuem Personal auf der Trainerbank auf einen Kurzzeiteffekt hoffen kann. In einem Verband ticken die Uhren anders. Zudem hätte ein neuer Bundestrainer derzeit nicht mehr machen können als Löw: Spieler beobachten und telefonieren." Sport1

Pressestimmen zu Joachim Löw als Bundestrainer: "Bestenfalls die Ideallösung"

"Der Verband stellt sich hinter Nationaltrainer Joachim Löw. Er hatte auch gar keine andere Möglichkeit. Dafür nämlich wäre Vorarbeit nötig gewesen." Augsburger Allgemeine

"Joachim Löw bleibt Trainer der deutschen Nationalmannschaft. Die Begründung des DFB-Präsidiums lässt durchblicken, dass die aktuelle Lage verkannt und falsche Schwerpunkte gesetzt werden." Fussballtransfers.com

"Die Entscheidung der DFB-Führung für Jogi Löw kommt knapp zwei Wochen zu spät und wird durch die fragwürdigen Begründungen nicht besser. Aufbruchstimmung wird dadurch nicht erzeugt, eher im Gegenteil." spox.com

"Mit Löw ins EM-Jahr zu gehen, diese Entscheidung ist sachlich betrachtet keinesfalls abwegig. Bestenfalls sogar die Ideallösung für beide Parteien, Trainer und Verband. Der sportlich Verantwortliche bekommt die Gelegenheit, seinen Enthusiasmus für das höchste aller deutschen Trainerämter schnellst möglich ein weiteres Mal glaubwürdig zu entfachen, sich bei der EM durch die Vordertüre zu verabschieden." ZDF

"Mittlerweile aber entbehrt die Fortführung des Arbeitsverhältnisses jedweder Logik. Wer es polemisch ausdrücken möchte, der könnte einwenden, dass Löw mittlerweile offenbar Narrenfreiheit geniesst. Wer es freundlicher ausdrückt, könnte anmerken, der DFB habe seinen Weltmeistercoach unter Denkmalschutz gestellt. Und ging es damals, nach der WM in Russland, noch um die Frage der Alternative, so stellt sich heute die Situation anders dar: Mit ein wenig Überzeugungsarbeit wären geeignete Kandidaten womöglich zu gewinnen." NZZ (Schweiz)