Hochwasser-Katastrophe in Westdeutschland

Nach Unwetter: Verheerende Schäden zeigen sich. das große Aufräumen hat begonnen

Das große Aufräumen: Anwohner und Ladeninhaber in Ahrweiler versuchen, ihre Häuser vom Schlamm zu befreien und unbrauchbares Mobiliar nach draußen zu bringen.

Das große Aufräumen: Anwohner und Ladeninhaber in Ahrweiler versuchen, ihre Häuser vom Schlamm zu befreien und unbrauchbares Mobiliar nach draußen zu bringen.

Bild: Thomas Frey/dpa

Das große Aufräumen: Anwohner und Ladeninhaber in Ahrweiler versuchen, ihre Häuser vom Schlamm zu befreien und unbrauchbares Mobiliar nach draußen zu bringen.

Bild: Thomas Frey/dpa

Dauerregen hat im Westen Deutschlands Flüsse und Bäche in reißende Fluten verwandelt. Viele Menschen sterben nach den Unwettern.
17.07.2021 | Stand: 20:25 Uhr

Freitag, 16. Juli, 23.55 Uhr: Bezirksregierung Köln: Deich der Rur gebrochen - Stadtteil evakuiert

Im Kreis Heinsberg ist nach der Unwetterkatastrophe der vergangenen Tage ein Damm der Rur gebrochen. Nach Informationen der Bezirksregierung Köln haben Rettungskräfte damit begonnen, in Wassenberg den Ortsteil Ophoven zu evakuieren. Betroffen sind laut der Mitteilung via Twitter vom späten Freitagabend rund 700 Einwohner. Wie groß der Schaden durch den Dammbruch ist, ist derzeit noch nicht bekannt. Die Rur hat seine Quelle in der Eifel und mündet bei Roermond in den Niederlanden in die Maas.

Freitag, 16. Juli, 21.20 Uhr: Grundablass an bedrohte Steinbachtalsperre nicht mehr verstopft

Die Lage an der Steinbachtalsperre entspannt sich nach Auskunft des Kreises Euskirchen (Nordrhein-Westfalen) weiter. Nach Informationen der Bezirksregierung Köln ist der bislang nach der Hochwasserkatastrophe verstopfte Grundablass der Talsperre jetzt freigelegt, wie es in einer Mitteilung von Freitagabend hieß. Über diese Öffnung kann jetzt Wasser kontrolliert abgelassen werden, um den Druck auf dem Bauwerk zu senken.

Das Technische Hilfswerk (THW) pumpte zusätzlich Wasser ab. Am Nachmittag hatte der Kreis gemeldet, dass eine Drohne keine kritischen Risse an dem Bauwerk entdeckt hatte. Der Kreis schätzte die Lage aber weiterhin kritisch ein.

Freitag, 16. Juli, 20.56 Uhr: Kanzlerin Merkel informiert sich per Videoschalte über Lage in NRW

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich am Freitagabend in einer Videokonferenz von der Koordinierungsgruppe des nordrhein-westfälischen Innenministeriums über die aktuelle Lage im Katastrophengebiet informieren lassen. Laut Mitteilung einer Sprecherin der Bundesregierung waren auch Ministerpräsident Armin Laschet und Innenminister Herbert Reul (beide CDU) beim Gespräch mit der Kanzlerin dabei. Merkel sicherte dabei kurz- und langfristige Unterstützung durch den Bund für die betroffenen Menschen in den Hochwassergebieten zu.

Freitag, 16. Juli, 19.53 Uhr: Bundespräsident Steinmeier besucht am Samstag Erftstadt

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier kommt am Samstag in den von der Unwetterkatastrophe besonders getroffenen Rhein-Erft-Kreis. Nach Angaben der NRW-Staatskanzlei besucht das Staatsoberhaupt am Mittag zusammen mit Ministerpräsident Armin Laschet Erftstadt, wo zahlreiche Häuser und Autos weggespült worden waren. Steinmeier will sich in der Feuerwehrleitzentrale ein Bild von der aktuellen Lage machen und mit Rettungskräften sprechen.

Freitag, 16. Juli, 19.36 Uhr: FC Bayern, 1. FC Köln und Telekom spenden 100.000 Euro für Flutopfer

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Zahl der Todesopfer dürfte noch steigen

93 Tote bei Hochwasserkatastrophe - Dramatische Lage in Erftstadt - eine Zwischenbilanz

Der deutsche Fußball-Rekordmeister FC Bayern München, der 1. FC Köln und die Deutsche Telekom spenden gemeinsam 100.000 Euro für die Opfer der Hochwasserkatastrophe in Deutschland. Die Summe wird unter den Partnern gedrittelt, der Spendenscheck für die Aktion Lichtblick e.V. soll vor dem Testspiel der Bayern mit ihrem neuen Trainer Julian Nagelsmann gegen Köln an diesem Samstag (16.00 Uhr/MagentaTV) in Villingen übergeben werden.

