Brauchtum

Bedeutung und Geschichte: Warum feiern wir eigentlich Muttertag?

Muttertag zu feiern ist auch 2020 guter Brauch in vielen Familien. Mütter bekommen das Frühstück ans Bett, bekommen Blumen geschenkt, oder die Kinder basteln kleine Präsente. Aber woher kommt dieser Brauch eigentlich?

Muttertag zu feiern ist auch 2020 guter Brauch in vielen Familien. Mütter bekommen das Frühstück ans Bett, bekommen Blumen geschenkt, oder die Kinder basteln kleine Präsente. Aber woher kommt dieser Brauch eigentlich?

Bild: Karl-Josef Hildenbrand, dpa

Muttertag zu feiern ist auch 2020 guter Brauch in vielen Familien. Mütter bekommen das Frühstück ans Bett, bekommen Blumen geschenkt, oder die Kinder basteln kleine Präsente. Aber woher kommt dieser Brauch eigentlich?

Bild: Karl-Josef Hildenbrand, dpa

Muttertag 2020 - das bedeutet in vielen Familien Blumen und kleine Geschenke. Aber woher kommt eigentlich der Brauch, Muttertag zu feiern?

Von Redaktion Allgäuer Zeitung
08.05.2020 | Stand: 15:52 Uhr

Muttertag zu feiern ist auch 2020 guter Brauch in vielen Familien. Mütter bekommen das Frühstück ans Bett, bekommen Blumen geschenkt, oder die Kinder basteln kleine Präsente. Aber woher kommt dieser Brauch eigentlich? Welche Bedeutung hat der Tag und welchen Ursprung? Die Antworten.

Seit wann gibt es Muttertag?

Der Muttertag geht auf die US-Frauenrechtlerin Julia W. Howe zurück, die im Jahr 1872 erstmals einen offiziellen Feiertag für Frauen forderte. Später trat ihre Tochter Ann Marie Reeves Jarvis in Howes Fußstapfen und kämpfte für einen Feiertagen zu Ehren der Mütter. Ihr Engagement wurde belohnt. US-Präsident Woodrow Wilson führte 1914 auf Wunsch des Kongresses den zweiten Sonntag im Mai als nationalen Ehrentag für Mütter ein.

Wo hat der Muttertag seinen geschichtlichen Ursprung? 

Die ganz frühen Ursprünge der Mütterverehrung liegen allerdings in der Antike. Bei ihren Frühlingsfesten huldigten die alten Griechen zum Beispiel Rhea, der Göttin der Erde und der Fruchtbarkeit. Britische Historiker berichten vom "Mothering Day", dessen Tradition, zunächst "Mutter Kirche" gewidmet, im Mittelalter begann. Später durften an diesem Tag im Frühling vor allem Kinder im Dienste wohlhabender Familien zu ihren Müttern zurückkehren. Als kleines Geschenk brachten sie ihnen unterwegs gepflückte Blumen mit.

Welche Geschichte hat der Muttertag in Deutschland?

Den ersten deutschen Muttertag gab es 1923, organisiert vom "Verband Deutscher Blumengeschäftsinhaber". Im Nationalsozialismus wurde die Feier des Muttertags mit der Ideologie und den Propagandazielen der Nazis verknüpft. Besonders kinderreiche Mütter wurden als Heldinnen des Volkes gefeiert - mit offen rassistischer Begründung. 1933 wurde der Muttertag zum öffentlichen Feiertag erklärt und erstmals am 3. Maisonntag 1934 als „Gedenk- und Ehrentag der deutschen Mütter“ begangen. 1938 wurde zusätzlich das Ehrenkreuz der Deutschen Mutter eingeführt, das am Muttertag am 21. Mai 1939 erstmals verliehen wurde.

So wie wir ihn heute kennen, gibt es den Muttertag in Deutschland seit rund 70 Jahren.

Welche Geschenke sind an Muttertag besonders beliebt?

Die Liste der beliebtesten Muttertags-Geschenke hat sich in den vergangenen Jahren wenig verändert. Gerne geschenkt werden

  • Blumen
  • Selbstgebasteltes
  • Parfüm

Muttertag ist für Blumenhändler wie Ostern für die Hersteller von Schokohasen. Zu keinem anderen Anlass im Jahr werden mehr Blumen verkauft, da ist sich die Branche ziemlich einig. Doch wie schon Ostern fällt auch der Muttertag 2020 in eine außergewöhnliche Zeit. Zum Schutz vor Corona dürften viele Menschen ihre Mutter am Sonntag nicht wie sonst persönlich besuchen. Dafür verzeichnen die Blumen-Lieferdienste dieses Jahr einen regelrechten Boom. 

Geschäftspotenzial hat der Muttertag allerdings schon immer. Eine Umfrage von 2019 ergab, dass die deutschen Verbraucher letztes Jahr 850 Millionen Euro für Muttertagsgeschenke ausgaben.