Opfer mit Messer erstochen

Tod eines Jugendlichen in Sinsheim: Mord-Prozess gegen 14-Jährigen beginnt

Ein 14-Jähriger soll im Februar in Sinsheim einen 13-Jährigen getötet haben. Am Mittwoch beginnt der Mord-Prozess am Landgericht Heidelberg.

Ein 14-Jähriger soll im Februar in Sinsheim einen 13-Jährigen getötet haben. Am Mittwoch beginnt der Mord-Prozess am Landgericht Heidelberg.

Bild: Daniel Bockwoldt, dpa (Symbolbild)

Ein 14-Jähriger soll im Februar in Sinsheim einen 13-Jährigen getötet haben. Am Mittwoch beginnt der Mord-Prozess am Landgericht Heidelberg.

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Ein 14-Jähriger ist des Mordes an einem 13-Jährigen am Landgericht Heidelberg angeklagt. Er soll ihn im Februar mit einem Messer erstochen haben.
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dpa
20.10.2021 | Stand: 07:51 Uhr

Für den mutmaßlichen Mord an einem nur wenig jüngeren Jungen wird einem 14-Jährigen ab Mittwoch der Prozess gemacht. Aus Sicht der Staatsanwaltschaft besteht der hinreichende Tatverdacht, dass er sein Opfer hinterrücks mit mehreren Messerstichen umgebracht habe.

Zum Schutz des jugendlichen Angeklagten ist die Öffentlichkeit das gesamte Verfahren über im Landgericht Heidelberg ausgeschlossen, wie eine Sprecherin erklärte. Daher werden nur spärliche Informationen aus dem Gerichtssaal erwartet. Für die Tat sieht das Gesetz bei Jugendlichen eine Jugendstrafe von bis zu zehn Jahren vor.

Tod eines 13-Jährigen in Sinsheim: Das wird dem Angeklagten vorgeworfen

Der 14-Jährige soll dem Opfer am 24. Februar in einem Waldstück in Sinsheim (Baden-Württemberg) aufgelauert haben, als der Junge dort mit einem Mädchen spazieren ging. Den Vorwürfen zufolge sprach der Angreifer den 13-Jährigen an, stürzte sich von hinten auf ihn, brachte ihn zu Boden und stach ihm mit einem Messer dreimal in den Rücken. Er habe ihn auch an Brust und Hals verletzt, wobei die Hauptschlagader getroffen worden sein soll. Der 13-Jährige starb kurz darauf.

Die Polizei hatte den 14-Jährigen mit einem Küchenmesser in der Hand neben der Leiche des Jungen und dem Mädchen im Stadtteil Eschelbach festgenommen. Er beteuerte seine Unschuld und schwieg nach früheren Angaben der Ermittler. Hinter der Tat steckten nach damaligen Erkenntnissen Eifersuchtsstreitigkeiten um das zwölfjährige Mädchen.

Staatsanwaltschaft: 14-jähriger Angeklagte soll strafrechtlich verantwortlich sein

Die Staatsanwaltschaft kam mit Hilfe von Sachverständigen zu dem Schluss, dass der Jugendliche strafrechtlich verantwortlich war - "dass er also nach seiner sittlichen und geistigen Entwicklung reif genug war, das Unrecht seiner Tat einzusehen und nach dieser Einsicht zu handeln". Daher klagte sie den Teenager wegen Mordes an.

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Beide Jungen haben die doppelte, deutsch-türkische Staatsbürgerschaft. Der Getötete wurde nach islamischem Recht beerdigt. Rund 900 Menschen kamen am Wochenende nach der Tat zu einem Trauermarsch in den Ort.

Fall um den Messer-Tod eines 13-Jährigen löst Debatte über Strafmündigkeit aus

Der Fall hatte weit über Sinsheim hinaus für Aufsehen gesorgt und eine Debatte über den Umgang mit Tätern im Alter um die Strafmündigkeit ab 14 Jahren entfacht - zumal der Tatverdächtige bei der Polizei bekannt war: Im November hatte er an einer Realschule in Östringen im Landkreis Karlsruhe einen Mitschüler mit einem Messer schwer verletzt.

Danach kümmerte sich das Jugendamt um die Familie. Der damals strafunmündige 13-Jährige kam nach Angaben des Jugendamts für drei Wochen stationär in einer Einrichtung der Kinder- und Jugendpsychiatrie unter und begann ein Anti-Aggressions-Training.

Urteil im Mord-Prozess gegen 14-Jährigen am Landgericht Heidelberg könnte im Dezember fallen

Das Mädchen, mit dem das Opfer im Wald spazieren war, soll in den Plan des Angeklagten involviert gewesen sein. In dem Verfahren vor der Großen Jugendkammer geht es aber nur um den Teenager. Zehn Fortsetzungstermine sind angesetzt, 34 Zeugen und drei Sachverständige geladen. Ein Urteil könnte demnach Anfang Dezember folgen.

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