Studentenwerk fordert höhere Freibeträge

Keine Trendwende trotz Reform: Zahl der Bafög-Empfänger sinkt weiter

Durch die Reform im vergangenen Jahr wurde der Kreis der potenziellen Bafög-Empfänger vergrößert. Dennoch beziehen immer weniger Schüler und Studenten die Förderung.

Durch die Reform im vergangenen Jahr wurde der Kreis der potenziellen Bafög-Empfänger vergrößert. Dennoch beziehen immer weniger Schüler und Studenten die Förderung.

Bild: Florian Schuh/dpa

Durch die Reform im vergangenen Jahr wurde der Kreis der potenziellen Bafög-Empfänger vergrößert. Dennoch beziehen immer weniger Schüler und Studenten die Förderung.

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Die Zahl der Bafög-Empfänger nimmt trotz der Reform im vergangenen Jahr weiter ab. Was das mit den Freibeträgen zu tun hat.

Durch die Reform im vergangenen Jahr wurde der Kreis der potenziellen Bafög-Empfänger vergrößert. Dennoch beziehen immer weniger Schüler und Studenten die Förderung.
dpa
03.08.2020 | Stand: 13:29 Uhr

Rund 680.000 Schüler und Studenten haben im vergangenen Jahr finanzielle Hilfe nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz erhalten. Das waren 47.000 Bafög-Empfänger weniger als im Vorjahr, was einem Rückgang von 6,4 Prozent entspricht, wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mitteilte. Der Anteil der Frauen lag bei 57 Prozent, der der Männer bei 43 Prozent. Etwa 489.000 Studentinnen und Studenten sowie rund 191.000 Schülerinnen und Schüler bekamen die Unterstützung.

Freibeträge wurden im Vorjahr erhöht

Die Zahl der Geförderten ist damit das siebte Jahr in Folge gesunken. Eine Bafög-Reform, die vor einem Jahr in Kraft getreten war, sollte eigentlich eine Trendwende bringen. Für eigenes Vermögen und das Einkommen der Eltern wurden Freibeträge erhöht, so dass Familien mit Einkommen knapp über den bisherigen Anspruchsgrenzen Zugang zur Förderung bekommen. So soll der Kreis der Bafög-Berechtigten vergrößert werden.

Gewerkschaft und Studentenwerk fordern weitere Bafög-Reform

Vor dem Hintergrund erneut gesunkener Zahlen forderte die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) am Montag von der Bundesregierung eine weitere Bafög-Reform "unmittelbar nach der Sommerpause". Es brauche eine deutliche Erhöhung der Fördersätze und Freibeträge und eine Umstellung des Bafögs vom Teildarlehen auf einen Vollzuschuss. Ähnliche Forderungen kamen vom Deutschen Studentenwerk. Die von der Bundesregierung angekündigte "Trendwende", drohe so auszubleiben, sagte Generalsekretär Achim Meyer auf der Heyde. "Wir brauchen beim Bafög nun eine weitere kräftige Steigerung vor allem der Elternfreibeträge, die über die beabsichtigte Erhöhung zum Wintersemester 2020/2021 hinausgeht."

Bafög-Kontingent wurde 2019 nicht ausgeschöpft

Schon im März hatte das Bundesforschungsministerium in einem Schreiben an die Haushaltspolitiker des Bundestages gemeldet, dass 2019 von den für das Bafög vorgesehenen 1,56 Milliarden Euro nur 990 Millionen Euro abgerufen worden seien, beim Schüler-Bafög von 1,06 Milliarden nur 708 Millionen.

Studenten erhielten durchschnittlich 514 Euro 

Der durchschnittliche Bafög-Betrag ist 2019 laut Statistischem Bundesamt etwas gestiegen. Studenten erhielten im Schnitt 514 Euro pro Monat, 21 Euro mehr als im Vorjahr. Schüler wurden mit 473 Euro (plus 19 Euro) unterstützt. Etwas mehr als die Hälfte der Empfänger erhielt eine Vollförderung. 49 Prozent bezogen eine Teilförderung, die dann geleistet wird, wenn das Einkommen der Geförderten oder der Eltern bestimmte Grenzen übersteigt.