Schwer verletzt

Iran: Mann überfährt zwei Frauen wegen "unislamischer" Outfits

Kopftücher hängen in einem Schaufenster. Im Nordwesten Irans hat ein Mann zwei Frauen überfahren, weil sie in seinen Augen "unislamische" Outfits trugen.

Kopftücher hängen in einem Schaufenster. Im Nordwesten Irans hat ein Mann zwei Frauen überfahren, weil sie in seinen Augen "unislamische" Outfits trugen.

Bild: Christophe Gateau, dpa (Symbolbild)

Kopftücher hängen in einem Schaufenster. Im Nordwesten Irans hat ein Mann zwei Frauen überfahren, weil sie in seinen Augen "unislamische" Outfits trugen.

Bild: Christophe Gateau, dpa (Symbolbild)

Weil er ihre Outfits als "unislamisch" ansah, überfuhr ein Mann im Nordwesten Irans zwei Frauen. Die beiden wurden schwer verletzt.
##alternative##
dpa
09.08.2021 | Stand: 19:45 Uhr

Ein Mann hat im Nordwesten Irans zwei nicht verhüllte Frauen überfahren, weil ihre Outfits in seinen Augen unislamisch gewesen sind. Laut Nachrichtenagentur Ilna am Montag ereignete sich der Vorfall in der Stadt Urmia. Der Autofahrer protestierte demnach lautstark wegen der Garderobe der Frauen. Diese ließen sich das nicht gefallen. Es kam zum Streit. Daraufhin drückte der Mann aufs Gaspedal und überfuhr sie einfach.

Beide Frauen schwer verletzt

Die Frauen kamen mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus, sind laut Ilna aber in der Zwischenzeit außer Lebensgefahr. Der Mann beging zunächst Fahrerflucht, wurde jedoch später von der Polizei verhaftet. Die Justizbehörde in Urmia verurteilte die Tat und betonte, sie werde keine Selbstjustiz von Bürgern dulden. Die scheidende Vizepräsidentin und Frauenbeauftragte Massumeh Ebtekar verurteilte den Vorfall als "versuchten Mord" und forderte eine harte Strafe für den Fahrer.

Frauen müssen in der Öffentlichkeit ein Kopftuch tragen

Im Iran sind seit der islamischen Revolution von 1979 Mädchen ab neun Jahren gesetzlich gezwungen, die islamische Kleiderordnung zu akzeptieren. In der Öffentlichkeit müssen sie daher ein Kopftuch (Hidschab) sowie einen langen, weiten Mantel tragen, um Haare und Körperkonturen zu verhüllen. Auch nach 42 Jahren funktioniert der Zwang nicht wie vom Klerus erhofft. Die überwältigende Mehrheit der Frauen im Iran ist dagegen. Besonders in Großstädten sind in den letzten Jahren immer mehr Frauen ohne Kopftuch zu sehen - Tendenz steigend.

Proteste gegen Frauen mit "schlechtem Hidschab"

Das Hidschab-Gesetz in der islamischen Republik wird auch von Offiziellen und einigen Klerikern harsch kritisiert. Die Justiz und Polizei können de facto dagegen nichts unternehmen, weil sie sonst jeden Tag Hunderte von Frauen festnehmen müssten. In Großstädten kommt es auch immer wieder zu Protesten gegen Frauen mit "schlechtem Hidschab" von Leuten, die dies als eine Gefahr für die islamischen Werte ansehen. Diese Proteste führen dann nicht nur zu verbalen, sondern teilweise auch zu körperlichen Auseinandersetzungen.

Lesen Sie auch
##alternative##
Sie gilt als erzkonservativ

Irans Präsident Raisi ernennt Akademikerin zur Vizepräsidentin