Tragisches Bergunglück in Tirol

Bergretter finden Tourengeher tot unter Lawine am Großvenediger in Tirol

Am Großvenediger in Tirol haben die Rettungskräfte nach einem seit Samstag vermissten Tourengeher gesucht.

Am Großvenediger in Tirol haben die Rettungskräfte nach einem seit Samstag vermissten Tourengeher gesucht.

Bild: Johann Groder, dpa (Archivbild)

Am Großvenediger in Tirol haben die Rettungskräfte nach einem seit Samstag vermissten Tourengeher gesucht.

Bild: Johann Groder, dpa (Archivbild)

Eine Suchaktion am Großvenediger in Tirol hat am Dienstag ein trauriges Ende genommen: Die Bergretter konnten einen 57-jährigen Tourengeher nur noch tot bergen.
14.10.2020 | Stand: 13:06 Uhr

Österreichische Bergretter haben am Dienstag einen vermissten Tourengeher am Berg Großvenediger in Tirol tot aufgefunden. Das berichtete die Tiroler Tageszeitung am Dienstag. Der 57-Jährige, der wohl selbst Bergretter war, konnte nur noch tot aus einem Lawinenkegel in der Südwand geborgen werden. Der Mann war im Bereich des Gipfelgrades von einem Schneebrett erfasst und etwa 350 Meter über die Westwand mitgerissen worden.

Aufstiegsspuren des Mannes entdeckt

Der Einheimische hatte am Samstag eine Skitour zum Gipfel unternommen, von der er nicht zurückkehrte. Zwei Zeugen sollen ihn beim Aufstieg gesehen haben. Wie die Tiroler Tageszeitung berichtet, machten sich die Bergretter noch am selben Abend auf den Weg zum Gipfel, wo sie gegen zwei Uhr nachts die Aufstiegsspuren des Mannes entdeckten. Außerdem gab es Hinweise auf eine Lawine, die in der Südwand abgegangen war.

Am Sonntagmorgen kehrten die Retter bei schlechten Wetterbedingungen ins Tal zurück. Mit dem Notarzthubschrauber Christophorus 7 unternahmen sie wenige Stunden später einen ersten Erkundungsversuch. Wegen starken Windes, Schneefalls und Nebels mussten sie die Aktion jedoch abbrechen.

Recco-Signal des Vermissten geortet

Auch am Montag mussten die Einsatzkräfte die Suche abbrechen. Bei Tagesanbruch flog der Polizeihubschrauber Libelle los und konnte den Lawinenkegel ausmachen. Dort wurde zudem ein Recco-Signal des Vermissten geortet. Bei Sturmböen mit Geschwindigkeiten von über 100 Stundenkilometern mussten die Retter aber wieder umkehren.

Am Dienstag konnten sie ihren Einsatz fortsetzen. Zu Fuß machten sich die Bergretter auf den Weg zur Unfallstelle und auch der Hubschrauber konnte wieder fliegen. Die Leiche des Mannes wurde schließlich an der bereits vermuteten Unfallstelle gefunden und geborgen.

Insgesamt waren 87 Personen der Bergrettungsortsstellen Prägraten, Virgen, Matrei, Kals, Neukirchen sowie die Alpinpolizei, Bergrettungsärzte, Hundeführer, die Feuerwehr Prägraten und das Kriseninterventionsteam im Einsatz.

Anfang Oktober war bereits eine 82-Jährige in Tirol tot aufgefunden worden. Die Urlauberin wurde tot im Gaisbach nahe der Ehrwalder Almbahn entdeckt.

Was Skitourengeher in diesem Winter speziell im Allgäu beachten sollten, lesen Sie im Interview mit dem Leiter der bayerischen Lawinenwarnzentrale, Dr. Thomas Feistl.