Feiertag in Irland

Wenn einen Tag lang alles grün ist: Was steckt hinter dem St. Patrick's Day?

Grün, orange, weiß, Kleeblätter und viel Guinness - aber was feiern die Iren eigentlich beim St. Patrick's Day?

Grün, orange, weiß, Kleeblätter und viel Guinness - aber was feiern die Iren eigentlich beim St. Patrick's Day?

Bild: Enda Doran, dpa

Grün, orange, weiß, Kleeblätter und viel Guinness - aber was feiern die Iren eigentlich beim St. Patrick's Day?

Bild: Enda Doran, dpa

Am 17. März feiern die Iren St. Patricks Day - und mittlerweile gibt es Partys auf der ganzen Welt. Was steckt dahinter?
17.03.2021 | Stand: 12:45 Uhr

Irland - Guinness, grüne Wiesen und irgendwie gab es da auch politische Konflikte. Das verbinden wahrscheinlich die meisten Menschen mit der grünen Insel. In den vergangenen Jahren ist eine irische Tradition aber auch in Deutschland immer populärer geworden: die Feier zum St. Patrick's Day. Bevorzugt finden diese Feiern in sogenannten Irish Pubs statt, die es hierzulande auch immer häufiger gibt. Doch was steckt hinter dem Feiertag?

Zunächst einmal die harten Fakten: St. Patrick's Day wird jedes Jahr am 17. März gefeiert. Auch wenn der Tag heute eher von wilden Partys und viel Alkohol geprägt ist, ist er eigentlich an einen katholischen Bischof angelehnt, der - Überraschung - Patrick hieß. Da Irland ein sehr katholisches Land ist, ist dies nicht verwunderlich.

Wer ist der heilige St. Patrick?

Besagter Patrick galt als erster christlicher Missionar in Irland und wird in der katholischen Kirche als Heiliger verehrt. Der St. Patricks Day soll ein Gedenktag sein, denn so richtig weiß man nicht, wann Patrick geboren und gestorben ist. Im 17. Jahrhundert wurde der Tag erstmals als offizielles Fest eingeführt und wird seither begangen, um das christliche Erbe in Irland und die irische Kultur zu feiern. Seit 1903 ist der St. Patrick's Day offizieller Feiertag in Irland (Eine Übersicht über die Feiertage 2021 in Deutschland finden Sie hier).

So wird der St. Patrick's Day in Irland gefeiert

Was machen die Iren also an diesem Tag? Erst einmal wird alles geschmückt, in den traditionellen irischen Farben grün, orange und weiß. Das Kleeblatt ("Shamrock") findet sich als Symbol Irlands ebenfalls in der Deko, aber auch auf Kleidungsstücken oder als Bemalung im Gesicht. Angeblich soll der heilige Patrick es als Symbol genutzt haben, um die christliche Dreifaltigkeit zu erklären.

Traditionell gibt es auch in den unterschiedlichen Orten eine Parade, bei der Musik gespielt wird und viele Menschen sich dann entsprechend verkleiden. Die erste Parade gab es allerdings nicht in Irland, sondern 1737 in Boston (USA).

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Neben dem ein oder anderen Guinness - am St. Patrick's Day fließt viel Alkohol - gibt es traditionell Soda Bread (Natronbrot), Stew (ein fleischhaltiger Eintopf) und alle möglichen Varianten eines Apfelkuchen. Eine Version ist der "Apple Pratie", bei dem der Teig nur aus Mehl, Kartoffeln und Zucker besteht. Viele Iren essen aber auch einfach nur "Corned Beef and Cabbage", also gepökeltes Rindfleisch mit Kohl.

Außerdem gehören zum St. Patrick's Day bestimmte Tänze und traditionelle irische Musik.

"Greening" am St. Patrick's Day: Alles wird grün eingefärbt

Mittlerweile ist der St. Patrick's Day ein Tag, an dem weltweit (wild) gefeiert wird. Traditionell werden etwa auch Gebäude grün angeleuchtet oder sogar Gewässer grün eingefärbt, beispielsweise der Chicago River in den USA. Das Ganze wird "Greening" genannt. Menschen sollen am besten viel grüne Kleidung tragen, denn: Angeblich ist man so unsichtbar für "Leprechauns", irische Kobolde. Wer kein Grün trägt, wird gezwickt - von den Kobolden oder eben von anderen Partygästen.

Aber: Grün war nicht immer die Farbe des heiligen Patrick - anfangs wurde bei diesem Gedenktag alles in blau geschmückt. Das änderte sich erst im 17. Jahrhundert mit der Rebellion gegen den britischen König.

Der Chicago River wird jedes Jahr anlässlich des St. Patrick's Day grün eingefärbt.
Der Chicago River wird jedes Jahr anlässlich des St. Patrick's Day grün eingefärbt.
Bild: John J. Kim, Chicago Tribune, AP, dpa

Große Paraden und Feierlichkeiten gibt es auch außerhalb Irlands, etwa in New York City. Hier leben traditionell viele Menschen irischen Ursprungs, deren Vorfahren einst mit Schiffen kamen, die dort anlegten.

Doch all diese Menschen können 2021 nicht so feiern wie sonst - die Corona-Pandemie macht auch den St. Patrick's Day Feiernden einen Strich durch die Rechnung. Ganz abgesagt ist der Tag aber nicht: Tourism Ireland, der offizielle Vertreter des irischen Tourismus, bietet sozusagen einen virtuellen St. Patrick's Day an.

Übrigens: Auf Irisch heißt der Tag Lá Fhéile Pádraig. Wie sich das ausgesprochen anhört, kann man beispielsweise hier nachhören. Und damit das nicht das einzige irische Wort ist, das man kennt, sollte man gerade zum St. Patrick's Day folgenden Ausruf in den Wortschatz mit aufnehmen: Sláinte! Prost!

Hintergründe zu den politischen Konflikten in Irland finden Sie hier.