Nach kurioser Verfolgungsjagd

Klauendes Wildschwein an Berliner See: Abschuss unklar

Ein Wildschwein mit seinem Nachwuchs läuft über die Badewiese am Teufelssee im Berliner Grunewald an einem Badegast vorbei.

Ein Wildschwein mit seinem Nachwuchs läuft über die Badewiese am Teufelssee im Berliner Grunewald an einem Badegast vorbei.

Bild: picture alliance/Fernando Gutierrez/dpa

Ein Wildschwein mit seinem Nachwuchs läuft über die Badewiese am Teufelssee im Berliner Grunewald an einem Badegast vorbei.

Bild: picture alliance/Fernando Gutierrez/dpa

Wildschweine und ein nackter Mann lieferten sich kürzlich am Berliner Teufelssee eine kuriose Verfolgungsjagd.

Ein Wildschwein mit seinem Nachwuchs läuft über die Badewiese am Teufelssee im Berliner Grunewald an einem Badegast vorbei.
dpa
14.08.2020 | Stand: 12:37 Uhr

Wegen möglicher Risiken für Menschen will das Berliner Landesforstamt die zutraulichen Tiere - eine Bache und zwei Frischlinge - an dem beliebten See genau im Blick behalten. Auf Dauer sei die Situation dort nicht akzeptabel, aber ob und wann die Bache abgeschossen werde, lasse sich nicht verbindlich sagen, sagte der Sprecher der Berliner Forsten, Marc Franusch, am Freitag auf Anfrage. Es sei wegen der aktuellen Lage keine schnelle und gezielte Tötung des weiblichen Tiers geplant. Zuvor hatten mehrere Medien über das Thema berichtet.

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Es sei die falsche Jahreszeit und auch wegen der noch zu kleinen Jungtiere verbiete sich der Abschuss derzeit, betonte Franusch. Er hoffe derzeit vielmehr auf schlechteres Wetter, so dass die Wildschweine eine andere Strategie bei der Nahrungssuche verfolgen. Am Badesee haben sie es auf das Essen der Badegäste und zurückgelassenen Müll abgesehen.

Respekt vor den Wildtieren sei geboten, betonte der Sprecher. Es sei mit großem Aufschrei zu rechnen, falls dort Menschen verletzt würden. Bei Wildschweinen gelte es, Distanz zu halten und sie nicht anzufüttern, ob bewusst oder unbewusst durch Müll.

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Wenn im Oktober die Jagdsaison beginne, sei das Areal im Grunewald im Südwesten der Hauptstadt wie immer ein Schwerpunkt, sagte Franusch. Dass die Bache dann geschossen werden könnte, sei möglich. Die Rotte vom Teufelssee werde nicht ausdrücklich geschont, sagte der Sprecher. Jedes Jahr würden in Berlin 1000 bis 2000 Wildschweine geschossen.

Bilder bei Facebook zeigten kürzlich, wie ein nackter Mann auf einer Wiese einer Bache und zwei Jungtieren hinterherrennt. Die Bache, die wohl auf Nahrungssuche war, hatte eine Tüte im Maul, die dem Mann gehörte. Darin soll sich ein Laptop befunden haben.

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Die Wildschweine vom Teufelssee fallen laut den Berliner Forsten zwar durch extreme Distanzlosigkeit und Zutraulichkeit auf. Dieses Phänomen gebe es in Berlin an verschiedenen Orten aber seit Jahrzehnten immer wieder einmal, stellte der Wildtierexperte der Umweltverwaltung, Derk Ehlert, klar.