Grippe-News aktuell in Deutschland

England plant für Hebst 2021 größtes Grippe-Ipfprogramm seiner Geschichte

Dieses Frühjahr fiel die Grippewelle in Deutschland und anderen Ländern aus. Droht uns dafür im Winter eine umso heftigere Influenza-Welle? Die aktuellen News zu Influenza und Grippewelle 2021/2022.

Dieses Frühjahr fiel die Grippewelle in Deutschland und anderen Ländern aus. Droht uns dafür im Winter eine umso heftigere Influenza-Welle? Die aktuellen News zu Influenza und Grippewelle 2021/2022.

Bild: Maurizio Gambarini

Dieses Frühjahr fiel die Grippewelle in Deutschland und anderen Ländern aus. Droht uns dafür im Winter eine umso heftigere Influenza-Welle? Die aktuellen News zu Influenza und Grippewelle 2021/2022.

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England pant ein riesiges Impfprogramm gegen die Grippe. Hier die aktuelle News zur Influenza und zur Grippewelle 2021/2022.
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Von Allgäuer Zeitung
30.07.2021 | Stand: 06:25 Uhr

  • Wie stark wird die Grippewelle 2021/2022? Prognosen dazu gibt es bislang nicht.
  • Laut Robert Koch Institut (RKI) war die abgelaufene Grippe-Saison die schwächste seit Jahrzehnten. Offiziell starben nur 15 Menschen in Deutschland an der Grippe.
  • Auch im Herbst 2021 wird es wieder eine Grippeschutzimpfung geben. Die Produktion der Impfstoffe läuft bereits.
  • Älteren Menschen wird eine Hochdosis-Schutzimpfung empfohlen.

Wie ist die Grippe-Lage aktuell in Deutschland? Hier im Newsblog berichtet die Allgäuer Zeitung über die Nachrichten zu RKI, Influenza und Grippewelle 2021/2022.

30. Juli 2021: England plant größtes Grippe-Impfprogramm seiner Geschichte

England plant in diesem Herbst das größte Grippe-Impfprogramm seiner Geschichte. Das kündigte Gesundheitsminister Sajid Javid an. Alle Menschen ab 50, Risikogruppen wie medizinisches Personal, Schwangere und chronisch Kranke, aber auch alle Kindern und Jugendlichen im Alter von 2 bis 16 Jahren sollen die Schutzimpfung gegen Influenza angeboten bekommen, berichtet die Ärztezeitung.

Mit dem großen Impfprogramm solle der doppelten Bedrohung von Corona und Influenza im Winter Rechnung getragen werden. Einer Studie von Public Health England aus der ersten Coronawelle zufolge sei die COVID-19-Sterblichkeit bei Co-Infektion mit Influenzaviren nämlich mehr als verdoppelt.

Sajid Javid, Gesundheitsminister von Großbritannien, kündigte ein risieges Grippe-Impfprogramm für den Herbst an.
Sajid Javid, Gesundheitsminister von Großbritannien, kündigte ein risieges Grippe-Impfprogramm für den Herbst an.
Bild: dpa

23. Juli 2021: Klinik-Chefin zur Grippewelle: "Influenza war nie wirklich weg"

"Influenza war nie wirklich weg und das Virus ist nach wie vor ernst zu nehmen." Das betonte Anja Kwetkat, Direktorin der Klinik für Geriatrie am Universitätsklinikum Jena, jetzt in einem Interview. Wenn sich das öffentliche Leben in den kommenden Monaten weiter normalisiert, würden auch wieder verstärkt Influenzaviren übertragen, sagte sie dem Tagesspiegel. Im Herbst/Winter 2021/2022 werde Grippe deshalb wieder eine Rolle spielen. "Dem gilt es entgegenzutreten, auch um die vulnerablen älteren Menschen weiter zu schützen. Die Grippeschutzimpfung ist der effizienteste Weg dafür", so Kwetkat.

17. Juli 2021: Großbritannien kündigt größte Grippeimpfung seiner Geschichte an

Mit der weitreichendsten Grippeschutzimpfung seiner Geschichte will Großbritannien einen möglichen Corona-Rückschlag durch die Virensaison im Herbst verhindern. Mehr als 35 Millionen Menschen stehe von September an eine kostenlose Grippeschutzimpfung zur Verfügung, kündigte das Gesundheitsministerium in London am Samstag an. "Wenn sich das Land nun dem normalen Leben nähert, müssen wir lernen, neben anderen Viren auch mit Corona zu leben", sagte Ressortchef Sajid Javid. "Deshalb bieten wir Millionen weiteren Menschen die kostenlose Grippeimpfung an, um sie diesen Winter zu schützen."

