Sachsen-Anhalt

Schwimmt ein Krokodil in der Unstrut? - Landkreis spricht Badeverbot aus

Boote der Wasserschutzpolizei und der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) fahren auf der Unstrut. Mehrere unabhängige Zeugen wollen dort ein Krokodil gesehen haben. Suchaktionen blieben bisher erfolglos.

Boote der Wasserschutzpolizei und der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) fahren auf der Unstrut. Mehrere unabhängige Zeugen wollen dort ein Krokodil gesehen haben. Suchaktionen blieben bisher erfolglos.

Bild: Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa

Boote der Wasserschutzpolizei und der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) fahren auf der Unstrut. Mehrere unabhängige Zeugen wollen dort ein Krokodil gesehen haben. Suchaktionen blieben bisher erfolglos.

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Wegen eines möglicherweise in der Unstrut schwimmenden Krokodils ist im Burgenlandkreis in Sachsen-Anhalt ein Badeverbot erlassen worden.

Boote der Wasserschutzpolizei und der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) fahren auf der Unstrut. Mehrere unabhängige Zeugen wollen dort ein Krokodil gesehen haben. Suchaktionen blieben bisher erfolglos.
dpa
14.09.2020 | Stand: 14:50 Uhr

Update, Montag, 14. September: Wo ist das Krokodil? Experte soll an Fluss in Thüringen ermitteln

Ein ausgewiesener Fachmann soll sich jetzt dem von mehreren Zeugen gesichteten Krokodil widmen, das möglicherweise seit Wochen in der Unstrut schwimmt. "Wir hoffen, dass sich der Experte möglichst bald vor Ort ein Bild machen kann", sagte der Pressesprecher des Landratsamts des Kyffhäuserkreises in Thüringen, Heinz-Ulrich Thiele, am Montag. Das Landratsamt habe sich auf Empfehlung von Reptilienfachleuten der Zoos in Leipzig und Erfurt an den Mann gewandt.

Zeugen haben berichtet, das Reptil an der Unstrut bei Schönewerda in Thüringen - einem Ortsteil der Stadt Roßleben-Wiehe - gesehen zu haben. Zuvor hatten auch Angler in Sachsen-Anhalt Ende August von einer Krokodilsichtung in dem Fluss erzählt. Bei verschiedenen Such- und Lockaktionen wurde das Tier bislang allerdings nicht gefunden.

Der Unstrutbereich im Kyffhäuserkreisgebiet soll zunächst weiter etwa für Angler und Spaziergänger gesperrt bleiben. Versuche, das Tier mit einem Hühnchen als Köder vor eine Wildkamera zu locken, sollten dagegen eingestellt werden, hieß es.

Suchaktion nach Krokodil in der Unstrut

Die angebliche Sichtung eines in der Unstrut schwimmenden Krokodils hat am Wochenende zu einer großangelegten Suchaktion und einem Badeverbot in der Gegend geführt. So war die Wasserschutzpolizei mit einem Boot auf dem Fluss im südlichen Sachsen-Anhalt unterwegs, auch aus der Luft wurde gesucht. Zudem beteiligten sich Einsatzkräfte der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft, Feuerwehrleute und Mitarbeiter von Ordnungsamt und Veterinäramt an der Suche, die letztlich aber eingestellt wurde.

Denn trotz intensiver Maßnahmen in den vergangenen Tagen habe es keine konkreten Hinweise auf ein lebendiges Krokodil gegeben, sagte der Landrat des Burgenlandkreises, Götz Ulrich, am Sonntag in Naumburg.

Die Einsatzkräfte stellten daher die Suche ein, bestätigte auch die Polizei. Anlieger, Wassertouristen oder Radfahrer können sich mit neuen Hinweisen weiterhin an die Polizei oder die Rettungsleitstelle des Landkreises wenden, sagte Ulrich. Bis zum 6. September gelte vorsorglich ein Badeverbot für Teile der Unstrut.

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Am Freitagmorgen war eine großangelegte Suche nach dem Reptil gestartet worden. Zuvor gab es Hinweise von Anglern, die am späten Donnerstagabend ein Krokodil in der Nähe des Ortes Laucha an der Unstrut gesichtet haben wollen. Am nächsten Tag wurden unter anderem die Schleusen in Trösdorf und Wetzendorf vorübergehend geschlossen.

In den vergangenen Tagen habe es zahlreiche Gerüchte in der Region gegeben, sagte Götz. Unter anderem wurde gemutmaßt, dass aus dem Erlebnistierpark Memleben in Kaiserpfalz - in der Nähe der Unstrut - ein Reptil ausgebrochen sein könnte. Das habe sich nicht als wahr erwiesen, weil es keine Krokodile im Tierpark gebe, erklärte Ulrich.

Auch Gerüchte, dass es sich um ein Krokodil, das vor Jahrzehnten nach Karsdorf - ebenfalls an der Unstrut und nur wenige Kilometer vom vermeintlichen Fundort des Reptils entfernt - kam, handeln könnte, konnten nicht bestätigt werden.

Ein ähnlicher Fall spielte sich vor rund 25 Jahren in Dormagen südlich von Düsseldorf ab. Ein Kaiman riss sich damals bei einem Ausflug mit seinem Besitzer von einer Leine los und verschwand. Nach tagelanger Suche fand ein Sporttaucher das Tier in einem Baggersee. Bis zu seinem Tod im Jahr 2013 lebte der Kaiman in einer Alligator-Farm in Hessen.

Die Meldung weckt speziell im Allgäu Erinnerungen: Vor sieben Jahren hatte eine Phantomschildkröte namens Lotti die halbe (Medien-)Welt in Atem gehalten.

Ebenfalls kurios: In Oberbayern will eine Frau vor Kurzem einen schwarzen Panther in freier Wildbahn gesehen haben; zudem mehren sich Berichte über Sichtungen von so genannten "Hybrid-Wölfen".   

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