So entstand der Aberglaube

Heute ist Freitag, der 13. - Bringt dieser Tag wirklich Unglück?

Zweimal gab es 2020 Freitag, den 13. - doch wieso sehen diesen Tag viele als Unglückstag, der Pech bringt. Alles zu Ursprung, Bedeutung und Aberglauben zu Freitag, der Dreizehnte.

Zweimal gab es 2020 Freitag, den 13. - doch wieso sehen diesen Tag viele als Unglückstag, der Pech bringt. Alles zu Ursprung, Bedeutung und Aberglauben zu Freitag, der Dreizehnte.

Bild: Karl-Josef Hildenbrand, dpa (Symbolbild)

Zweimal gab es 2020 Freitag, den 13. - doch wieso sehen diesen Tag viele als Unglückstag, der Pech bringt. Alles zu Ursprung, Bedeutung und Aberglauben zu Freitag, der Dreizehnte.

Bild: Karl-Josef Hildenbrand, dpa (Symbolbild)

Am 13.11.2020, ist Freitag der 13. - ein Tag, den viele mit Unglück und Pech in Verbindung bringen. Doch woher stammt diese Bedeutung als Unglückstag?
14.11.2020 | Stand: 07:20 Uhr

Der Aberglaube besagt, dass am Freitag, der 13. das Glück die Menschen im Stich lässt. Viele in Deutschland halten diesen Tag für einen Unglückstag, an dem sie besser keine wichtigen Termine wahrnehmen oder gar ganz Hause bleiben. Im Fachjargon wird diese irrationale Angst vor dem Freitag, der 13. als Paraskavedekatriaphobie bezeichnet.

Doch was ist zur Entstehung und Bedeutung dieses Aberglaubens bekannt? Weil es nun wieder so weit ist und im November der 13.11.2020 auf einen Freitag fällt, ein paar Antworten zum Ursprung des Freitag, der Dreizehnte.

Was bedeutet Freitag, der 13.?

Der Aberglaube in Deutschland besagt, dass der Freitag, der 13. ein Pechtag ist, an dem mit einem Unglück gerechnet werden muss. Das Beste vorweg: Statistisch gesehen gibt es keinen Beleg für die Phobie, dass am Freitag, den 13. wirklich mehr Unfälle und Unglücke passieren als an jedem anderen beliebigen Tag. Der Automobilclub ADAC hat 2018 beispielsweise die Unfallzahlen an den beiden Freitagen des Jahres analysiert, die auf einen 13. fielen. Ein Tag lag leicht unter der Durchschnitts-Statistik aller Freitage des Jahres, der andere darüber - keine besonderen Auffälligkeiten. Tatsächlich stellt der Automobilclub aber fest: An Freitagen passieren statistisch mehr Unfälle als an anderen Wochentagen. Das hat aber nichts mit dem Datum zu tun. Eher damit, dass an diesem Tag etwa durch Wochenendpendler oder Ausflüger mehr los ist auf den Straßen.

Warum ist Freitag, der 13. so schlimm?

Der Usrprung von Freitag, der 13. als Unglückstag geht in unserem Kulturkreis hauptsächlich auf die Bibel und den Volksglauben zurück.

Sowohl der Wochentag "Freitag" an sich, als auch die Zahl "13" werden mit negativen Ereignissen aus der Geschichte assoziert. Kombiniert ergeben sie doppeltes Unglück, einen echten "Pechtag" - Freitag, der 13. eben (Lesen Sie auch: Wann ist wieder Feiertag in Bayern?).

  • An einem Freitag wurde Jesus Christus gekreuzigt.
  • Neugeschichtlich wird mit dem Freitag als Unglückstag der "schwarze Freitag" 1929 verbunden. An jenem "Black Friday" fand der legendäre US-amerikanische Börsenkrach 1929 statt. Dagegen spricht: Rein faktisch hatte der schon am "Black Thursday", als am Donnerstag zuvor begonnen.
  • Die Zahl 13 wird von vielen im ebenfalls als Unglückszahl gesehen. Denn das Zwölfersystem spielt in unserer Gesellschaft seit jeher eine bedeutende Rolle - die Zahl 13 ist die vermaleidete erste Zahl nach der 12.
  • Jedes Jahr hat zwölf Monate, ein Tag zweimal 12 Stunden.
  • Die Maßeinheit Dutzend, also 12, ist gibt es nach wie vor. Eine eher früher gebräuchliche Mengeneinheiten mit der Basis 12 ist das Schock (fünf Dutzend, also 60).
  • Nochmals eine biblische Begründung: Jesus hatte 12. Apostel. Judas kam als 13. zum letzten Abendmahl und hat Jesus verraten.
  • Auch in der nordischen Mythologie gibt es Hinweise auf die 13 als Unglückszahl.

Wie entstand Freitag, der 13.?

Hat es einen Grund, dass Freitag, der 13. auch heute noch als Unglückstag gesehen wird? Historisch fiel im Spätmittelalter erstmals ein bedeutendes tragisches Ereignis auf einen Freitag, der Dreizehnte. Am 13. Oktober 1307 befohl der französische König Philipp IV. die Verhaftung aller Mitglieder des Templerordens in Paris. Der Orden der Temeplritter war damit aufgelöst.

Danach gibt es lange keine schriftlichen Erwähnungen eines Freitags, der 13. als Unglückstag mehr. Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts greift der US-Schriftsteller Thomas William Lawson den Mythos wieder auf. Mit seinem Börsenroman "Friday the 13th" schwappt der Begriff auch nach Deutschland über. 1916 erscheint hierzulande der Kinofilm "Freitag der 13." von Regisseurs Richard Oswald. Darin sterben Mitglieder einer Familie immer an diesem Datum.

Heute sind vor allem die "Freitag der 13."-Filme um den psychopathischen Serienmörder Jason Voorhees als Klassiker des Mainstream-Horrorfilms.

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Was ist Freitag der 13. passiert?

Freitag, der 13 als Unglückstag - auch wenn es statistisch dafür keine Belege gibt, sind in jüngere Vergangenheit einige bedeutende Unglücke auf einen Freitag, den 13. gefallen.

  • Die Terroranschläge des IS in Paris mit 120 Toten (unter anderem im Bataclan-Theater) ereigneten sich am Freitag, 13. November 2015.
  • Das Schiffsunglück der "Costa Concordia" mit 32 Toten vor der Küste Italiens fand am Freitag, 13. Januar 2012 statt.
  • Der Ausbruch des Vulkans "Nevado del Ruiz" in Kolumbien kostet am Freitag, 13. November 1985, rund 25.000 Menschen das Leben.

Wie viele Freitage, der 13 gibt es im Jahr 2020?

Mindestens einen und höchstens drei Freitage, die auf einen Dreizehnten fallen, hat jedes Kalenderjahr. Im Jahr 2020 müssen Paraskavedekatriaphobiker den Tag zweimal überstehen - am Freitag, 13. März, und am Freitag, 13. November 2020 (Lesen Sie auch: Volkstrauertag 2020 in Bayern: Was bedeutet Corona für die Feiern?).

Wann ist der nächste Freitag, der 13.?

Durchschnaufen. Den nächsten Freitag, der Dreizehnte, gibt es dann erst wieder am 13.08.2021. Es wird der einzige vermeintlich Unglücks-Freitag im Jahr 2021 sein.

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