EuGH-Urteil zu Fluggastrechten

Passagiere bekommen eine Entschädigung, wenn ihr Flug über eine Stunde vorverlegt wird

Steht Fluggästen eine Entschädigung zu, wenn der Flieger früher als angekündigt abhebt?

Steht Fluggästen eine Entschädigung zu, wenn der Flieger früher als angekündigt abhebt?

Bild: Julian Stratenschulte, dpa (Symbolbild)

Steht Fluggästen eine Entschädigung zu, wenn der Flieger früher als angekündigt abhebt?

Bild: Julian Stratenschulte, dpa (Symbolbild)

Bekommen Passagiere eine Entschädigung, wenn ihr Flugzeug früher als angekündigt startet? Der Europäische Gerichtshof hat dazu ein Urteil gefällt.
##alternative##
dpa
21.12.2021 | Stand: 12:11 Uhr

Fluggäste haben künftig Aussicht auf Entschädigung, wenn ihr Flug um mehr als eine Stunde vorverlegt wird. Je Reisestrecke müssen die Airlines eine Ausgleichspauschale zwischen 250 und 600 Euro zahlen, wenn sie nicht rechtzeitig über die Verschiebung informieren, wie aus einem am Dienstag veröffentlichten Urteil des Europäischen Gerichtshofs hervorgeht. Konkret heißt es: "Ein Flug ist als "annulliert" anzusehen, wenn das ausführende Luftfahrtunternehmen ihn um mehr als eine Stunde vorverlegt."

Dies nehme den Fluggästen die Möglichkeit, frei über ihre Zeit zu verfügen, so die Luxemburger Richter. Die neue Abflugzeit könne Fluggäste etwa zwingen, große Anstrengungen zu unternehmen, um noch rechtzeitig am Flughafen zu sein. Bei einer solchen "erheblichen" Vorverlegung müsse die Airline auch stets den Gesamtbetrag der Entschädigung zahlen (Rechtssachen C-146/20, C-188/20, C-196/20, C-270/20, C-263/20).

In solchen Fällen gibt es keine Entschädigung

Der EU-Fluggastrechte-Verordnung zufolge müssen Anbieter bei Annullierungen keine Entschädigung zahlen, wenn sie rechtzeitig Bescheid sagen. Das ist unter anderem der Fall, wenn Reisende mindestens zwei Wochen vor Abflug unterrichtet werden.

Lesen Sie auch: Raucher sehen künftig häufiger Warnungen auf Zigarettenautomaten