270 in einer Nacht

Aufnahmezentrum überfüllt: Immer mehr Migranten landen auf italienischer Insel Lampedusa

Die Situation auf Lampedusa hat sich innerhalb kürzester Zeit zugespitzt: In nur einer Nacht sind auf der Mittelmeerinsel 270 Migranten mit Booten angekommen.

Die Situation auf Lampedusa hat sich innerhalb kürzester Zeit zugespitzt: In nur einer Nacht sind auf der Mittelmeerinsel 270 Migranten mit Booten angekommen.

Bild: Gareth Fuller/dpa (Symbolbild)

Die Situation auf Lampedusa hat sich innerhalb kürzester Zeit zugespitzt: In nur einer Nacht sind auf der Mittelmeerinsel 270 Migranten mit Booten angekommen.

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Auf der Mittelmeerinsel Lampedusa sind allein in einer Nacht 270 Migranten mit Booten angekommen. Doch das Aufnahmezentrum dort ist bereits überfüllt.
Die Situation auf Lampedusa hat sich innerhalb kürzester Zeit zugespitzt: In nur einer Nacht sind auf der Mittelmeerinsel 270 Migranten mit Booten angekommen.
dpa
21.08.2020 | Stand: 15:20 Uhr

Die italienische Mittelmeerinsel Lampedusa verzeichnet eine steigende Anzahl Bootsmigranten aus Nordafrika. Mehr als 270 Menschen kamen nach Angaben der Nachrichtenagentur Ansa allein in der Nacht zum Freitag in mehreren Booten an. Damit sei die Zahl der Migranten auf der etwa 20 Quadratkilometer großen Insel auf rund 1.400 gestiegen.

Aufnahmezentrum auf Lampedusa überfüllt

Bereits vor der Ankunft der neuen Migranten hatte das einzige Aufnahmezentrum auf Lampedusa - das offiziell 95 Menschen aufnehmen kann - mit Überfüllung und Gesundheitsproblemen zu kämpfen.

Am Donnerstag seien etwa 40 Tunesier aus dem Aufnahmezentrum geflohen, berichtete Ansa. Sie hätten keine Masken zum Schutz gegen Corona getragen und damit Proteste von Anwohnern ausgelöst.

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Bürgermeister fordert Übersiedlung von Migranten auf Sizilien

Lampedusas Bürgermeister Totò Martello hatte am Donnerstag in einem offenen Brief an den Ministerpräsidenten Giuseppe Conte die Regierung zum Handeln aufgerufen. "Ministerpräsident Conte, wie lange glauben Sie, kann die Geduld der Bevölkerung von Lampedusa noch andauern", schrieb Martello und forderte unter anderem die Übersiedlung von Migranten auf die Insel Sizilien.

Sprunghafter Anstieg an Bootsmigranten

In Italien ist die Anzahl der Bootsmigranten vor allem aus Tunesien sprunghaft gestiegen. Zwischen dem 1. Januar und dem 18. August kamen laut italienischem Innenministerium rund 16.450 Menschen an, während es im gleichen Zeitraum des Jahres 2019 nur etwa 4.360 waren.

Der rechte Oppositionsführer Matteo Salvini macht die Bootsmigranten für einen Anstieg der Coronavirus-Infektionen verantwortlich. Gesundheitsexperten sagen aber, dass nur ein kleiner Teil der neuen Fälle mit Migranten zusammenhängt.