Feiertag 1. Mai

Tag der Arbeit 2021: Warum ist der 1. Mai ein Feiertag?

Der 1. Mai 2021 ist ein gesetzlicher Feiertag in Deutschland - auch wenn Großkundgebungen am Maifeiertag wie auf dem Archivbild angesichts der Corona-Pandemie aktuell nicht möglich sind. Hier Bedeutung und Geschichte des "Tags der Arbeit"

Der 1. Mai 2021 ist ein gesetzlicher Feiertag in Deutschland - auch wenn Großkundgebungen am Maifeiertag wie auf dem Archivbild angesichts der Corona-Pandemie aktuell nicht möglich sind. Hier Bedeutung und Geschichte des "Tags der Arbeit"

Bild: Boris Roessler, dpa (Archiv)

Der 1. Mai 2021 ist ein gesetzlicher Feiertag in Deutschland - auch wenn Großkundgebungen am Maifeiertag wie auf dem Archivbild angesichts der Corona-Pandemie aktuell nicht möglich sind. Hier Bedeutung und Geschichte des "Tags der Arbeit"

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Der 1. Mai 2021 ist als "Tag der Arbeit" ein gesetzlicher Feiertag. Ein Widerspruch? Tatsächlich hat der Tag eine besondere Bedeutung - und eine blutige Geschichte.
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Von Allgäuer Zeitung
01.05.2021 | Stand: 07:56 Uhr

Der 1. Mai 2021 - dieses Jahr ein Samstag - ist ein gesetzlicher Feiertag in Deutschland, nämlich der "Tag der Arbeit" 2021. Das klingt auf den ersten Blick wie ein Widerspruch. Es waren aber Arbeiter, die vor vielen Jahrzehnten diesen Feiertag erkämpften - und dafür sogar ihr Leben gaben.

Welche Bedeutung hat der 1. Mai? Was wird an diesem Tag gefeiert? Was hat es mit den Kungebungen und den häufigen Krawallen an diesem Tag auf sich? Hier der Überblick.

Welche Bedeutung und Geschichte hat der Feiertag 1. Mai?

Der Maifeiertag geht auf den 1. Mai 1886 zurück. Damals traten in den USA Arbeiter in einen mehrtätigen Generalstreik mit dem Ziel, die tägliche Arbeitszeit von zwölf auf acht Stunden zu reduzieren. Doch die Lage eskalierte. Es kam zu blutigen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei.

Einer der Brennpunkte der Arbeiterproteste war Chicago. Als Polizisten hier eine Arbeiterdemonstration auflösen wollten, warf ein Teilnehmer der Proteste eine Bombe, die einen Polizist tötete. Bei den folgenden Auseinandersetzungen bekannt wurden, starben mehrere Polizisten und wohl über 20 Arbeiter. Hunderte Demonstranten wurden verletzt.

Die mit diesem und den darauf folgenden Tagen verbundenen Ereignisse werden als „Haymarket Riot“, „Haymarket Affair“ und „Haymarket Massacre“ bezeichnet.

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Zum Gedenken an diese Ereignisse wurde der erste Maitag 1889 als "Kampftag der Arbeiterbewegung" ausgerufen. Am 1. Mai 1890 demonstrierten Hunderttausende Menschen weltweit für die Arbeiterrechte. Damit etablierte sich dieser Feiertag.

Mit dem Beginn der Weimarer Republik wurde der Achtstundentag durchgesetzt. Außerdem wurden Gewerkschaften als Vertreter der Arbeiter anerkannt. Die Lage blieb wegen der Wirtschaftskrise und vielen Arbeitslosen aber äußerst angespannt.

1929 verbot der sozialdemokratische Polizeipräsident von Berlin aus Angst vor Ausschreitungen die Mai-Kundgebungen. Die KPD widersetzte sich und rief zu friedlichen Demonstrationen auf. Es kam zu Ausschreitungen, bei denenmehrere Mesnchen getötet wurden.

Die Nationalsozialisten zerschlugen 1933 die Gewerkschaften und missbrauchten den 1. Mai als "Nationalen Feiertag des deutschen Volkes" für ihre Zwecke.

Ist der 1. Mai ein gesetzlicher Feiertag - hat man frei?

Ja. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der 1. Mai wieder als "Tag der Arbeit" in Deutschland etabliert und nach den Feiertagsgesetzen der Bundesländer zum gesetzlichen Feiertag gemacht. Die Menschen haben also frei.

Was hat es mit den Mai-Kundgebungen auf sich?

Auch heute noch gibt es regelmäßig in vielen Städten Kundgebungen am 1. Mai - auch wenn die Teilnehmerzahlen in den vergangenen Jahren stark abgenommen haben. Vor allem die Gewerkschaften nutzen den Tag, um auf die Abeitnehmerrechte aufmerksam zu machen.

1. Mai-Feiern und Corona - wie passt das zusammen?

In Corona-Zeiten sind Großveranstaltungen tatsächlich aktuell mehr möglich. Bereits vergangenes Jahr hatte der DGB seine Aktionen am Tag der Arbeit weitgehend ins Internet verlegt - mit Gesprächsrunden, Musik und Interviews unter dem Motto "Solidarisch ist man nicht alleine!". Dabei ging es angesichts von in die Höhe geschnellter Kurzarbeit auch um die Auswirkungen der Pandemie für die Beschäftigten.

Brauchtum: Was hat es mit dem Maibaum-Aufstellen auf sich?

Am 1. Mai werden traditionell in Bayern, aber auch in anderen Ländern wie Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen neue Maibäume aufgestellt. Alle zwei bis fünf Jahre wird gemeinhin ein Maibaum erneuert. Die Farbe platzt mit der Zeit ab, der Versicherungsschutz wird schwierig. Zudem lockt das Dorffest, mit dem das Aufstellen begangen wird.

Wegen der Corona-Pandemie fällt das traditionsreiche Maibaumaufstellen 2021 erneut aus. Doch manche Brauchtumsvereine werden erfinderisch - etwa mit einem Maibaum-Bonsai.

Warum gibt es am Feiertag 1. Mai häufig Krawalle in Berlin?

Der Feiertag 1. Mai hat auch seine Schattenseiten - vor allem in der Hauptstadt. Seit 1987 brach am 1. Mai in Berlin besonders in der Dunkelheit immer wieder Gewalt aus. In den 80er- und 90er-Jahren lieferten sich Tausende aus der linken Szene am 1. Mai in Kreuzberg Straßenschlachten mit der Polizei. In späteren Jahren gab es stundenlange Demonstrationen, gefolgt von einem kurzen Anrennen gegen die Staatsmacht.

Allein 2009 wurden bei den Mai-Krawallen fast 500 Polizisten verletzt, 2015 waren es in der Walpurgisnacht und am Abend des 1. Mai noch 41. 2020 zogen trotz der Corona-Beschränkungen am Abend des 1. Mai Hunderte Menschen durch Berlin-Kreuzberg. Feuerwerk wurde gezündet, Sprechchöre gegen die Polizei skandiert. Die Einsatzkräfte versuchten, Demonstrationszüge zu verhindern. Platzverweise wurden erteilt, per Lautsprecher wurden die Aktivisten aufgefordert, sich zu zerstreuen.

Am Nachmittag des 1. Mai 2020 kam es bei einer nicht erlaubten Versammlung von Corona-Gegnern am Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin-Mitte zu einem Zwischenfall. Ein Kamera-Team des ZDF wurde von einer Gruppe angegriffen, laut Polizei wurden mehrere Menschen verletzt ins Krankenhaus gebracht. Sechs Verdächtige wurden festgenommen.