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Die Wucht des Wassers: Verwüstungen im Westen nach heftigen Regenfällen

"Unsere Gedanken sind bei den betroffenen Menschen und ihren Familien. Wir wollen gemeinsam mit unseren Partnern sofort und unbürokratisch dazu beitragen, die schlimmste Not zu lindern", sagte Klaus Werner, Geschäftsführer Finanzen der Telekom Deutschland, am Freitag.

Freitag, 16. Juli, 19.13 Uhr: Trauerbeflaggung für Opfer der Unwetterkatastrophe

Zum Gedenken an die Opfer der Unwetterkatastrophe werden die Fahnen an zahlreichen Gebäuden in Nordrhein-Westfalen bis Montag auf Halbmast wehen. NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) ordnete am Freitag für alle Dienstgebäude des Landes, der Gemeinden und Gemeindeverbände Trauerbeflaggung an, wie das Innenministerium mitteilte.

Freitag, 16. Juli, 18.33 Uhr: Nach Unwetter weiterhin über 100.000 Menschen ohne Strom

Im Westen Deutschlands waren nach dem verheerenden Unwetter auch am Freitagnachmittag noch rund 102.000 Menschen ohne Strom. Das Unwetter und die daraus entstandenen Überflutungen sorgten weiterhin für Ausfälle in der Stromversorgung in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz, teilte der zum Eon-Konzern gehörende Energieversorger Westenergie in Essen mit.

Westenergie betonte, es werde mit Hochdruck daran gearbeitet, die Stromversorgung wiederherzustellen. Etwa zehn Umspannanlagen des Verteilnetzbetreibers Westnetz seien derzeit aber noch von den Überschwemmungen direkt betroffen. Einzelne Anlagen seien nach wie vor schwer erreichbar, in anderen stehe immer noch das Wasser.

Bevor sie wieder in Betrieb genommen werden könnten, müssten sie geprüft und gereinigt werden. Bei größeren Schäden an den Umspannanlagen werde daran gearbeitet, die Stromversorgung über Umschaltungen aus anderen Anlagen oder durch Notstromaggregate wieder herzustellen.

In der Spitze lag die Zahl der nicht mit Strom versorgten Menschen laut Westenergie sogar bei 200 000. Doch sei es durch die Wiedereinschaltung von Anlagen, Umleitungen und Notstromaggregate mittlerweile gelungen, in zahlreichen Fällen die Stromversorgung wieder herzustellen.

Freitag, 16. Juli, 18.06 Uhr: Kreis nimmt Angaben zu Todesopfer in Erftstadt zurück

Die Verwaltung des Rhein-Erft-Kreises hat Angaben zu bislang einem bekannten Todesopfer im besonders betroffenen Erftstadt zurückgenommen. Der vermeldete Todesfall sei wohl fälschlicherweise mit dem Hochwasser in Verbindung gebracht worden, wie ein Sprecher des Kreises am Freitag sagte.

Freitag, 16. Juli, 18 Uhr: Buchloer startet spontane Hilfsaktion für Geschädigte der Hochwasserkatastrophe

Eine spontane Hilfsaktion für Geschädigte der Hochwasserkatastrophe im Westen Deutschlands organisiert der Buchloer Dieter Hafenmair. Am Sonntag, 18. Juli, startet er einen Transport von Hilfsgütern in die betroffene Region – und bittet Allgäuer um Unterstützung. Mehr über die Aktion lesen Sie hier.

Freitag, 16. Juli, 17.55 Uhr: Köln stellt Unterkünfte für Menschen aus Erftstadt bereit

In Köln stellte die Stadt am Freitag kurzfristig Unterkünfte für 80 Menschen aus Erftstadt bereit, nachdem Erftstadts Bürgermeisterin um Hilfe gebeten hatte. Mit einem Reisebus wurden die Hilfesuchenden etwa in eine Notunterkunft für Katastrophenfälle in die Domstadt gebracht, teilte die Stadt Köln am Freitag mit. Insgesamt stünden an drei Standorten bis zu 250 Plätze zur Verfügung.

