Schockierende Tat

Amokfahrt in Trier: Verdächtiger in U-Haft - bewegendes Gedenken in der Stadt

Trauernde legen am Tag nach der Amokfahrt mit fünf Toten in Trier an der Porta Nigra Kerzen und Blumen nieder. Zahlreiche Menschen gedenken hier der Opfer der Amokfahrt eines 51-jährigen Mannes durch die Innenstadt.

Trauernde legen am Tag nach der Amokfahrt mit fünf Toten in Trier an der Porta Nigra Kerzen und Blumen nieder. Zahlreiche Menschen gedenken hier der Opfer der Amokfahrt eines 51-jährigen Mannes durch die Innenstadt.

Bild: Harald Tittel, dpa

Trauernde legen am Tag nach der Amokfahrt mit fünf Toten in Trier an der Porta Nigra Kerzen und Blumen nieder. Zahlreiche Menschen gedenken hier der Opfer der Amokfahrt eines 51-jährigen Mannes durch die Innenstadt.

Bild: Harald Tittel, dpa

Hunderte Menschen haben der Opfer der Todesfahrt in der Mosel-Stadt gedacht. Unterdesden kommt der mutmaßliche Amokfahrer in Untersuchungshaft.
Trauernde legen am Tag nach der Amokfahrt mit fünf Toten in Trier an der Porta Nigra Kerzen und Blumen nieder. Zahlreiche Menschen gedenken hier der Opfer der Amokfahrt eines 51-jährigen Mannes durch die Innenstadt.
dpa
02.12.2020 | Stand: 15:11 Uhr

Update, 2. Dezember, 15.15 Uhr: Mittlerweile 18 Verletzte bei Amokfahrt von Trier

Bei der Amokfahrt mit einem Auto in der Trierer Innenstadt vom Dienstag hat sich die Zahl der Verletzten auf 18 erhöht. Darunter seien sechs Schwerverletzte, teilte der Leitende Oberstaatsanwalt in Trier, Peter Fritzen, am Mittwoch mit. Zudem gebe es weiterhin fünf Todesopfer. Am Dienstagabend war von 14 Verletzten die Rede gewesen. Inzwischen habe es noch Nachmeldungen gegeben. "18 Verletzte ist der aktuellste Stand", sagte Fritzen.

Gegen den mutmaßlichen Täter erging am Mittwoch Haftbefehl wegen des dringenden Tatverdachts des Mordes in fünf Fällen sowie des versuchten Mordes und der gefährlichen Körperverletzung in 18 weiteren Fällen. Nach bisherigen Erkenntnissen steuerte der 51-jährige Deutsche aus dem Kreis Trier-Saarburg am Dienstag betrunken einen PS-starken Sportgeländewagen gezielt in Menschen in der Fußgängerzone von Trier.

Update, 2. Dezember, 14.10 Uhr: Verdächtiger kommt nach Amokfahrt in Trier in Untersuchungshaft

Nach der tödlichen Amokfahrt mit einem Auto in der Trierer Innenstadt kommt der dringend tatverdächtige Mann in Untersuchungshaft. Das teilte ein Polizeisprecher am Mittwoch mit. Wegen Hinweisen auf eine mögliche psychische Erkrankung war auch die Unterbringung in einer geschlossenen psychiatrischen Einrichtung infrage gekommen.

Update, 2. Dezember 12.30 Uhr: Zahlreiche Kerzen und Blumen an dem früheren römischen Stadttor erinnerten am Mittwoch an die 5 Toten und 14 Verletzten. "Trier trauert, Trier leidet, Trier resigniert aber nicht", sagte Oberbürgermeister Wolfram Leibe.

Gemeinsam mit der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer legte er Kränze nieder. "Wir trauern mit den Angehörigen der Toten, und wir beten für die Verletzten", sagte Dreyer. "Ein Leben lang werden sie die Folgen tragen müssen dieser vier tödlichen Minuten." Die Regierungschefin, die selbst in Trier wohnt, sprach von einem traurigen Tag.

"Eine Nacht hat nicht geholfen. Keiner von uns hat sich jemals vorstellen können, dass so etwas hier passieren könnte." Kein Wort könne das Leid der Betroffenen lindern, sagte die SPD-Politikerin. "Nichts, wirklich gar nichts kann diese brutale und schreckliche Tat rechtfertigen."

