Cyberangriff in Iran

Israelischer Außenminister bezeichnet Cyberangriff auf Atomanlage als Terrorakt

Das Satellitenfoto von Planet Labs Inc. zeigt die iranische Nuklearanlage Natans. In der iranischen Atomanlage Natans ist es nach Angaben der staatlichen Atomorganisation AEOI in der Nacht zum 11. April zu einem «Zwischenfall» gekommen.

Das Satellitenfoto von Planet Labs Inc. zeigt die iranische Nuklearanlage Natans. In der iranischen Atomanlage Natans ist es nach Angaben der staatlichen Atomorganisation AEOI in der Nacht zum 11. April zu einem «Zwischenfall» gekommen.

Bild: picture alliance/dpa/Planet Labs Inc./AP

Das Satellitenfoto von Planet Labs Inc. zeigt die iranische Nuklearanlage Natans. In der iranischen Atomanlage Natans ist es nach Angaben der staatlichen Atomorganisation AEOI in der Nacht zum 11. April zu einem «Zwischenfall» gekommen.

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Der Außenminister vom Iran hat Israel für den Cyberangriff auf die Atomanlage verantwortlich gemacht. Damit wolle das Land Atomverhandlungen sabotieren.
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dpa
12.04.2021 | Stand: 12:44 Uhr

Irans Außenminister Mohammed Dschawad Sarif hat den Cyberangriff auf die Atomanlage Natans als Terrorakt bezeichnet und Israel dafür verantwortlich gemacht. In der Anlage im Zentraliran werden unter anderem neue Zentrifugen für die Urananreicherung hergestellt. "Die Zionisten (Israelis) wollen mit diesen Terroroperationen die nuklearen Errungenschaften des Irans und die Atomverhandlungen (in Wien) sabotieren", sagte Sarif am Montag im Parlament. Beides werde aber nicht passieren. "Unsere Rache ist, dass wir in beiden Bereichen erfolgreich weitermachen werden", so der iranische Chefdiplomat laut staatlicher Nachrichtenagentur IRNA.

Israel hat sich bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert. Der israelische Generalstabschef Aviv Kochavi sagte am Sonntag nach Medienberichten bei einer Gedenkzeremonie für gefallene Soldaten auf dem Herzlberg in Jerusalem: "Die Aktivitäten der israelischen Armee im Nahen Osten bleiben den Feinden nicht verborgen. Sie beobachten uns, sehen unsere Fähigkeiten, und erwägen ihre Schritte vorsichtig."

Chef von Atomorganisation in Iran bezeichnet Cyberangriff auf Atomanlage Natans als "nuklearen Terrorakt"

Israel betrachtet das iranische Atomprogramm als eine ernsthafte Gefahr, denn der Iran verfügt über Raketen mit einer Reichweite bis zu 2.000 Kilometern, die jeden Ort Israels treffen könnten. Würden die Raketen mit Atomsprengköpfen ausgerüstet, wäre Israels Existenz ernsthaft bedroht. Teheran betont, keine Atomsprengköpfe zu besitzen und die Raketen nur im Falle eines Vergeltungsschlags einzusetzen.

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Nach dem Cyberangriff auf die Atomanlage Natans am Sonntag gab es, wie schon bei einem ähnlichen Angriff am gleichen Ort im letzten Sommer, zunächst unterschiedliche Angaben. Die iranische Atomorganisation AEOI sprach zunächst von einem harmlosen Stromausfall in einer der Werkstätten außerhalb der Anlage. Dann aber bezeichnete AEOI-Chef Ali Akbar Salehi den Vorfall als einen "nuklearen Terrorakt", gab aber keine Details an.

Genaue Ursache der Cyberangriff im auf Atomanlage Natans wird noch untersucht

Die genaue Ursache des Angriffs sowie Ausmaß der Schäden werden noch untersucht. Aber laut Außenminister Sarif wurden bei dem Sabotageakt nur die Produktionslinie der älteren Zentrifugen beschädigt. "Dafür sind unsere Anlagen voll mit neueren Zentrifugen", so der Minister. In der Natans-Anlage wird unter anderem eine neue Generation von Zentrifugen hergestellt, mit denen der Iran den Urananreicherungsprozess - derzeit bei 20 Prozent - beschleunigen und erhöhen kann.

Laut AEOI Sprecher Behrus Kamalwandi wurde bei dem Vorfall in Natans niemand verletzt. Später wurde aber berichtet, dass der Sprecher bei der Besichtigung der Anlage gestürzt sei und mit Verletzungen am Bein und Kopf ins Krankenhaus musste.

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