Corona-Krise

Nächtliche Ausgangssperre und Teil-Lockdown in Italien in Kraft

Einige Menschen schlendern am berühmten Mailänder Dom vorbei. Italiens Regierung hat die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie verschärft und Ausgangssperren und Reisebeschränkungen beschlossen.

Einige Menschen schlendern am berühmten Mailänder Dom vorbei. Italiens Regierung hat die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie verschärft und Ausgangssperren und Reisebeschränkungen beschlossen.

Bild: Antonio Calanni/AP/dpa

Einige Menschen schlendern am berühmten Mailänder Dom vorbei. Italiens Regierung hat die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie verschärft und Ausgangssperren und Reisebeschränkungen beschlossen.

Bild: Antonio Calanni/AP/dpa

Im Rahmen der Covid-19-Bekämpfung sind in Italien am Freitag verschärfte Corona-Schutzvorschriften in Kraft getreten.
Einige Menschen schlendern am berühmten Mailänder Dom vorbei. Italiens Regierung hat die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie verschärft und Ausgangssperren und Reisebeschränkungen beschlossen.
dpa
06.11.2020 | Stand: 10:26 Uhr

Die Regierung hat eine nächtliche Ausgangssperre wegen der Corona-Krise für die 60 Millionen Bürger erlassen. In vier roten Regionen trat ein Teil-Lockdown in Kraft, der rund um die Uhr gilt. Darunter ist die wirtschaftsstarke Lombardei mit zehn Millionen Menschen. In den Roten Zonen müssen die Menschen weitgehend zu Hause bleiben, Ausnahmen gelten für den Weg zur Arbeit oder zum Einkaufen. Bars, Restaurants und Geschäfte, die nichts Lebensnotwendiges verkaufen, sind zu.

Gegen die neuen Maßnahmen gab es schon im Vorfeld Proteste. Am Donnerstagabend demonstrierten in Bergamo in der Lombardei nach Medienberichten mehrere hundert Menschen. Bergamo war in der ersten Corona-Welle im Frühjahr schwer getroffen worden. In der aktuellen zweiten Welle sind die Fallzahlen in der Stadt weniger dramatisch. (Lesen Sie auch: Corona sorgt in weiten Teilen Europas für Stillstand)

In ganz Italien waren am Freitag Streiks der Taxifahrer angekündigt. Sie haben durch den Einbruch des Tourismus große Einbußen erlitten.

Die landesweite nächtliche Sperre gilt von 22.00 Uhr bis 5.00 Uhr morgens. Für den Weg zur Arbeit oder aus medizinischen Gründen sind Ausnahmen erlaubt. Im ganzen Land sind zudem die Museen zu. Höhere Schulen und Universitäten müssen auf Online-Unterricht umstellen.

Corona-Krise in Italien: Drei Risikozonen

Insgesamt hat die Regierung das Land in drei Risikozonen eingeteilt: Es gibt rote, orangene und gelbe Gebiete. Zu den Roten Zonen gehören außer der Lombardei in Norden das Piemont und das Aostatal sowie im Süden Kalabrien.

In den Orangenen Zonen dürfen die Bürger ihr Haus zwar verlassen. Aber es ist verboten, in andere Orte oder Regionen zu fahren. Auch hier gelten Ausnahmen für Gründe wie für die Arbeit. Als orange stufte die Regierung die beliebten Urlauberziele Sizilien und Apulien ein. Der große Rest Italiens ist eine gelbe Zone mit moderaten Einschränkungen. Die Verschärfungen gelten zunächst bis zum 3. Dezember.

Insgesamt haben sich nach offiziellen Angaben in Italien seit Februar fast 825.000 Menschen mit dem Virus angesteckt. Die Anzahl der an einem Tag mit Corona Infizierten erreichte zuletzt gut 34.000. (Lesen Sie auch: Gut gelaunt durch den November-Lockdown: Tipps gegen den Corona-Frust)