24 Folgen à 30 Minuten

Zwölf Stunden Hörspiel zum NSU-Prozess

Das Hörspiel "Saal 101" zeichnet die Geschehnisse vom NSU-Prozess nach. In 24 Folgen werden die Mitschriebe von Gerichtsreportern vorgetragen.

Das Hörspiel "Saal 101" zeichnet die Geschehnisse vom NSU-Prozess nach. In 24 Folgen werden die Mitschriebe von Gerichtsreportern vorgetragen.

Bild: Jörg Carstensen, dpa (Symbolbild)

Das Hörspiel "Saal 101" zeichnet die Geschehnisse vom NSU-Prozess nach. In 24 Folgen werden die Mitschriebe von Gerichtsreportern vorgetragen.

Bild: Jörg Carstensen, dpa (Symbolbild)

Basierend auf 6.000 Seiten Gerichtsprotokoll wurde das Hörspiel "Saal 101" zum NSU-Verfahren entwickelt. Zu hören sind die Mitschriften von Gerichtsreportern.
Das Hörspiel "Saal 101" zeichnet die Geschehnisse vom NSU-Prozess nach. In 24 Folgen werden die Mitschriebe von Gerichtsreportern vorgetragen.
dpa
16.02.2021 | Stand: 08:45 Uhr

Der Prozess gegen die rechtsextreme Terrorzelle "Nationalsozialistischer Untergrund" war ein Mammutverfahren. Mehr als fünf Jahre lang hatte das Oberlandesgericht (OLG) in München gegen Beate Zschäpe und drei Mitangeklagte verhandelt, bis es im Sommer 2018 endlich zum Urteil kam. Das Hörspiel "Saal 101" zeichnet die Geschehnisse nun nach. Beteiligt sind Sprecher wie Martina Gedeck, Bibiana Beglau, Ercan Karacayli und Thomas Schmauser. Zu hören sind die 24 Folgen ab Freitag (19. Februar) um 20.05 Uhr im Deutschlandfunk und auf Bayern 2 sowie in der ARD-Audiothek.

Hörspiel benannt nach Saal 1010, in dem NSU-Verfahren stattfand

Benannt ist das Hörspiel nach dem Saal 101, in dem das NSU-Verfahren stattfand und in dem Beate Zschäpe am 11. Juli 2018, einzige Überlebende des NSU-Trios, als Mittäterin zu lebenslanger Haft verurteilt worden war, unter anderem wegen Mittäterschaft an zehn Morden sowie besonders schwerer Brandstiftung. Auch ihre Mitangeklagten wurden verurteilt. Der NSU hatte zwischen 2000 und 2007 in Deutschland insgesamt zehn Menschen ermordet.

24 Folgen mit je 30 Minuten Länge

Das Hörspiel ist wie eine Collage, auf Grundlage von 6.000 Seiten Protokollen, die Gerichtsreporter der ARD an jedem der mehr als 400 Prozesstagen notiert haben. Unter Regie von Ulrich Lampen entstanden so 24 Folgen, die je 30 Minuten lang sind und in denen Sprecherinnen und Sprecher die Mitschriften vortragen. Aussagen von Zeugen, Angehörigen der Opfer oder Sachverständigen sind ebenso zu hören wie von Vertretern der Bundesstaatsanwaltschaft oder des Gerichts.

Bei der Auswahl der Zitate sei man nicht chronologisch vorgegangen, teilte der Bayerische Rundfunk (BR) mit, unter dessen Federführung das Projekt entstand. Man habe vielmehr Aussagen verknüpft, die thematisch miteinander zu tun hatten, um mosaikartig ein Bild zusammenzusetzen.

Einblicke in Denken der Terrorzelle geben

Die Macher wollten damit Einblicke in das Denken der Terrorzelle geben, den Weg der Radikalisierung und das Leben der Terrorzelle im Untergrund aufzeigen. Thematisiert werden auch ihre Unterstützer, die Rolle des Verfassungsschutzes, die Ermittlungen sowie die Strategie ihrer Verteidiger vor Gericht. Präsentiert werden die Folgen bei der Radioausstrahlung und im Podcast von dem Moderator David Mayonga.

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Die Angeklagte Beate Zschäpe steht neben ihrem Anwalt Mathias Grasel während die Richter den Gerichtssaal betreten. Am 11. Juli 2018 wurde vor dem Oberlandesgericht in München ein Urteil im NSU-Prozess um Zschäpe gesprochen.
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