Urlaub besser bald buchen

Experten: Hotels und Flüge 2022 werden in den nächsten Monaten deutlich teurer

Reisen in Corona-Zeiten bleibt auch 2022 schwierig. Trotzdem jetzt schon buchen oder besser noch warten? Was Fachleute aus der Branche raten.

Reisen in Corona-Zeiten bleibt auch 2022 schwierig. Trotzdem jetzt schon buchen oder besser noch warten? Was Fachleute aus der Branche raten.

Bild: Frank Rumpenhorst

Reisen in Corona-Zeiten bleibt auch 2022 schwierig. Trotzdem jetzt schon buchen oder besser noch warten? Was Fachleute aus der Branche raten.

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Reisen in Corona-Zeiten bleibt auch 2022 schwierig. Trotzdem jetzt schon buchen oder besser noch warten? Was Fachleute aus der Branche raten.
22.12.2021 | Stand: 18:13 Uhr

Die Weihnachtszeit nutzen viele Menschen, um den Urlaub 2022 zu planen und zu buchen. Eigentlich. Denn mitten in der Corona-Pandemie stellen sich viele Fragen.

  • Soll ich Hotel und Flüge für 2022 jetzt schon buchen oder noch warten?
  • Welche Reisen und Urlaubsziele sind 2022 besonders beliebt und vielleicht bald ausgebucht?
  • Und wie entwickeln sich die Preise - wird der Urlaub 2022 teurer?
Hier die Antworten von Experten.

Worauf muss ich mich beim Urlaub 2022 einstellen?

Werden die Buchungen 2022 wieder das Vor-Corona-Niveau erreichen? Der Deutsche Reiseverband (DRV) sieht hier ein Fragezeichen. Die Corona-Zahlen und daraus folgende politische Diskussionen über eventuelle Lockdowns prägen weiter das Verhalten der Urlauber. "Die Verunsicherung der Menschen führt fast automatisch zu Buchungszurückhaltung", sagt DRV-Präsident Norbert Fiebig.

Hinzu kommt, dass auch die Corona-Entwicklung im Ausland alles andere als vorhersehbar ist, wie gerade die Omikron-Variante zeigt. Da ist der nicht unberechtigte Eindruck: Die Zahlen können praktisch überall in kurzer Zeit wieder recht dramatisch steigen.

Sollte ich den Urlaub 2022 jetzt buchen oder besser noch warten?

Wer schon die feste Absicht hat zu reisen, sollte nicht zu lange warten - denn hinterher wollen das vielleicht fast alle tun. "Man kann durchaus schon jetzt buchen", sagt Tourismusexperte Prof. Torsten Kirstges.

Werden die Preise für Hotels und Flüge für 2022 eher steigen oder sinken?

Die Kapazitäten an Flügen und Hotels dürften zunächst wegen Corona reduziert bleiben. Käme dann aufgrund sich lockernder Bestimmungen viel Nachfrage in den Markt, könnte es später schwer werden, ein günstiges Angebot zu bekommen, schätzt Kirstges. "Preissteigerungen sind realistisch, weil die Kosten gestiegen sind." Er rechnet mit einem saftigen Plus von 10 bis 20 Prozent.

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Auch Michael Faber, Geschäftsführer Touristik des Beratungsunternehmens Realizing Progress, rechnet mit steigenden Preisen: "Bei steigender Nachfrage wird das Jahr eine ständige Herausforderung zur Anpassung der Kapazitäten." Wenn eine Kette mehrere Häuser an einem Urlaubsort besitzt, dann stehe die Entscheidung an, welche man öffne. Kein Anbieter wolle zu viele Hotelzimmer auf den Markt werfen, die er am Ende eventuell nicht gefüllt und somit bezahlt bekommt.

Wie sollte ich auf die mögliche Preissteigerung reagieren?

Es kann sich gerade für Familien lohnen, nach Frühbucherrabatten Ausschau zu halten und Angebote zu nutzen, solange sie günstig sind. Abgesehen davon gilt allerdings auch: Sicherheit kostet extra, etwa für Stornoabsicherungen. Aber auch Hygienemaßnahmen und die Planung von Flug- und Hotelkapazitäten kosten. Urlauber sind aber bereit, sich diese Sicherheit etwas kosten zu lassen. Laut Michael Faber buchen zum Beispiel 95 Prozent der Reisenden einen Flex-Tarif.

Welche Reisetrends sind für 2022 zu erwarten?

Die Reisetrends des Jahres 2021 dürften auch 2022 weiter bestehen: viel Urlaub in Deutschland, Badeurlaub rund ums Mittelmeer, sehr selten Fernreisen. Profitieren dürften wieder individuelle Urlaubsformen: die Ferienwohnung, Urlaub auf dem Land, Camping, Wohnmobilurlaub, Caravaning und kleinere Hotels zum Beispiel.

Worauf muss ich beim Buchen angesichts Corona achten?

Grundsätzlich ist eine Pauschalreise sicherer als ein individuell zusammengestellter Urlaub. Es gelten klare rechtliche Regeln. Fällt etwa ein Flug aus oder stranden Urlauber wegen Corona irgendwo, muss sich der Veranstalter um die Gäste kümmern. Vereiteln unvorhersehbare und außergewöhnliche Umstände den Urlaub, gibt es das Geld zurück - zumindest in der Theorie. Streitfälle landen oft vor Gericht.

  • Wer es darauf im Zweifel nicht ankommen lassen will, bucht am besten einen etwas teureren Flex-Tarif. Dazu raten auch Verbraucherschützer. Damit lässt sich ein Urlaub in der Regel noch bis 14 Tage vor Abreise ohne Angabe von Gründen absagen.
  • Erwägenswert ist darüber hinaus eine Reiserücktrittskostenversicherung. Sie kann schützen, zum Beispiel wenn die oder der Reisende kurz vor dem Urlaub positiv getestet wird.

Kann ich ungeimpft eigentlich noch verreisen?

Es ist zumindest schwierig. Einige Länder haben eine vollständige Corona-Impfung längst zur Bedingung für einen Urlaub gemacht - ohne den Schutz warten zum Beispiel in Thailand lange Quarantänetage, die Urlaubsreisen sinnlos erscheinen lassen. Außerdem ist eine Teilnahme am öffentlichen Leben ohne eine Impfung an vielen Orten kaum noch vernünftig möglich.

Auch einige Reiseveranstalter wie Studiosus setzen längst auf eine 2G-Regel (geimpft oder genesen). Das gilt auch für viele Anbieter von Kreuzfahrten: das Schiff als geschlossenes System nur für Geimpfte.

"Viele Veranstalter werden sich an die 2G-Regel halten", erwartet Prof. Kirstges. Die Branche werde damit ein Stück weit Sicherheit vermitteln. Der Effekt: "Ich weiß, meine Mitreisenden sind geschützt und keine Gesundheitsgefahr für mich." (mit dpa)

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