Tierseuchen

Afrikanische Schweinepest: Einschränkungen in betroffenem Gebiet

Die Afrikanische Schweinepest war bisher vor allem in Polen verbreitet.

Die Afrikanische Schweinepest war bisher vor allem in Polen verbreitet.

Bild: Lino Mirgeler, dpa (Symbolbild)

Die Afrikanische Schweinepest war bisher vor allem in Polen verbreitet.

Bild: Lino Mirgeler, dpa (Symbolbild)

Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) will die weitere Ausbreitung des Virus verhindern. Deutscher Jagdverband warnt: Schweinepest sei "hochinfektiös".
Die Afrikanische Schweinepest war bisher vor allem in Polen verbreitet.
dpa
10.09.2020 | Stand: 15:42 Uhr

Ein Maßnahmenplan soll nach Angaben von Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest nach dem Fund eines infizierten toten Wildschweins verhindern. Dazu gehörten die Einschränkung des Personen- und Fahrzeugverkehrs innerhalb des betroffenen Gebietes und Absperrungen, sagte Klöckner am Donnerstag in Berlin.

Außerdem gehe es um die Nutzung von Agrarflächen, die Suche nach verendeten Tieren und die Möglichkeit verstärkter Jagd durch Forstbeamte oder Berufsjäger.

Noch ist unklar, ob sich die Schweinepest bereits ausgebreitet hat

Die Tierseuche wurde bei einem Kadaver in Brandenburg im Spree-Neiße-Kreis nachgewiesen. Nun soll möglichst schnell eine weitere Ausbreitung verhindert werden. "Es wird wichtig sein, das infizierte Gebiet möglichst schnell zu identifizieren, um dann entsprechend auch abgrenzen zu können", sagte Thomas Mettenleiter, Chef des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI).

Es müsse analysiert werden, ob der Wildschweinkadaver ein Einzelfall sei oder ob sich die Infektion schon ausgebreitet habe. Das tote Tier habe offensichtlich schon einige Zeit an der Stelle gelegen. Er sei sehr vorsichtig, ob der Fall auf die Ausbreitung in Westpolen im vergangenen Jahr zurückgehe.

Deutscher Jagdverband fordert schnelles Handeln

Der Deutsche Jagdverband hat zuvor ein schnelles Handeln der Behörden gefordert. "Ganz wichtig ist, den Fundort schnellstmöglich zu isolieren", sagte der Verbandssprecher Torsten Reinwald am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Maßnahmen müssten vor Ort eng mit Jägern und Landwirten erarbeitet und umgesetzt werden, um eine Ausbreitung des Virus zu verhindern.

Das Virus sei hochinfektiös, überlebe sogar beim Räuchern von Wurst und bleibe an Holz bis zu 200 Tage haften, sagte Reinwald. Ein infizierter Kadaver könne nur in einem Spezialbehälter abtransportiert werden. Deshalb appellierte Reinwald an alle Beteiligten, verdächtige Tiere auf keinen Fall anzufassen, sondern sofort die Polizei oder die zuständige Veterinärbehörde zu alarmieren.

Vor allem Jäger, Förster und Landwirte seien jetzt zu erhöhter Aufmerksamkeit aufgerufen. Je früher ein Ausbruch erkannt werde, desto größer die Chance, diesen einzudämmen.

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Menschen können das Virus über hunderte Kilometer verschleppen

Unter gewöhnlichen Umständen breite sich die Afrikanische Schweinepest mit maximal 20 Kilometern pro Jahr aus, sagte Reinwald. "Die große Gefahr ist der Mensch." Wenn Menschen in Kontakt mit dem Virus kämen, könnten sie ihn über hunderte Kilometer verschleppen, etwa über Schmutz an den Radkästen von Autos oder an Schuhsohlen und Kleidung.