Ringen

Das steckt hinter dem Rückzug der Kottener Ringer

Kottern vs Berchtesgaden

Immerhin zwei Heimwettkämpfe gab es bei den Ringern des TSV Kottern. Dank der ehrenamtlichen Helfer stemmte der Bayernligist auch die umfangreichen Hygienemaßnahmen, die vor den Duellen der Athleten vorgeschrieben waren.

Bild: Ralf Lienert

Immerhin zwei Heimwettkämpfe gab es bei den Ringern des TSV Kottern. Dank der ehrenamtlichen Helfer stemmte der Bayernligist auch die umfangreichen Hygienemaßnahmen, die vor den Duellen der Athleten vorgeschrieben waren.

Bild: Ralf Lienert

Nach dem Rückzug der Bayernliga-Mannschaft ist die Saison für den TSV Kottern beendet. Der SV 29 Kempten bereitet sich auf den nächsten Heimwettkampf vor.
16.11.2021 | Stand: 18:15 Uhr

Fünf Wochen ist es her, seit die Bayernliga-Ringer des TSV Kottern letztmals bei einem Wettkampf antraten. Am 9. Oktober feierten die TSV-Ringer einen 25:11-Sieg gegen die SpVgg Freising, zuvor hatte es lediglich eine Niederlage gegen Spitzenreiter Untergriesbach gegeben. Vergangene Woche zog der TSV seine Mannschaft aus der Bayernliga zurück. „Es ist aus sportlicher Sicht brutal schade, weil wir eine gute Saison hingelegt haben“, sagt Abteilungsleiter Bernd Eschbaumer. „Wir hätten es unter die ersten Drei geschafft.“

2G-Regel: Veschärfte Bedingungen für die bayerischen Ringer

Gerade bei den Ringern schlug die Corona-Pandemie in den letzten Wochen zu. Viele Kämpfe wurden abgesagt, viele Mannschaften hatten Corona-Fälle in ihren Reihen. Verschärft wurde die Situation durch die Einführung der 2G-Regel für Ringer und Zuschauer. „Wir hatten dadurch keine Chance mehr, eine Mannschaft zu stellen“, sagt Eschbaumer. Das liege nicht nur an den ungeimpften Athleten – viele im TSV-Kader haben auch noch nicht die erforderliche Zweitimpfung bekommen. „Die Initiative, sich impfen zu lassen, ging von den Sportlern aus“, sagt der Kotterner Abteilungsleiter. „Sie hatten auch Verständnis für unsere Entscheidung, damit habe ich in der Form nicht gerechnet.“ Wer von den Bayernliga-Ringern geimpft ist, trainiert momentan. Ebenfalls im Training sind die Schüler-Ringer des TSV.

Drohen dem TSV Kottern weitere Konsequenzen?

Die verbleibenden Wettkämpfe der Kotterner – unter anderem auch das Derby gegen den SV 29 Kempten – werden mit 40:0 für den Gegner gewertet. Weitere Konsequenzen drohen dem TSV laut Eschbaumer nicht. Die Entscheidung des Bayerischen Ringer-Verbands (BRV), die Saison fortzusetzen, kann Eschbaumer nachvollziehen. „Sie können ja nichts anderes machen, solange die Politik Wettkämpfe nicht verbietet. Ich rechne allerdings nicht damit, dass die Saison ordnungsgemäß zu Ende gebracht wird“, sagt Eschbaumer.

Neben Kottern haben laut Eschbaumer auch Berchtesgaden und Freising ihre Teams zurückgezogen. Am vergangenen Wochenende fanden von der Oberliga bis zur Gruppenoberliga bayernweit nur fünf Kämpfe statt. „Es ist einfach bitter, weil wir uns auf die Saison gefreut haben und auch jede Hygienevorschrift in der Halle beachtet haben“, sagt Eschbaumer. „Immerhin hatten wir zwei Heimkämpfe – selbst dieses Gefühl war zuvor lange weg“, sagt der TSV-Abteilungsleiter.

SV 29 Kempten bereitet sich auf Heimkampf gegen Untergriesbach vor

Während die Matte beim TSV Kottern leer bleibt, bereitet sich der SV 29 Kempten auf dem Heimkampf am Samstag gegen den SV Untergriesbach vor. „Wir sind fast vollzählig geimpft oder genesen. Der Kampf findet statt“, sagt Abteilungsleiter Andreas Tronsberg. Die Empfehlung der Stadt Kempten, Wettkämpfe abzusagen, bestehe nach wie vor. „Wir sind sehr vorsichtig. Bei uns gab es ja bereits positive Fälle. Letztlich geht die Gesundheit immer vor“, sagt Tronsberg.

Lesen Sie auch
##alternative##
Ringen

TSV Kottern zieht seine Mannschaft zurück

Die teils wochenlangen Unterbrechungen seien für die Ringer alles andere als einfach. „Es geht ja auch darum, auf den Punkt das passende Gewicht zu haben. Der Rhythmus fehlt außerdem völlig“, sagt Tronsberg. Wie sein Kotterner Kollege rechnet auch er nicht damit, dass die Saison beendet wird. „Von einer regulären Saison kann man eigentlich gar nicht reden. Immerhin ist es gut, dass ein paar Wettkämpfe stattgefunden haben. Das war sehr wertvoll für die Sportler“, sagt Tronsberg.