"Operation Tinfoil"

"Anonymous"-Hacker kapern Webseiten und Telegram-Gruppen von Attila Hildmann

Attila Hildmann, Verschwörungsprediger und Vegan-Koch, ist ins Visier der Hacker von "Anonymous" geraten. Die haben mehrere seiner Kanäle und Webseiten übernommen.

Attila Hildmann, Verschwörungsprediger und Vegan-Koch, ist ins Visier der Hacker von "Anonymous" geraten. Die haben mehrere seiner Kanäle und Webseiten übernommen.

Bild: Christoph Soeder

Attila Hildmann, Verschwörungsprediger und Vegan-Koch, ist ins Visier der Hacker von "Anonymous" geraten. Die haben mehrere seiner Kanäle und Webseiten übernommen.

Bild: Christoph Soeder

Attila Hildmann, Verschwörungsprediger und Vegan-Koch, ist ins Visier der "Anonymous"-Hacker geraten. Die haben seine Webseiten übernommen und Daten erbeutet.
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Von Allgäuer Zeitung
13.09.2021 | Stand: 16:25 Uhr

Schwerer Schlag für Verschwörungsprediger Attila Hildmann: Mitglieder des Hacker-Kollektivs "Anonymous" haben am Montag mehrere seiner Telegram-Kanäle sowie Webseiten des früheren Vegan-Kochs übernommen.

Auf der offiziellen Webseite von Hildmann, wo sonst seine veganen Kochbücher beworben werden, wurde am Montag unter der Überschrift "Operation Tinfoil" (Operation Alufolie) und "Operation LonelyWolf (Operation Einsamer Wolf) die bekannte "Anonymous"-Maske angezeigt. Dazu veröffentlichten der oder die Hacker ein Video. "Hallo Deutschland, hallo Attila Hildmann", sagt darin eine Computerstimme. Attila habe Anonymous-Aktivisten weltweit gegen sich aufgebracht - die hätten nun zum Gegenschlag ausgeholt.

So sah die offizielle Websweite von Attila Hildmann am Montagvormittag aus.
So sah die offizielle Websweite von Attila Hildmann am Montagvormittag aus.
Bild: Screenshot/AZ

Einem Blog-Beitrag auf anonleaks zufolge sind den Hackern neben Hildmanns Telegram-Kanälen und -Gruppen und Webseiten auch persönliche Mails, Notizen, und Daten von Kunden in die Hände gefallen. Dies sei durch einen Insider möglich geworden, der sich von Hildmann abgewendet hatte. "Insgesamt konnten Anons so an die 100.000 Mails im Live-Betrieb aus Attilas Postfächern saugen", heißt es in dem Blogeintrag. Man kenne Lieferanten von Hildmann, sowie seine Anwaltskorrespondenz. Durch die Aktion "wurden die meisten Seiten mit Bezug zu Attila Klaus Peter Hildmann vom Netz genommen, die Mails von Attila werden auf unseren Server umgeleitet", so die Aktivisten.

"Anonymous" behauptet, die Daten gäben einen tiefen Einblick in die Welt des Holocaust-Leugners. In den kommenden Tagen würden Details veröffentlicht werden, damit die Presse und Strafverfolgungsbehörden sie auswerten könnten. In dem Datenpool soll sich demnach auch das Grundrezept des veganen Energydrinks "Daisho" befinden, den Hildmann entwickelt und vermarktet hat. Zu den Internet-Seiten, die nun von "Anonymous" kontrolliert werden, gehört auch Hildmanns Online-Shop.

Attila Hildmann wurde als Vegan-Koch bekannt

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Attila Hildmann war vor einigen Jahren als Vegan-Koch bekannt und erfolgreich geworden. Inzwischen verbreitet er über verschiedene Kanäle, etwa über Telegram, Verschwörungserzählungen und Hetze gegen Juden.

Als Konsequenz aus seiner zunehmenden Radikalisierung warfen etliche Händler Hildmanns Produkte aus ihrem Sortiment, darunter auch Amazon und Lieferando.

Die Berliner Staatsanwaltschaft fahndet nach Attila Hildmann wegen des Verdachts auf Volksverhetzung und Verdachts der öffentlichen Aufforderung zu Straftaten und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte. Die Ermittler gehen davon aus, dass sich der 40-Jährige in der Türkei versteckt. Hildmann hat die deutsche und die türkische Staatsangehörigkeit.

In dem Bekenner-Beitrag schreibt "Anonymous" auf der Internetseite anonleaks.net zudem, das Kollektiv sei im Besitz von Bildern, die den Vorwurf untermauern würden, dass der Haftbefehl gegen Hildmann aus der Berliner Justiz durchgestochen worden sei. Die Berliner Staatsanwaltschaft hatte im Mai 2021 mitgeteilt, dass gegen Unbekannt wegen Verletzung von Dienstgeheimnissen ermittelt werde. Es werde vermutet, dass Informationen über einen Haftbefehl gegen Hildmann aus den eigenen Reihen unzulässig weitergereicht wurden.