Schwerwiegender Besuch

Größtes Containerschiff der Welt legt erstmals in Deutschland an

26.04.2020, China, Qingdao: Die "HMM Algeciras" dockt am Hafen von Qingdao in der ostchinesischen Provinz Shandong an. Das etwa 400 Meter lange Schiff mit einer Ladekapazität von fast 24 000 Standardcontainern (TEU) tritt im Hafen von Qingdao seine Jungfernfahrt an. Foto: Li Ziheng/XinHua/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ |

Obwohl sich die Außenmaße der "HMM Algeciras" nicht vergrößert haben, passen mehr Container auf das Rekordschiff. Am 7. Juni legt der Schiffsgigant in Deutschland an.

Bild: Li Ziheng/XinHua/dpa

Obwohl sich die Außenmaße der "HMM Algeciras" nicht vergrößert haben, passen mehr Container auf das Rekordschiff. Am 7. Juni legt der Schiffsgigant in Deutschland an.

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Mitten in der Corona-Flaute kommen neue Rekordschiffe für den Containertransport in Fahrt. Die derzeit größte "HMM Algeciras" legt bald auch in Deutschland an.

dpa
04.06.2020 | Stand: 07:57 Uhr

Das zur Zeit größte Containerschiff der Welt, die "HMM Algeciras", wird auf ihrer Jungfernreise an diesem Sonntag (7. Juni) den Hamburger Hafen erreichen. Das Schiff kann 23.964 Standardcontainer (TEU) laden und damit gut 200 TEU mehr als die "MSC Gülsün" und ihre zehn Schwesterschiffe der Reederei MSC, die bis April ein gutes Dreivierteljahr lang den Titel der weltgrößten Containerriesen für sich beanspruchen konnten. Das Schiff wird am Burchardkai des Hafenkonzerns HHLA anlegen und vermutlich viele Schaulustige auf der nördlichen Elbseite anziehen.

Mehr Container trotz gleichbleibender Außenmaße

Die äußeren Maße der Containerriesen - rund 400 Meter lang und 61 Meter breit - verändern sich beim Wettlauf um die Spitzenposition schon seit Jahren nicht mehr. Die Schiffbauingenieure auf den koreanischen Großwerften - in diesem Fall Daewoo und Samsung - finden aber immer noch eine kleine Lücke oder einen Trick, um noch ein paar mehr Container in den Schiffsrumpf zu laden.

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Warum der Schiffsgigant den Hamburger Hafen ansteuert

Die "HMM Algeciras" fährt für die koreanische Reederei HMM, das ist der neue Name für Hyundai Merchant Marine, die neuntgrößte Reederei der Welt und damit ein eher mittelgroßer Akteur auf den globalen Schifffahrtsmärkten. HMM ist jedoch Teil einer der drei großen Schifffahrtsallianzen und bildet gemeinsam mit Hapag-Lloyd, den zu ONE vereinigten japanischen Reedereien und Yang Ming aus Taiwan "The Alliance". Die Partner bieten gemeinsame Fahrpläne an, und das ist auch der Grund, warum das Schiff den Hamburger Hafen anläuft.

Eines der Rekorschiffe erhält deutschen Städtenamen

Die "HMM Algeciras" ist eines von zwölf Schwesterschiffen, die im Laufe der kommenden Monate an die Reederei ausgeliefert werden. Schiffe für den Containertransport zwischen Europa und Asien werden oft im Zwölferpack bestellt, weil die Reise sechs Wochen dauert und so ein kompletter "Loop" oder Umlauf mit einer Abfahrt pro Woche möglich ist. Die Schiffe sind nach europäischen Hafenstädten benannt. Eines davon wird auch "HMM Hamburg" heißen und soll vermutlich im August die Hansestadt erreichen.

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Trotz der Rekordgröße sind die Containerschiffe effizienter

Die "HMM Algeciras" hat am Mittwoch im Hafen von Rotterdam angelegt und fast 20.000 TEU aus Asien nach Europa gebracht. Mit der Corona-Krise steht auch der Welthandel vor einem Tal, von dem die Experten gegenwärtig noch nicht wissen, wie lang und tief es sein wird. Die neuen Hyundai-Schiffe verschärfen damit eine Situation, die von Überkapazitäten geprägt sein wird; ebenso wie die Bestellungen von anderen Reedereien. Andererseits seien die Schiffe bis zu 15 Prozent effizienter und kostengünstiger als die bislang eingesetzte 15.000-TEU-Klasse. Auf dem Containerriesen arbeitet eine Crew von 23 Mann, einschließlich Kapitän.