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Corona-Lockerungen

England beendet Corona-Maßnahmen am 19. Juli

Erstmals bieten die Behörden allen Kindern und Jugendlichen auf weiterführenden Schulen eine Grippeschutzimpfung an. Außerdem können unter anderem auch alle Kinder im Alter von zwei und drei Jahren, alle Grundschüler, Schwangere und alle über 50-Jährigen eine Dosis erhalten. Das Ministerium betonte, Ziel sei, den Erfolg des vergangenen Jahres zu übertreffen. Damals waren gut 80 Prozent der über 65-Jährigen in England gegen Grippe geimpft worden. Das liege über dem Ziel der Weltgesundheitsorganisation (WHO) von 75 Prozent.

16. Juli 2021: Impfkommission empfiehlt Älteren 2021 Grippeschutzimpfung mit Hochdosis-Wirkstoff

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt älteren Menschen dieses Jahr eine Grippeschutz-Impfung mit einem Hochdosis-Impfstoff. Darauf weist das RKI hin. Ältere Menschen hätten oft eine reduzierte Immunantwort, so dass die saisonale Influenzaimpfung weniger wirksam sein könne als bei jüngeren Erwachsenen. Deshalb wurden für diese Gruppe spezielle Hochdosis-Impfstoffe entwickelt.

Der Nachteil: Bei Hochdosis-Impfstoffen könnten vor allem die lokale Nebenwirkungen an der Injektionsstelle wie Schmerz, Rötung, oder Schwellung in erhöhtem Maße auftreten.

Die Kosten des neuen Hochdosis-Impfstoffs werden von den Krankenkassen erstattet.

9. Juli 2021: Virologe Streek: "Werden wieder deutlich mehr Influenza-Fälle sehen"

Der Virologe Hendrik Streeck geht davon aus, dass die Zahl der Grippe-Fälle in naher Zukunft wieder deutlich ansteigen wird. "Wir haben im vergangenen Jahr keine saisonale Influenza gehabt. Sie ist ausgeblieben, was sehr gut war. Aber in diesem, vielleicht auch erst im nächsten Herbst, werden wir wieder deutlich mehr Influenza-Fälle sehen", sagte der Direktor des Instituts für Virologie und HIV-Forschung der Universität Bonn dem Nachrichtensender n-tv. Durch die Kontaktbeschränkungen wegen Corona seien viele Infektionskrankheiten "heruntergedrückt" worden, so eine Situation habe es noch nie gegeben. Viele Kinderärzte rechneten damit, dass die einfachen Infektionskrankheiten in den nächsten Wochen und Monaten, wenn die Kontaktbeschränkungen aufgehoben werden, wieder ansteigen und die Kinder eher auch wieder krank werden, so Streek weiter.

7. Juli 2021: Gesundheitsministerium beschafft zusätzliche Grippe-Impfstoffe für die Saison 2021/2022

Damit in der Influenza-Saison 2021/2022 ausreichend Impfstoff zur Verfügung steht, hat das Bundesgesundheitsministerium zusätzlich 6,85 Millionen Dosen Impfstoff beschafft. Damit stehen wie schon in der abgelaufenen Saison über 26 Millionen Dosen Influenza-Impfstoff zur Verfügung, teilte das Ministerium mit. Für die Regelversorgung stehen nach Auskunft des Paul-Ehrlich-Instituts bereits 19 Millionen Dosen zur Verfügung.

Die zusätzlichen Impfstoffdosen werden im Herbst über den Großhandel an die Apotheken und von dort an die Arztpraxen abgegeben.

18. Juni 2021: Grippewelle fiel laut RKI aus - nur 585 Fälle seit Herbst

Eine echte Grippewelle hat es in der abgelaufenen Saison nicht gegeben - sie fiel aus.

  • Seit Herbst vergangenen Jahres wurden dem RKI insgesamt 585 labordiagnostisch bestätigte Influenzafälle übermittelt.
  • 244 Menschen mussten in Kliniken behandelt werden.
  • 17 Menschen mit Grippe starben, so das Institut in seinem aktuellen Monatsbericht zur Influenza (pdf als Download).

Zum Vergleich: Im Vorjahr um diese Zeit waren bereits 187.500 labordiagnostisch bestätigte Influenzavirusinfektionen an das RKI übermittelt worden.

"Die Zirkulation von Influenzaviren stagniert in der Saison 2020/21 auf einem extrem niedrigen Niveau", lautet das Fazit des RKI zur abgelaufenen Grippesaison (hier unser Newsblog zur abgelaufenen Grippesaison). Ein Grund dafür seien mit hoher Wahrscheinlichkeit die bundesweiten, kontaktreduzierenden Maßnahmen im Rahmen der Corona-Bekämpfung gewesen.