Versöhnungstag

Jom Kippur 2021: So feiern Juden ihren höchsten Feiertag des Jahres

Die Synagoge in Augsburg: Jom Kippur ist der wichtigste Festtag des jüdischen Jahres. Er bildet den Höhepunkt der zehn Bußtage im jüdischen Glauben. Mehr zu Datum und Bedeutung.

Die Synagoge in Augsburg: Jom Kippur ist der wichtigste Festtag des jüdischen Jahres. Er bildet den Höhepunkt der zehn Bußtage im jüdischen Glauben. Mehr zu Datum und Bedeutung.

Bild: Stefan Puchner

Die Synagoge in Augsburg: Jom Kippur ist der wichtigste Festtag des jüdischen Jahres. Er bildet den Höhepunkt der zehn Bußtage im jüdischen Glauben. Mehr zu Datum und Bedeutung.

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Jom Kippur heute ist der wichtigste Festtag des jüdischen Jahres. Er bildet den Höhepunkt der zehn Bußtage im jüdischen Glauben. Mehr zu Datum und Bedeutung.
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Von Allgäuer Zeitung
16.09.2021 | Stand: 09:07 Uhr

Den Höhepunkt der zehn Bußtage im jüdischen Glauben bildet der Versöhnungstag Jom Kippur. Er ist der wichtigste Festtag des jüdischen Jahres. An ihm wird nach talmudischer Tradition das Urteil über den Menschen, das am Neujahrsfest, dem Tag des Gerichts, gefällt wurde, besiegelt und bekommt damit Gültigkeit.

Bedeutung: Warum wird Jom Kippur gefeiert?

Der Versöhnungstag Jom Kippur soll dazu dienen, den Menschen zu entsühnen, ihn die göttliche Verzeihung für seine Missetaten erlangen zu lassen. So ist der Versöhnungstag ein Tag der Reue, der Buße und Umkehr.

Datum: Wann ist Jom Kippur 2021?

Nach jüdischem Kalendersystem, dass sich am Mond ausrichtet, wird Jom Kippur immer am 10. Tag des Monats Tischri begangen. Im Gregorianischen Kalender fällt der Feiertag auf unterschiedliche Daten im September oder Oktober.

  • 16. September 2021
  • 5. Oktober 2022
  • 25. September 2023
  • 12. Oktober 2024

Ablauf: Wie wird Jom KIppur gefeiert?

Jom Kippur ist ein strenger Fasttag, und zwar von Beginn des Festes am Abend bis zu seinem Ausgang am nächsten Abend. Weder Essen noch Trinken sind erlaubt; auch Körperpflege, mit Ausnahme des Benetzens der Hände und Augen mit Wasser, ist untersagt.

Der Abendgottesdienst wird nach den Anfangsworten der ihn einleitenden Formel Kol Nidre (alle Gelübde) genannt. Im Anschluss an den Gottesdienst pflegt dann noch der Mondsegen im Freien stattzufinden.

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Die festliche Mahlzeit, die man dann einnimmt, wird als „Anbeißen“ bezeichnet. Am Ende wünscht man sich gegenseitig ein gutes Jahr und gute Besiegelung.

Welche Bräuche gibt es rund um Jom Kippur?

  • Die Zeit vor Jom Kippur dauert zehn Tage. Die Menschen versuchen, ihre Sünden und schlechten Taten wieder gutzumachen. Sie versöhnen sich zum Beispiel mit Leuten, mit denen sie sich gestritten haben.
  • Am Versöhnungstag dann hoffen sie, dass Gott ihnen ihre schlechten Taten verzeiht.
  • Um sich ganz auf diesen Tag zu konzentrieren, fasten viele Juden an Jom Kippur. Das heißt, weder Essen noch Trinken sind erlaubt.
  • Auch andere Dinge sind verboten: etwa baden oder sich gründlich zu waschen, Hautcremes, Parfüm oder andere Kosmetikprodukte. Viele Juden lassen dann auch ihr Auto stehen.

Außerdem wird an Jom Kippur nicht gearbeitet. Viele Juden gehen in die Synagoge und beten. Sie tragen schlichte, weiße Kleidung und keine Schuhe aus Leder. In der Synagoge brennen Kerzen.

Am Ende von Jom Kippur wird mit dem Schofar ein langer Ton geblasen. Der Schofar ist ein Instrument aus dem Horn eines Widders.

Was war der Jom Kippur Krieg?

Am 6. Oktober 1973 überfiel eine Allianz arabischer Staaten unter Führung von Ägypten und Syrien Israel an Jom Kippur, dem höchsten jüdischen Feiertag. Der Angriff überraschte die unvorbereiteten Israelis. Nur unter schweren Verlusten und mit Unterstützung der USA gelang es ihnen damals, den Angriff abzuwehren. Mehr als 2600 israelische Soldaten fielen, 7500 wurden verwundet. Auf arabischer Seite fielen rund 8000 Soldaten.