Stepfather Fred

Test NFY

Party hard! Nur... nicht so ganz legal. Stepfather Fred auf dem Openair St. Gallen.

Party hard! Nur... nicht so ganz legal. Stepfather Fred auf dem Openair St. Gallen.

Bild: Ralph Ribi/St. Galler Tagblatt

Party hard! Nur... nicht so ganz legal. Stepfather Fred auf dem Openair St. Gallen.

Bild: Ralph Ribi/St. Galler Tagblatt

Was haben wir alles nicht schon versucht auf Festivals zu schmuggeln: Schnapspullen, gesunde Gemüse-Smoothies, verbotene Glasflaschen - Gaskocher... Aber eine Band inklusive Bühne? Das ist neu! Die Allgäuer Rocker von Stepfather Fred schlichen sich am Wochenende auf das Schweizer Mega-Festival 'Openair St. Gallen' (etwa 30.000 Besucher täglich) und spielten vor der tobenden Menge. Bis ihnen der Saft abgedreht wurde. Der Betzigauer Bassist Matthias (Matze) Gassner erzählt bei allgaeu.life, wie sie das geschafft haben.

03.07.2016 | Stand: 12:33 Uhr

Die legendäre Bus-Bühne! Wer spricht hier bitte von 'abgeranzt'?!
Die legendäre Bus-Bühne! Wer spricht hier bitte von 'abgeranzt'?!
Bild: Stepfather Fred

„Die haben uns einfach rein gelassen“, sagt Matze gleich zu Beginn und lacht, wenn er zurück an letzten Freitag denkt. „Das war echt ziemlich verrückt“. Aber von Anfang an: Geplant hatte die Allgäuer Band ein Guerilla-Konzert schon länger. Schon im letzten Jahr telefonierten die vier Rocker Festival-Betreiber ab, um eine Erlaubnis für ein quick-Gig zu bekommen. Bekamen sie nicht - und so probierten sie es auf eigene Faust. Am Freitag starteten sie mit ihrer selbst konstruierten Bus-Bühne in Dornbirn vor dem Eingang zum 'Punk in Drublic Festival'.

"Das war öffentliches Gelände - also eine Straße - und die Leute haben da schon gefeiert, bis nach fünf Songs die Polizei meinte, wir sollen doch bitte weiterfahren", erzählt Matze lachend. Nach dem geglückten Auftritt tingelten die Allgäuer weiter nach St. Gallen - ohne die Hoffnung zu haben, auch nur in die Nähe des Festivals zu kommen. "Dass wir mit unserem abgeranzten Bus überhaupt über die Schweizer Grenze gekommen sind!", wundert sich der Betzigauer, der nicht mal seinen Ausweis dabei hatte.

Aber ähnlich smooth wie der Grenzübertritt lief für die Allgäuer auch die Zufahrt auf das Schweizer Festival. (Siehe Video)

"Am ersten Security-Check haben wir gesagt: 'Servus! Wir sind Stepfather Fred und wir spielen heute hier... Was ja auch nicht gelogen war", sagt Bassist Matze grinsend. Danach packte die Band ihre Instrumente aus und schmetterten ihre Einmarsch-Hymne "Die Hard - Live Fast" - während sie weitere vier Sicherheitsschleusen passierten. "Entweder haben die Securitys gedacht, das wäre eine geplante Aktion, oder fanden es genau so geil wie wir!"

Hier siehst Du Stepfather Fred das nächste Mal live (ganz legal natürlich)

- Samstag, 28. Juli: Rock the King in Buchenberg
- Dienstag, 07. August: Stepfather Fred & Friends (unplugged) - Allgäuer Festwoche

Zwischen Main und Side-Stage parkten die Jungs schließlich ihre improvisierte Bühne und rockten, angetrieben vom frenetischen Publikum, ihren Song "Halo". Bis ihr Auftritt einigermaßen abrupt beendet wurde: Der Sicherheitschef des Festivals zog den Stecker des Strom-Aggregats und rief "Schluss jetzt!" im schönsten Schwyzerdütsch, erinnert sich Matze.

"Bis auf den deutlichen Hinweis, wir hätten in der Rettungsgasse geparkt, haben aber alle ziemlich entspannt reagiert", erzählt Matze: "Die Sicherheitsleute haben uns sogar geholfen, den Bus wieder nach draußen zu bekommen." Auch im Nachhinein müssen die Allgäuer wohl kaum mit Sanktionen der Veranstalter rechnen. "Es war ja auch gute PR für das Festival", meint Matze.

Für die vier Jungs fast noch unglaublicher, als der (freilich unbezahlte) Gig selbst: Der Hype! "Wir bekommen so viele Interview-Anfragen, wie noch nie. Sowohl aus der Schweiz als auch aus Deutschland", meint Matze und fügt an: "Klar, das ist schon cool. Aber jetzt sprechen alle nur noch über die Guerilla-Aktion und nicht mehr über unsere Musik." Und dabei sollte man das tun: Das neue Album der Allgäuer Rocker Stepfather Fred lohnt!