Bundesweite Corona-Verstöße

Corona-Verstöße: Frau feiert Party gegenüber von Polizeiinspektion - Diese Fälle sorgen für Schlagzeilen

Immer wieder sprengt die Polizei bundesweit Corona-Partys. In Forchheim fand die Party gegenüber der Polizeiinspektion statt.

Immer wieder sprengt die Polizei bundesweit Corona-Partys. In Forchheim fand die Party gegenüber der Polizeiinspektion statt.

Bild: Symbolfoto, picture alliance/dpa | Arne Dedert

Immer wieder sprengt die Polizei bundesweit Corona-Partys. In Forchheim fand die Party gegenüber der Polizeiinspektion statt.

Bild: Symbolfoto, picture alliance/dpa | Arne Dedert

Immer sorgen Corona-Verstöße bundesweit für Schlagzeilen. Wir dokumentieren Fälle, die für Verwunderung und teils auch für Kopfschütteln sorgen.
Immer wieder sprengt die Polizei bundesweit Corona-Partys. In Forchheim fand die Party gegenüber der Polizeiinspektion statt.
Von Allgäuer Zeitung
25.01.2021 | Stand: 15:07 Uhr

Immer wieder sorgen die Corona-Regeln für Unmut und es wird sogar gegen sie verstoßen. Manchmal unabsichtlich, meistens aber mit vollem Wissen. Umso mehr wundert sich die Polizei, die weiß Gott besseres zu tun hätte, mit welchen Fällen sie Tag für Tag konfrontiert wird. Wir zeigen Fälle auf, die für Schlagzeilen sorgten.

  • Gleich zwei illegale Pokerrunden an einem Abend hat die Polizei in Aschaffenburg aufgelöst. Zunächst trafen Beamte im Lager einer Firma 7 Männer zwischen 24 und 56 Jahren beim Glücksspiel an, wie die Polizei am Montag mitteilte. Später am Samstagabend kamen die Aschaffenburger Polizisten noch einer weiteren illegalen Pokerrunde auf die Spur. Hier hatten sich 9 Männer zwischen 22 und 35 Jahren in einer Gaststätte versammelt. Bei beiden Einsätzen stellte die Polizei laut dpa neben Spielutensilien und Glücksspielautomaten auch insgesamt über 10 000 Euro Bargeld sicher. Alle Mitspieler wurden wegen Verstößen gegen das Infektionsschutzgesetz angezeigt.
  • Ihren 28. Geburtstag hat eine Frau in Oberfranken trotz der geltenden Corona-Regeln mit mehreren Gästen gefeiert - direkt gegenüber der Polizeiinspektion. Die Veranstalterin der Party in Forchheim und ihre acht Gäste erwarte nun eine Anzeige wegen Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz, teilte die Polizei am Montag mit. Die Beamten wurden am Sonntagabend durch die Beschwerde einer Nachbarin auf die Feier aufmerksam. Gefeiert wurde in der Wohnung der 28-Jährigen, die in einem Mehrfamilienhaus lebt.

  • Wegen des Verstoßes gegen die Corona-Kontaktbeschränkungen hat die Polizei im niedersächsischen Wagenfeld am Sonntag eine Veranstaltung mit rund 60 Personen aufgelöst. Die Gruppe hatte sich in einer Wohnung versammelt und auf mehrere Zimmer verteilt, wie die Polizei am Montag mitteilte. Der 30-jährige Mieter habe angegeben, dass es sich um eine religiöse Veranstaltung einer christlichen bulgarischen Kirchengemeinde handle. Allerdings habe er kein Hygienekonzept vorweisen können.

    Die Anwesenden, darunter auch Kinder, hätten zudem keine Mund- Nase-Bedeckung getragen und auch keinen Mindestabstand eingehalten. Die Beamten sprachen Platzverweise aus und zeigten alle Besucher wegen Ordnungswidrigkeiten an.

  • In Bösel (Niedersachen) überprüften Beamte vergangene Woche nach einem Hinweis ein Bordell. Sie fanden vier Menschen im Alter von 22 bis 32 Jahren aus verschiedenen Haushalten. Gegen alle vier wurden Verfahren eingeleitet.
  • Ebenfalls in Niedersachsen nämlich in einem Hotel in Soltau (Landkreis Heidekreis) sorgte eine Pokerrunde für einen Polizeieinsatz. Mehr als 20 Menschen hatten sich zu einer Poker-Runde getroffen, bei der es auch Bewirtung und Ausschank gab, wie die Polizei. Die überwiegend männlichen Teilnehmer waren laut NDR alle im Alter von circa 30 Jahren. Gegen sie wurden Verfahren wegen des Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz eingeleitet und Platzverweise ausgesprochen.
  • Eine Party mit 23 Männern und Frauen hat die Polizei am Wochenende in einem coronabedingt geschlossenen Ausflugslokal am Essener Baldeneysee aufgelöst. Darunter soll auch ein Fußball-Profi gewesen sein.

Zuletzt hatten immer wieder Verstöße gegen die Corona-Auflagen bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Zum Beispiel ein Kindergeburtstag in Hameln (Niedersachsen) mit 30 Personen, die sich beim Eintreffen der Polizei dann teils in Schränken und im Bad versteckten. Auch im Allgäu musste die Polizei mehrmals einschreiten. Zuletzt in der Nacht zum Sonntag bei einer in der Corona-Krise illegalen Party von acht junge Menschen im Alter von 16 bis 19 Jahren in Kempten. Laut Angaben der Polizei verhielten sich die Jugendlichen allesamt uneinsichtig hinsichtlich der aktuell geltenden Corona-Regeln.

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Geradezu dramatisch endete indes eine illegale Party in München.

Beim Eintreffen der Polizei flüchtete eine Teilnehmerin aufs Dach - und stürzte ab. Die 24-Jährige fiel aus etwa vier Metern Höhe auf ein Kiesbett, wo sie stehend aufkam, wie die Polizei am Sonntag mitteilte. Sie war ansprechbar und wurde per Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht.

Die Polizei war in der Nacht auf Sonntag verständigt worden, weil sich Anwohner über eine laute Party mit mehreren Gästen in einer Wohnung in der Maxvorstadt beschwerten. Mehrere Streifen machten sich auf den Weg. In der Wohnung trafen die Polizisten zunächst zwei Frauen und zwei Männer an, die den Angaben zufolge 23 bis 25 Jahre alt sind.

So weit, so gut.

Doch dann fiel den Beamten ein Fenster auf, das offen stand.

Sie bemerkten, dass sich auf dem Dach eines Rückgebäudes zwei weitere Personen befanden: Eine Frau (24) und ein Mann (32). Die beiden wurden aufgefordert, über eine Feuerleiter das Dach zu verlassen. Die 24-Jährige habe aber versucht, in die Wohnung zurück zu klettern - und sei dabei abgestürzt, hieß es.

Alle sechs Party-Teilnehmer wurden wegen Verstößen gegen das Infektionsschutzgesetz angezeigt. Zudem gibt es eine Anzeige wegen Ruhestörung.

Von Party-Stimmung dürfte nach diesen Schockmomente keine Rede mehr gewesen sein...

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