Mordanschlag Peter R. de Vries

Nach Mordanschlag auf niederländischen Reporter sind Drohungen bei Fernsehsender eingegangen

Wenige Tage nach dem Mordanschlag auf den niederländischen Kriminalreporter de Vries ist am Samstag eine Fernsehsendung wegen Drohungen abgesagt worden.

Wenige Tage nach dem Mordanschlag auf den niederländischen Kriminalreporter de Vries ist am Samstag eine Fernsehsendung wegen Drohungen abgesagt worden.

Bild: Evert Elzinga, dpa

Wenige Tage nach dem Mordanschlag auf den niederländischen Kriminalreporter de Vries ist am Samstag eine Fernsehsendung wegen Drohungen abgesagt worden.

Bild: Evert Elzinga, dpa

Erst ein Mordanschlag, dann Drohungen gegen ein Fernsehstudio. Ein Anwalt wirft die Frage auf, ob niederländische Medien von der Armee beschützt werden sollten.
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dpa
11.07.2021 | Stand: 16:02 Uhr

Wenige Tage nach dem Mordanschlag auf den niederländischen Kriminalreporter Peter R. de Vries ist in Amsterdam eine Fernsehsendung wegen Drohungen abgesagt worden.

Das Studio im Zentrum der niederländischen Hauptstadt sei am Samstag aus Sicherheitsgründen geräumt worden, teilte der Sender RTL mit. De Vries war am Dienstagabend vor dem Studio auf offener Straße niedergeschossen und lebensgefährlich verletzt worden, nachdem er in der Live-Sendung "RTL Boulevard" aufgetreten war.

Ernstzunehmende Drohung gegen die Sendung

Ein Behördensprecher erklärte, es sei eine ernstzunehmende Drohung gegen die Sendung eingegangen. Justizminister Ferd Grapperhaus sagte, es seien "sichtbare und auch unsichtbare Maßnahmen" ergriffen worden. Einzelheiten wurden nicht genannt.

Der mit De Vries befreundete Rechtsanwalt Peter C. Schouten, schrieb in einer Reaktion auf Twitter: "Vielleicht wird es Zeit, Einheiten der Armee oder der Königlichen Gendarmerie einzusetzen, um Medienunternehmen vor Psychoterror zu schützen." Der Anwalt steht in einem großangelegten Prozess gegen eine Drogenbande dem Kronzeugen bei, den De Vries bislang als Vertrauensperson beriet.

Reporter De Vries noch in kritischem Zustand

Zum Gesundheitszustand des Reporters hieß es in Medienberichten, er sei weiterhin kritisch. Derweil bekam dessen Sohn Royce de Vries nach der Veröffentlichung eines älteren Familienfoto, das ihn mit seinem Vater zeigt, großen Zuspruch: Tausende Menschen markierten das am Samstag auf Twitter veröffentlichte Bild mit "Gefällt mir". Bereits einen Tag danach stand der Zähler auf rund 36.000 Likes, zudem wurde das Foto mehr als eintausend Mal weitergeleitet.

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Kurz nach dem Anschlag waren zwei Männer festgenommen worden. Ein 21-jähriger Rotterdamer soll der Schütze sein. Ein 35 Jahre alter Pole mit Wohnsitz im Dorf Maurik im Südosten der Niederlande soll das Fluchtauto gefahren haben. Die Untersuchungshaft der beiden Tatverdächtigen wurde am Freitag um zunächst zwei Wochen verlängert.

Die Polizei nannte bislang keine Einzelheiten über Hintergründe oder Motive des Anschlags. Weithin wird in den Niederlanden das organisierte Verbrechen dafür verantwortlich gemacht.

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