Oberbürgermeister Leibe sagte, die Rettungskräfte seien an die Grenze dessen gekommen, "was man Menschen zumuten kann". Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier habe ihm telefonisch zugesichert, dass er mit der Stadt fühle. Leibe kündigte an, dass die Stadt an diesem Donnerstag um 13.46 Uhr noch einmal an alle Opfer erinnern wolle.

Dann sollen auch die Kirchenglocken läuten, sagte der SPD-Politiker. 13.46 Uhr war der Zeitpunkt, an dem die Amokfahrt begann. Am Ende des Gedenkens zeigten viele Menschen ihre Anteilnahme mit Applaus.

Update, 2. Dezember, 10 Uhr: Minister: Auto als Waffe schwer zu verhindern

Eine Amokfahrt wie in der Trierer Innenstadt lässt sich nach Einschätzung des rheinland-pfälzischen Innenministers Roger Lewentz nur schwer verhindern. "Wenn das Auto zur Mordwaffe wird, dann ist es schwierig zu sagen als Staat, das können wir zu 100 Prozent unterbinden. Nein, das können wir nicht", sagte der SPD-Politiker am Mittwoch in einem Interview im Deutschlandfunk. "Wie wollen Sie etwas verhindern, wenn ein Mensch sich entscheidet, sich ins Auto zu setzen und gezielt Menschen anzugreifen."

Nach bisherigen Ermittlungen hatte ein Mann mit einem PS-starken Geländewagen am Dienstag in Trier gezielt Menschen in der Fußgängerzone überfahren. Fünf Menschen starben, darunter ein neun Wochen altes Baby und sein Vater. 14 Menschen wurden verletzt. Der dringend Tatverdächtige soll am (heutigen) Mittwoch dem Haftrichter vorgeführt werden. Der Staatsanwaltschaft zufolge gibt es Hinweise auf eine mögliche psychische Erkrankung bei dem 51-Jährigen.

Update, 2. Dezember, 8 Uhr: Mutmaßlicher Amokfahrer von Trier spricht mit Polizei

Nach der Amokfahrt in der Trierer Innenstadt mit fünf Toten hat der dringend Tatverdächtige laut Polizei ausgesagt. "Er spricht mit uns", teilte ein Polizeisprecher am Mittwochmorgen mit. Zu den Inhalten der Aussage könne man aber keine Angaben machen. Der 51-Jährige sollte demnach am Vormittag einem Haftrichter vorgeführt werden.

Nach ersten Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft gibt es Hinweise auf eine mögliche psychische Erkrankung des Mannes. Die Justizbehörde muss daher noch entscheiden, ob sie Untersuchungshaft beantragt oder die Unterbringung in einer geschlossenen psychiatrischen Einrichtung.

Polizei richtet Hinweisportal für Videos ein

Ein eigens eingerichtetes Hinweistelefon sei mittlerweile wieder abgeschaltet worden, Zeugen könnten sich aber unter einer anderen Nummer bei der Polizei melden. Zudem bat die Polizei die Menschen, Fotos und Videos nicht in den Sozialen Medien zu teilen sondern in einem dafür eingerichteten Hinweisportal hochzuladen.

Nach den bisherigen Ermittlungen hatte der Mann mit einem PS-starken Geländewagen am Dienstagnachmittag gezielt Menschen in der Trierer Fußgängerzone überfahren. Fünf Menschen starben, darunter ein neun Wochen altes Baby. 14 Menschen wurden verletzt. Rund vier Minuten nach dem ersten Notruf konnten Polizisten den Autofahrer festnehmen.

Die Tat eines 51-Jährigen aus dem Kreis Trier-Saarburg wird von der Staatsanwaltschaft Trier als mehrfacher Mord, Mordversuch und gefährliche Körperverletzung eingestuft. Nach derzeitigem Ermittlungsstand liegen Polizeiangaben zufolge keine Hinweise auf politische oder religiöse Motive des in Trier geborenen Mannes vor. Auch gebe es keinen weiteren Tatort oder Hinweise auf Mittäter oder Komplizen des Festgenommenen. Der Verdächtige ist Deutscher, er war zur Tatzeit betrunken, bei ihm wurden 1,4 Promille festgestellt.