Impfpanne in NRW

Kinder bekamen Moderna: Anzeige wegen Körperverletzung erstattet

Kinder ab fünf Jahren können mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer geimpft werden. In einem Impfzentrum wurde in mehreren Fällen Moderna gespritzt.

Kinder ab fünf Jahren können mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer geimpft werden. In einem Impfzentrum wurde in mehreren Fällen Moderna gespritzt.

Bild: Jan Woitas, dpa (Symbolbild)

Kinder ab fünf Jahren können mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer geimpft werden. In einem Impfzentrum wurde in mehreren Fällen Moderna gespritzt.

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Moderna ist ab zwölf Jahren zugelassen. Dennoch erhielten Kinder unter zwölf Jahren im Kreis Olpe in NRW den Impfstoff. Ein Elternpaar erstattete nun Anzeige.
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dpa
20.12.2021 | Stand: 14:09 Uhr

Nach der Panne um Impfungen jüngerer Kinder mit dem Impfstoff von Moderna im nordrhein-westfälischen Kreis Olpe hat ein Elternpaar Anzeige wegen Körperverletzung erstattet. Die Anzeige richte sich gegen die Person, die die fehlerhafte Impfung am Sonntag im Impfzentrum in Attendorn durchgeführt haben soll, sagte eine Sprecherin der Polizei am Montag.

Das Elternpaar habe zwei Kinder unter zwölf Jahren, denen das Vakzin von Moderna verabreicht worden sei. Das Moderna-Mittel Spikevax ist bisher in der EU erst für Menschen ab zwölf Jahren zugelassen. "Es muss ermittelt werden, ob es noch weiteren Kindern gespritzt wurde", sagte die Sprecherin.

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Der Moderna-Impfstoff Spikevax ist bisher in der EU zugelassen für Menschen ab zwölf Jahren. Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt das Präparat aufgrund eines erhöhten Risikos für Herzmuskel- und Herzbeutelentzündungen allerdings nicht mehr für Menschen unter 30 Jahren.

Am Sonntag hatte der Kreis über eine "fehlerhafte Verimpfung" des Vakzins vom Moderna an mehrere Kinder informiert. Drei Kinder im Alter zwischen sieben und elf Jahren hätten nach Angaben des NRW-Gesundheitsministeriums (MAGS) versehentlich den Booster-Impfstoff von Moderna - in halber Dosierung - erhalten, statt den für ihre Altersgruppe zugelassenen Kinderimpfstoff von Biontech.

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"Nach den dem MAGS vorliegenden Informationen geht es den betroffenen Kindern gut und bisher sind keine Nebenwirkungen erkennbar", hieß es in Düsseldorf.

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Dazu wollten sich der ärztliche sowie der organisatorische Leiter des Impfzentrums, Landrat Theo Melcher (CDU) sowie "alle weiteren Personen von Belang" austauschen. Zunächst war auch unklar, ob die betroffenen Kinder sogar die volle Erwachsenen-Dosis erhalten hatten.

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Die Ermittlungen der Polizei richten sich bisher gegen eine Person, wie die Polizeisprecherin sagte. Parallel werde die Staatsanwaltschaft bewerten, "ob Körperverletzung vorliegt oder nicht". Bei den Kindern, die das Mittel von Moderna bekamen, seien zum Zeitpunkt des Verlassens des Impfzentrums keine Auffälligkeiten festzustellen gewesen, hieß es.

Der Fehler war der impfenden Fachangestellten nach Darstellung des Kreises Olpe selbst aufgefallen. Die Eltern der betroffenen Kinder seien sofort über den Vorfall informiert worden. Im Gespräch mit der ärztlichen Leitung des Impfzentrums sei ihnen mitgeteilt worden, dass für Moderna die Zulassung für Kinder bei der EMA beantragt sei. Auf Wunsch der Eltern sei der Vorfall der Polizei angezeigt worden. (Lesen Sie auch: Corona-Knigge für Weihnachten: So kann ein möglichst sicheres Fest gelingen)

Laut "Siegener Zeitung" schilderten Eltern von zwei betroffenen Kindern die Abläufe anders. Die Fehlimpfung sei ihnen anhand des Impfpass-Eintrags aufgefallen. Sie hätten daraufhin die Polizei informiert.

Bei einer Überprüfung wurden weitere Fälle festgestellt

Laut Kreisverwaltung war auch noch nicht abschließend geklärt, ob nur eine Medizinische Fachangestellte Kindern am Sonntag versehentlich Moderna gespritzt habe oder ob es fehlerhafte Impfungen auch seitens weiterer Mitarbeiter gab. Das Impfzentrum habe die "individuelle Fehlleistung der Fachangestellten" zum Anlass genommen, um sämtliche Abläufe und Kinderimpfungen gegen das Coronavirus noch einmal zu überprüfen.

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Über den Vorgang werde das NRW-Gesundheitsministerium am Montag unterrichtet, hatte der Kreis am Sonntag angekündigt. Aus dem Ministerium in Düsseldorf gab es dazu zunächst noch keine Angaben.

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Die europäische Arzneimittelbehörde EMA hatte im November grünes Licht für die Zulassung des Corona-Impfstoffs von Biontech/Pfizer für Kinder ab fünf Jahren gegeben. Es ist der erste Corona-Impfstoff, der in der EU für Kinder unter zwölf Jahren zugelassen ist. Allerdings empfiehlt die Ständige Impfkommission für Menschen unter 30 ausschließlich die Impfung mit dem Mittel von Biontech. (Lesen Sie auch: Corona-News: Habeck erwartet zusätzliche Corona-Beschränkungen im Januar - Morgen Beratungen von Bund und Ländern)

Die Kinder sollen von dem Impfstoff nur ein Drittel der Erwachsenen-Dosis erhalten und zwei Dosen im Abstand von drei Wochen.(dpa)