Spanisches Königshaus

Geheimnis gelüftet: Hier hält sich Spaniens Altkönig Juan-Carlos auf

Zwei Wochen lang war nicht klar, wo Juan Carlos sich aufhält.

Zwei Wochen lang war nicht klar, wo Juan Carlos sich aufhält.

Bild: Esteban Felix

Zwei Wochen lang war nicht klar, wo Juan Carlos sich aufhält.

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Der 82-Jährige steht unter Korruptionsverdacht. Zwei Wochen lang war nicht klar, wo er sich aufhält. Ist er vor der Justiz geflohen?

Zwei Wochen lang war nicht klar, wo Juan Carlos sich aufhält.
dpa
17.08.2020 | Stand: 15:29 Uhr

Das Geheimnis um den Aufenthaltsort von Spaniens Altkönig Juan Carlos ist nach zwei Wochen Rätselraten gelüftet: Der unter Korruptionsverdacht stehende 82-Jährige sei am 3. August in die Vereinigten Arabischen Emirate gereist und halte sich immer noch dort auf, teilte das Königshaus in Madrid am Montag mit. Bisher hatten sich sowohl die "Casa Real" als auch die spanische Regierung zu diesem Thema in Schweigen gehüllt.

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Bereits vor einigen Tagen hatte die in Sachen Monarchie gut informierte Zeitung ABC inmitten wilder Spekulationen versichert, Juan Carlos habe bei befreundeten Scheichs in Abu Dhabi in den Emiraten Zuflucht gefunden. Er unterhalte beste Beziehungen zum Kronprinzen, Scheich Mohammed bin Said Al Nahjan, und habe zunächst im "Emirates Palace", einem der teuersten Hotels der Welt, Unterkunft bezogen, so das Blatt.

In einem vom Königshaus am 3. August veröffentlichten Brief an seinen Sohn und Nachfolger Felipe VI. hatte Juan Carlos mitgeteilt, dass er ins Ausland ziehe - wegen der Finanzaffäre um mutmaßliche Schmiergeldzahlungen beim Bau einer Hochgeschwindigkeitsbahnstrecke in Saudi-Arabien. Damit wolle er die Arbeit Felipes "erleichtern". Seitdem war sein Aufenthaltsort unbekannt geblieben.

Worum geht es bei dem Skandal um Spaniens Altkönig Juan Carlos?

Ungeachtet der mysteriösen Ausreise versicherte die spanische Regierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez, der "emeritierte König" sei nicht vor der Justiz geflohen. Sánchez' zweiter Stellvertreter, Pablo Iglesias vom Koalitions-Juniorpartner Unidas Podemos, sprach dagegen von einer "unwürdigen Flucht". Ein Anwalt von Juan Carlos versicherte, sein Mandant stehe der spanische Justiz auch nach der Ausreise zur Verfügung.

In dem Skandal geht es um mutmaßliche Schmiergeldzahlungen beim Bau einer Hochgeschwindigkeitsbahnstrecke in Saudi-Arabien durch ein spanisches Konsortium. Juan Carlos soll 2008 von den Saudis 100 Millionen US-Dollar für die Vermittlung kassiert haben. Damals genoss er als Monarch zwar noch Immunität. In Zusammenhang mit der Zahlung wird er aber nun der Steuerhinterziehung und der Geldwäsche nach seiner Abdankung im Juni 2014 verdächtigt. Im Juni leitete das Oberste Gericht in Madrid Ermittlungen ein.