Corona in Österreich

Corona: Österreich ab Dienstag für drei Wochen im Lockdown

Trotz Teil-Lockdown kommen in Österreich immer mehr Intensivstationen wegen Corona-Patienten an ihre Grenzen. Jetzt hat Bundeskanzler Sebastian Kurz die Regeln noch einmal verschärft.

Trotz Teil-Lockdown kommen in Österreich immer mehr Intensivstationen wegen Corona-Patienten an ihre Grenzen. Jetzt hat Bundeskanzler Sebastian Kurz die Regeln noch einmal verschärft.

Bild: Hans Punz, dpa

Trotz Teil-Lockdown kommen in Österreich immer mehr Intensivstationen wegen Corona-Patienten an ihre Grenzen. Jetzt hat Bundeskanzler Sebastian Kurz die Regeln noch einmal verschärft.

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Trotz Teil-Lockdown kommen in Österreich immer mehr Intensivstationen an ihre Grenzen. Jetzt verschärft Kanzler Kurz die Corona-Regeln weiter.
14.11.2020 | Stand: 17:03 Uhr

Österreich geht am Dienstag zum zweiten Mal in der Corona-Krise für drei Wochen in den sogenannten Lockdown. Die Regierung um Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) verkündete die Maßnahmen am Samstag bei einer Pressekonferenz in Wien. Der seit fast zwei Wochen geltende Teil-Lockdown in der Corona-Krise wird ausgeweitet.

  • Geschäfte und Schulen müssen schließen
  • das Verlassen des privaten Wohnraums ist nur aus triftigen Gründen wie Grundbedürfnissen, der Arbeit, der Hilfe etwa für Angehörige und zur Erholung im Freien erlaubt.

"Auch wenn sich niemand einen zweiten Lockdown wünscht, so ist der zweite Lockdown das einzige Mittel, von dem wir verlässlich wissen, dass es funktioniert", sagte Kurz. Die Beschränkungen gelten ab Dienstag, 0.00 Uhr, und bis zum 6. Dezember. Die Ausgangsregeln müssen alle zehn Tage vom Hauptausschuss des Parlaments neu genehmigt werden.

  • Offen bleiben Geschäfte für die Deckung des täglichen Bedarfs, etwa Supermärkte, Drogerien, Apotheken und Banken.
  • Schulen stellen auf Fernunterricht um und bieten wie auch Kindergärten Betreuung bei Bedarf.
  • Private Treffen sind auf einzelne engste Angehörige oder Bezugspersonen beschränkt.
"Meine eindringliche Bitte für die nächsten Wochen ist: Treffen sie niemanden! Jeder soziale Kontakt ist einer zu viel", sagte Kurz. Das Ziel sei, am 7. Dezember Schulen und Handel wieder öffnen zu können.

Seit dem 3. November gilt in Österreich ein sogenannter Teil-Lockdown. Dieser besagt:

  • Gastronomie, Tourismus, Kulturbetrieb und Freizeiteinrichtungen sind zum allergrößten Teil geschlossen.
  • Der Handel, Dienstleister und Schulen mit Ausnahme der Oberstufe blieben zunächst geöffnet - "vorerst", wie Kurz damals betont hatte.
  • Zudem gelten Ausgangsbeschränkungen von 20 bis 6 Uhr, die das Verlassen des "eigenen privaten Wohnraums" nur etwa für Grundbedürfnisse sowie zur Erholung im Freien zulassen.

Die Infektionszahlen stiegen seit Einführung der Maßnahmen allerdings so gut wie ungebremst weiter. Der Schnitt von Neuansteckungen in den vergangenen sieben Tagen lag am Freitag österreichweit bei 554,2 Fällen pro 100.000 Einwohner, regional aber bei bis zu 850.

Eine Tafel mit der Aufschrift
Eine Tafel mit der Aufschrift "Danke bis bald" steht vor einem geschlossenen Gastronomiebetrieb. Österreichs Regierung plant eine Verschärfung des seit fast zwei Wochen geltenden Teil-Lockdowns in der Corona-Krise.
Bild: Fotokerschi.At / Bayer, dpa

Intensivstationen in Vorarlberg und Oberösterreich stoßen an ihre Grenzen

Am Freitag lagen 3.922 Covid-19-Erkrankte im Krankenhaus, 567 von ihnen in Intensivbetten - ein zunehmend kritischer Wert für das österreichische Gesundheitssystem.

In den aktuell am stärksten betroffenen Ländern Vorarlberg und Oberösterreich kommen Intensivstationen schon an ihre Grenzen. Von den Vorarlberger Krankenhäusern hieß es am Freitag, man konzentriere sich nur noch auf Notfallmedizin und die Versorgung von Covid-19-Patienten, eine Triage - Auswahl von Patienten - in den kommenden Tagen sei nicht auszuschließen.

Von 63 Intensivbetten seien 46 belegt, 35 davon mit Covid-19-Patienten. Auch andere Teile Österreichs verschieben mittlerweile nicht unbedingt nötige oder dringende Operationen.

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