Tech-Konzern

Amazon weist Vorwürfe gekappter Twitter-Alternative Parler zurück

Seit Montag ist die Twitter-Alternative "Parler" vom Netz. Der Tech-Konzern "Amazon" hatte das soziale Netzwerk den Zugang zu seinen Servern entzogen.

Seit Montag ist die Twitter-Alternative "Parler" vom Netz. Der Tech-Konzern "Amazon" hatte das soziale Netzwerk den Zugang zu seinen Servern entzogen.

Bild: Christophe Gateau, dpa (Symbolbild)

Seit Montag ist die Twitter-Alternative "Parler" vom Netz. Der Tech-Konzern "Amazon" hatte das soziale Netzwerk den Zugang zu seinen Servern entzogen.

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Amazon hat die Twitter-Alternative "Parler" am Montag von seinen Servern geworfen. Das Netzwerk ist vor allem bei Trump-Anhängern beliebt.
Seit Montag ist die Twitter-Alternative "Parler" vom Netz. Der Tech-Konzern "Amazon" hatte das soziale Netzwerk den Zugang zu seinen Servern entzogen.
dpa
13.01.2021 | Stand: 12:05 Uhr

Amazon hat die Entscheidung verteidigt, die bei Trump-Anhängern beliebte Twitter-Alternative "Parler" von seinen Servern zu werfen. Parler ist seit Montag vom Netz, und es ist bisher unklar, ob der Dienst einen neuen Infrastruktur-Dienstleister finden kann. Die Plattform zog vor Gericht mit der Forderung, "Amazon" per einstweiliger Verfügung zur Rücknahme der Kündigung zu zwingen. Der weltgrößte Online-Händler ist auch ein führender Anbieter von Infrastruktur im Netz, auf die viele Start-ups und etablierte Unternehmen zurückgreifen.

Amazon sei berechtigt, den Zugang zu den Servern zu entziehen

Der Tech-Konzern konterte in seiner Antwort auf die Klage, er sei durchaus berechtigt gewesen, Parler den Zugang zu seinen Servern zu entziehen. Der Vertrag habe vorgesehen, dass der Dienst Beiträge mit rechtswidrigen Inhalten wie etwa Aufrufen zu Gewalt, unverzüglich löschen müsse, wenn er von ihnen erfahre. "Parler" habe das wiederholt versäumt.

"Amazon" führte als Beispiel eine Reihe von Beiträgen auf, in denen unter anderem zum "Bürgerkrieg" und der Ermordung von Politiker nach der Übergabe des Präsidentenamts von Donald Trump an Joe Biden am 20. Januar aufgerufen wurde. Firmenchef John Matze habe in Gesprächen mit "Amazon" Anfang Januar eingeräumt, dass der Dienst einen Rückstau von 26.000 unbearbeiteten Hinweisen auf fragwürdige Inhalte habe. Zudem sei Parler genutzt worden, um den Sturm von Trump-Anhängern auf das US-Kapitol in Washington zu organisieren.

Eine Art Twitter, wo alles erlaubt ist

Parler bezeichnete sich als auf Redefreiheit fokussierte Online-Plattform. In der Realität war es eine Art Twitter, wo alles erlaubt ist. Angesichts eines zunehmend härteren Vorgehens von "Twitter" und "Facebook" gegen Gewaltaufrufe und Verschwörungstheorien wanderten schon in den vergangenen Monaten Trump-Anhänger zu "Parler" ab. Der bei "Twitter" und "Facebook" bis auf Weiteres gesperrte Trump verliert mit "Parler" eine weitere Plattform zur direkten Kommunikation.

"Parler" argumentierte in der Klage gegen "Amazon", die Entscheidung des Technologiekonzerns sei politisch motiviert. "Amazon" greife mit seinem Vorgehen in den Wettbewerb zwischen "Parler" und "Twitter" ein und verstoße damit gegen US-Kartellrecht, hieß es weiter. "Amazon" wies auch das zurück und betonte, dass Parler keine Verletzung der Wettbewerbsregeln nachweisen könne.

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