Komplexes Virus

Expertin: Impfstoff-Entwicklung gegen Schweinepest dauert noch Jahre

Auch Hausschweine sind mittlerweile mit der Afrikanischen Schweinepest infiziert - doch die Aussichten auf einen Impfstoff sind nicht sehr gut.

Auch Hausschweine sind mittlerweile mit der Afrikanischen Schweinepest infiziert - doch die Aussichten auf einen Impfstoff sind nicht sehr gut.

Bild: Patrick Pleul, dpa (Symbolbild)

Auch Hausschweine sind mittlerweile mit der Afrikanischen Schweinepest infiziert - doch die Aussichten auf einen Impfstoff sind nicht sehr gut.

Bild: Patrick Pleul, dpa (Symbolbild)

Die Afrikanische Schweinepest hat nun auch Hausschweine erreicht. Wann kommt ein Impfstoff?
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dpa
17.07.2021 | Stand: 12:05 Uhr

"Wir arbeiten an einem Impfstoff, aber das ist ein schweres und kompliziertes Geschäft", sagte die Leiterin des ASP-Referenzlabors am Friedrich-Loeffler-Institut, Sandra Blome, der "Märkischen Allgemeinen" (Samstag). Das Virus sei sehr komplex. "In China werden Impfstoffe erprobt, die aber leider zum Teil beträchtliche Nebenwirkungen haben oder nicht gut wirken. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir einen Impfstoff bekommen werden, aber das wird noch ein paar Jahre dauern." Dann würden Wildschweine geimpft, nicht Hausschweine.

In Brandenburg ist ein Hausschwein an der Afrikanischen Schweinepest gestorben

Die hochinfektiöse Tierseuche, die für Menschen ungefährlich ist, hat erstmals in Deutschland auf Hausschweine übergegriffen. In Brandenburg verendete eine Sau in einem Bio-Betrieb mit 200 Tieren in Neiße-Malxetal südöstlich von Cottbus, in Letschin nördlich von Frankfurt (Oder) ist eine Kleinhaltung mit zwei Schweinen betroffen. Der erste Ausbruch in Deutschland wurde bei einem Wildschwein im September 2020 offiziell festgestellt, bereits im Juli 2020 sollen aber schon Tiere verendet sein. Die Brandenburger Landesregierung geht unter Berufung auf Experten bisher davon aus, dass das Virus über Wildschweine aus Polen eingeschleppt worden sein könnte.

Helfen Sperrzonen gegen die Afrikanische Schweinepest?

Nach Ansicht von Virologin Blome haben sich etwa Sperrzonen ausgezahlt. "Die Maßnahmen funktionieren, bis jemand einen Fehler macht", sagte Blome. Der Ausbruch war nach ihren Angaben zu erwarten. "Wenn man die perfekte Biosicherheit in den Betrieben hätte, könnte man alle Hausschweinbestände schützen." Das Virus sei sehr lange überlebensfähig, der Erreger sei aber nicht so ansteckend wie die Maul- und Klauenseuche. Rein von der Lebensmittelhygiene stünde nichts dem entgegen, das Fleisch infizierter Schweine zu essen, sagte sie. Doch aus Gründen der Tiergesundheit ist es verboten, das Fleisch von Wildschweinen und Hausschweinen aus Schutzzonen um einen Ausbruchsort herum in den Handel zu bringen. Denn virushaltiges Fleisch könnte die Seuche weiterverbreiten - zum Beispiel durch falsche Entsorgung.