April, April!

Heute ist 1. April: Woher kommt eigentlich der Brauch der Aprilscherze?

Heute ist 1. April 2021 - traditionell das Datum für Aprilscherze. Woher kommt der Brauch, Menschen "in den April zu schicken"? Erklärungen gibt es viele - sogar Augsburg könnte hier eine Rolle spielen (Archivbild).

Heute ist 1. April 2021 - traditionell das Datum für Aprilscherze. Woher kommt der Brauch, Menschen "in den April zu schicken"? Erklärungen gibt es viele - sogar Augsburg könnte hier eine Rolle spielen (Archivbild).

Bild: Jens Kalaene

Heute ist 1. April 2021 - traditionell das Datum für Aprilscherze. Woher kommt der Brauch, Menschen "in den April zu schicken"? Erklärungen gibt es viele - sogar Augsburg könnte hier eine Rolle spielen (Archivbild).

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Der 1. April heute ist traditionell das Datum für Aprilscherze. Woher kommt der Brauch, Menschen "in den April zu schicken"?
Heute ist 1. April 2021 - traditionell das Datum für Aprilscherze. Woher kommt der Brauch, Menschen "in den April zu schicken"? Erklärungen gibt es viele - sogar Augsburg könnte hier eine Rolle spielen (Archivbild).
Von Allgäuer Zeitung
31.03.2021 | Stand: 21:03 Uhr

Aprilscherze sind in den meisten westeuropäischen Ländern üblich. Nach altem Brauch treiben heute am 1. April Scherzkekse Schabernack, veräppeln andere Menschen - und lösen ihren Scherz dann mit den Worten "April, April" auf. Ein anderes Phänomen macht der Tradition seit einiger Zeit fragwürdige Konkurrenz: Fake News - also gefälschte Nachrichten, gezielte Falschmeldungen.

Woher kommt der Brauch der Aprilscherze?

Beim historischen Ursprung der Aprilscherze scheiden sich die Geister. Eine der gebräuchlichsten Entstehungstheorien geht auf die Kalenderreform des französischen Königs Karl IX. zurück. Der verlegte den Neujahrstag 1564 vom 1. April auf den 1. Januar. Manche Witzbolde verschickten ihre Einladungen zu Neujahrsfeiern angeblich trotzdem weiterhin zum 1. April. Wer darauf reinfiel, wurde verspottet.

Auch der Augsburger Reichstag wird in diesem Zusammenhang immer wieder genannt. Im Jahr 1530 hatte der Reichstag beschlossen, zum 1. April 1540 das staatliche Münzwesen zu vereinheitlichen. Kurz vor dem Stichtag wurde der Termin jedoch aufgehoben und vertagt. Das Nachsehen hatten die damaligen Spekulanten, die sich kräftig verkalkuliert hatten und mit Hohn und Spott übergossen wurden.

1.4.21: Gab es Aprilscherze schon in der Antike?

Möglicherweise begann der Brauch der Aprilscherze tatsächlich schon in antiker Zeit mit dem römischen Fest zu Ehren des Gottes Quirinus. Die sogenannte Quirinalia galt als Fest der Dummen und Narren. Im römischen Kalender fiel es zwar auf den 17. Februar, Kalenderreformen bewirkten aber möglicherweise seine Verschiebung auf den 1. April.

In der griechischen Mythologie soll die Göttin Rhea, Frau des kinderfressenden Gottes Kronos, durch ein mütterliches Täuschungsmanöver Zeus gerettet haben. Sie gab Kronos statt des Neugeborenen einen in Ziegenfell gehüllten Stein, eine antike Vorform unseres Aprilscherzes.

Seit wann gibt es die Redewendung "in den April schicken"?

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In Deutschland erstmals bezeugt wurde die Redewendung "in den April schicken" wohl schon 1618 in Bayern.

Wie steht es heute um den Brauch der Aprilscherze?

In den 50er und 60er Jahren waren Aprilscherze sogar pädagogisch angesagt. Lehrer schickten naive Schüler in die Apotheke, um "Stecknadelsamen" holen zu lassen oder besonders in Bayern ­das Medikament "Ibidum", eine Verballhornung von "ich bin dumm". Die bloßgestellten Kinder sollten dazu erzogen werden, vor einem Auftrag nachzudenken. Bei so skurrilen Aufträgen, "gedörrten Schnee" oder "Kuckucksöl" einzukaufen, fiel das Erkennen der Fopperei leichter als beim "Ibidum". ­

Aprilscherze haben auch in den Medien eine lange Tradition. Am 1. April wurden gerne kuriose Meldungen in die Welt gesetzt und wenig später aufgelöst. In Zeiten zunehmender Fakenews - also bewusst gefälschten Meldungen, um politische Ziele zu erreichen - verzichten aber immer mehr Redaktionen auf diesen Brauch.

Für wieder andere ist die Aprilscherz-Zeit die Gelegenheit, auch mal in der Öffentlichkeit aufzutauchen. So lancieren immer wieder auch Firmen am 1. April fragwürdige Meldungen, um ins Gespräch zu kommen - eine Form des Marketings.

Mark Twain hat den 1. April als den Tag charakterisiert, an dem wir uns erinnern sollen, was wir 364 Tage im Jahr sind: nämlich Narren.