Letzte Generation

Razzia bei Klimaaktivisten der "Letzten Generation"

Die beiden Umweltaktivisten Maike G. (l.) und Jakob B. bei ihrer Protestaktion in Dresden.

Die beiden Umweltaktivisten Maike G. (l.) und Jakob B. bei ihrer Protestaktion in Dresden.

Bild: Sebastian Kahnert, dpa (Archivbild)

Die beiden Umweltaktivisten Maike G. (l.) und Jakob B. bei ihrer Protestaktion in Dresden.

Bild: Sebastian Kahnert, dpa (Archivbild)

In Dresden gab es am Donnerstag eine Razzia. Ziel der Polizeiaktion: Klima-Aktivisten der "Letzten Generation" die mit einer brisanten Protestaktion auffielen.
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Augsburger Allgemeine
24.11.2022 | Stand: 20:45 Uhr

In den frühen Morgenstunden des Donnerstags hat die Polizei zwei Wohnungen in Leipzig durchsucht. Die Razzia galt zwei Mitgliedern der "Letzten Generation": Maike G. und Jakob B., die sich am 23. August an den Rahmen eines Weltberühmten Kunstwerks klebten. Der Einsatz des LKASachsens war zunächst noch nicht abgeschlossen.

Letzte Generation: Klima-Aktivisten klebten sich an Sixtinische Madonna

Die 21 Jahre alte Maike G. und der 28 Jahre alte Jakob B. hatten sich im Dresdner Zwinger mit Sekundenkleber an den vergoldeten Rahmen der weltberühmten Sixtinischen Madonna von Raffael geklebt. Eine Protestaktion, die für die "Letzte Generation" in den letzten Monaten typisch ist. Die Gruppierung will die Bundesregierung mit ihrem Protest dazu zwingen, eine andere Klimapolitik einzuschlagen.

Nach Angaben der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) verursachte die Klebe-Aktion rund um das 500 Jahre alte Gemälde einen Schaden von rund 5.000 Euro. Durch die vorübergehende Schließung der Gemäldegalerie sei demnach ein Einnahmeverlust von 7.000 hinzugekommen.

Eine Klage gegen die Aktivisten hatte die SKD bereits Anfang Oktober über das Sächsische Innenministerium angekündigt: "Die SKD werden den eingetretenen Schaden von insgesamt ca. 10 000 bis 12 000 Euro gegenüber den beteiligten Personen zivilrechtlich geltend machen."

Umweltaktivist sitzt in JVA Stadelheim

Die Wohnungen der beiden Umweltaktivisten wurde offenbar von der Polizeilichen Terror- und Extremismus-Abwehrzentrum (PTAZ) durchgeführt. Rund 60 Beamte waren im Einsatz.

Klimaaktivist Jakob B. war bei der Razzia nicht anwesend. Seit Anfang November sitzt er in der JVA Stadelheim. Nach einer Protestaktion in München wurde er vorübergehend in Polizeigewahrsam genommen, "um die Begehung einer Ordnungswidrigkeit von erheblicher Bedeutung für die Allgemeinheit oder eine Straftat zu verhindern". Die Maßnahme wird durch das Polizeiaufgabengesetz in Bayern ermöglicht.