Prozess in München gegen Doping-Arzt

Winter- und Radsportler gedopt: Mediziner Mark S. gesteht jahrelanges Blut-Doping

Arzt Mark S. hat im Blut-Doping-Prozess gestanden, stritt aber ab, dass es ihm um Geld ging. Die Gesundheit der Athleten habe er nicht riskiert.

Arzt Mark S. hat im Blut-Doping-Prozess gestanden, stritt aber ab, dass es ihm um Geld ging. Die Gesundheit der Athleten habe er nicht riskiert.

Bild: Peter Kneffel, dpa

Arzt Mark S. hat im Blut-Doping-Prozess gestanden, stritt aber ab, dass es ihm um Geld ging. Die Gesundheit der Athleten habe er nicht riskiert.

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Der Erfurter Arzt Mark S. hat als Hauptangeklagter im Blutdoping-Prozess in München ein umfassendes Geständnis abgelegt und Manipulationen seit 2012 eingeräumt.
Arzt Mark S. hat im Blut-Doping-Prozess gestanden, stritt aber ab, dass es ihm um Geld ging. Die Gesundheit der Athleten habe er nicht riskiert.
dpa
29.09.2020 | Stand: 16:16 Uhr

Der Erfurter Arzt Mark S. hat in der dritten Verhandlungswoche des Dopingprozesses in München die Taten weitgehend gestanden. Das erklärten seine Anwälte. Er stritt ab, dass es ihm um Geld ging. Die Gesundheit der Athleten habe er nicht riskiert.

In einer von seinen Anwälten verlesenen Erklärung räumte der Erfurter am Dienstag ein, ab 2012 vor allem Winter- und Radsportler betreut zu haben.

Allerdings unterstrich Mark S., dass es ihm dabei nicht um Geld gegangen sei, sondern dass er nur kostendeckend gearbeitet habe. "Ich habe mit Doping keinen Gewinn erzielt", hieß es in der Erklärung. Darüber hinaus widersprach er dem Vorwurf, die Athleten durch die Behandlungen in Gefahr gebracht zu haben. "Mir war immer wichtig, dass den Sportlern kein gesundheitlicher Schaden zugefügt wird."

Die Staatsanwaltschaft München wirft dem 42 Jahre alten Mediziner fast 150 Vergehen vor. Mark S. räumte die meisten Taten ein, widersprach aber auch in gut einem Dutzend der aufgelisteten Fälle.

Operation Aderlass: Fünf Angeklagte im Blutdoping-Prozess

In den ersten beiden Prozesswochen sagten bereits zwei Helfer von Mark S. - die Krankenschwester Diana S. und der Rettungssanitäter Sven M. - aus und bestätigten die Ergebnisse der Ermittlungen in der sogenannten "Operation Aderlass". Der Erfurter Arzt habe sie demnach damit beauftragt, Sportlern an diversen Orten Blut abzunehmen und zuzuführen. Das bestätigte nun auch der Mediziner selbst. Der Vater von Mark S. als weiterer Angeklagter hatte ausrichten lassen, von den Machenschaften seines Sohnes gewusst zu haben (Lesen Sie auch: Blutstropfen auf Papier: Wada entwickelt neue Dopingtest-Methode).

Einzig der fünfte Angeklagte in dem Verfahren, der Bauunternehmer Dirk Q., äußerte sich bislang nicht. Er sitzt neben Mark S. seit Anfang 2019 in Untersuchungshaft, weil er laut Staatsanwaltschaft ebenfalls Athleten Blut entnommen und wieder injiziert hat, unter anderem während der Olympischen Winterspiele 2018 in Pyeongchang. Sein Anwalt hatte zu Beginn des Prozesses gefordert, das Verfahren wegen angeblich mehrerer Unrechtmäßigkeiten einzustellen.

In größten deutschen Doping-Prozess seit Jahren sind insgesamt 26 Verhandlungstage anberaumt, ein Urteil wird kurz vor Weihnachten erwartet. Die Ermittlungen hatten im Januar 2019 nach einer ARD-Dokumentation und Aussagen des österreichischen Langläufers Johannes Dürr begonnen. Am 27. Februar kam es daraufhin zu zwei Razzien, eine während der nordischen Ski-WM in Seefeld und zugleich ein in Erfurt, bei der auch Mark S. verhaftet wurde.