Umweltschutz

Mehr Engagement bei Bergung von herrenlosen Netzen aus der Ostsee

Geisternetze sind vor allem für die Meerestiere eine große Gefahr. Verschiedene Verbände setzen sich dafür ein, möglichst viele dieser Netze aus dem Meer zu holen.

Geisternetze sind vor allem für die Meerestiere eine große Gefahr. Verschiedene Verbände setzen sich dafür ein, möglichst viele dieser Netze aus dem Meer zu holen.

Bild: Christian Till/dpa (Symbolbild)

Geisternetze sind vor allem für die Meerestiere eine große Gefahr. Verschiedene Verbände setzen sich dafür ein, möglichst viele dieser Netze aus dem Meer zu holen.

Bild: Christian Till/dpa (Symbolbild)

Die Naturschutzorganisation WWF bekommt mehr Unterstützung im Kampf gegen Geisternetze in der Ostsee. Denn die Netze sind in vielerlei Hinsicht gefährlich.
Geisternetze sind vor allem für die Meerestiere eine große Gefahr. Verschiedene Verbände setzen sich dafür ein, möglichst viele dieser Netze aus dem Meer zu holen.
dpa
04.08.2020 | Stand: 16:19 Uhr

Nach der Naturschutzorganisation WWF engagieren sich weitere Verbände beim Bergen sogenannter Geisternetze aus der Ostsee. Die Gesellschaft zur Rettung der Delphine (GRD) und die Tauchbasis Prora auf Rügen wollen die Ostsee rings um Rügen von möglichst vielen verloren gegangenen Fischernetzen befreien, wie eine Sprecherin am Dienstag mitteilte. Dort lägen schätzungsweise 1.200 Schiffswracks auf dem Meeresgrund. Viele seien mit Geisternetzen behangen.

Netze sind eine tödliche Gefahr für Meerestiere

Herrenlose Netze vermüllen weltweit die Meere und sind eine tödliche Gefahr für Meeresbewohner, die sich darin verfangen. Zudem lösen sie sich mit der Zeit in winzige Plastikfasern auf und belasten die Meere mit Mikroplastik, das durch Speisefische wieder auf den Tellern von Menschen landet.

Gemeinsam mit Ehrenamtlern wurden der GRD zufolge jetzt an zwei Tauchtagen fünf Fischernetze geborgen. Die insgesamt zwei Tonnen schweren Netze lagen in 15 bis 26 Metern Tiefe. Der Proraer Tauchbasenleiter Wolfgang Frank hatte nach Erkundungstauchgängen neun Stellen mit Geisternetzen und Meeresmüll ausgewählt. Dazu zählte unter anderem der 1984 gesunkene Fischkutter "Sturmvogel", dessen Wrack vor der Sassnitzer Kreideküste in etwa 17 Metern Tiefe liegt.

Neben Netzen in unterschiedlichen Materialien und Größen seien auch Metallschrott, Ketten und anderer Müll aus dem Wasser geholt worden. Weitere Bergungsaktionen sollen folgen.

Seit 60 Jahren Netze aus systhetischem Material

Der WWF holt nach eigenen Angaben seit 2013 Geisternetze aus der Ostsee. Seit den 1960-er Jahren werden Fischernetze aus synthetischem Material hergestellt anstatt aus leicht vergänglichen Naturstoffen wie Hanf, Sisal oder Leinen. Die neuen Netze verrotten am Meeresgrund erst nach 400 bis 600 Jahren.