Freitag, 16. Juli, 17.28 Uhr: Unwetter: Belgien ruft Staatstrauertag für Dienstag aus

Wegen der verheerenden Unwetter im Osten Belgiens wird am Dienstag ein Staatstrauertag begangen. Das kündigte Ministerpräsident Alexander De Croo am Freitag auf Twitter an. Er schrieb, es sei "ein Tag zum Gedenken an die zahlreichen verlorenen Menschenleben. Aber auch als Dank für die gelebte Solidarität, Nähe und Verbundenheit." Auch in Belgien hatten Starkregen und Überschwemmungen zahlreiche Todesopfern gefordert und massive Schäden angerichtet.

Während Innenministerin Annelies Verlinden nach Angaben der Nachrichtenagentur Belga am späten Nachmittag von 20 Toten und 20 Verletzten sprach, gab es einige Stunden zuvor Berichte über mindestens 23 Tote unter Berufung auf den Gouverneur der Provinz Lüttich. Laut Innenministerin Verlinden wurden noch 20 Menschen vermisst.

Freitag, 16. Juli, 17.05 Uhr: Merkel erwägt baldigen Besuch in Katastrophengebiet

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erwägt einen baldigen Besuch im Katastrophengebiet in Rheinland-Pfalz. Wie der Sprecher der Bundesregierung, Steffen Seibert, am Freitag nach der Teilnahme Merkels an einer Videokonferenz des Landeskrisenstabs Rheinland-Pfalz mitteilte, ist die Bundeskanzlerin mit der Landesregierung über einen baldigen Besuch im Katastrophengebiet im Gespräch.

Merkel habe sich im Gespräch mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) und Vertretern der Einsatzkräfte und Landesministerien über die aktuelle Lage in den Katastrophengebieten und den Stand der Rettungsarbeiten informiert. Die Bundeskanzlerin habe den betroffenen Menschen in Rheinland-Pfalz die kurz- ebenso wie langfristige Unterstützung des Bundes zugesichert.

Freitag, 16. Juli, 16.48 Uhr: Bonner Bürger bieten Hochwasser-Opfern Unterkünfte an

Nach einem Aufruf der Stadt Bonn, Menschen aus Hochwassergebieten eine Unterkunft anzubieten, sind bei der Verwaltung Hilfsangebote für mehr als 1000 Betroffene eingegangen. Viele Privatpersonen wollten bis zu drei Menschen aufnehmen, und Hotels stellten bis zu 50 Doppelzimmer zur Verfügung, teilte die Stadt am Freitag mit. "Wir sind überwältigt von der Vielfalt und der Fülle der Angebote. Weitere brauchen wir im Moment nicht mehr", erklärte Oberbürgermeisterin Katja Dörner.

Ab jetzt sollten die Telefonleitungen für Hilfesuchende frei gehalten werden. Zudem suche ein Mitarbeiter der Stadt vier große Sammelunterkünfte auf, um die Menschen dort über das Angebot zu informieren. Angesprochen seien Hochwasser-Geschädigte aus Bonns stark betroffenen Nachbarkreisen Ahrweiler, Euskirchen und Rhein-Sieg.

Auch die Stadt Königswinter rief ihre Bürger am Freitag auf, Hochwasser-Opfern für eine Übergangszeit kostenlos Wohnraum zur Verfügung zu stellen. "Das kann ein Zimmer in einer WG, ein ungenutztes Gästezimmer, eine Etagen- oder Kellerwohnung, oder ein derzeit leerstehendes Ferienhaus sein", hieß es in einer Mitteilung.

Freitag, 16. Juli, 16.22 Uhr: Eine tote Person im Rhein-Erft-Kreis bestätigt - weitere befürchtet

Der Verwaltung des vom Hochwasser stark betroffenen Rhein-Erft-Kreises ist bislang ein Todesopfer bekannt. Dies sei von der Stadt Erftstadt gemeldet worden, berichtete eine Sprecherin am Freitag. Es sei aber zu befürchten, dass es noch weitere Opfer gebe. So sei unklar, ob es alle Autofahrer noch rechtzeitig aus ihren Wagen schafften, als sie auf der B265 von Wassermassen überrascht wurden.

Freitag, 16. Juli, 15.58 Uhr: Hochwasserkatastrophe: Spendenkonto für Rheinland-Pfalz eingerichtet

Angesichts enormer Hochwasserschäden hat die Landesregierung in Rheinland-Pfalz ein Spendenkonto für Betroffene eingerichtet. "Aktuell erreichen uns zahlreiche Anfragen, wie die von der Unwetter-Katastrophe in Rheinland-Pfalz betroffenen Menschen unterstützt werden können. Das zeigt, dass die Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung wirklich groß ist", teilten Landesinnenmister Roger Lewentz und Landesfinanzministerin Doris Ahnen (beide SPD) am Freitag mit. Das Konto ausschließlich für die in Rheinland-Pfalz Betroffenen wurde vom Landesinnenministerium bei der Sparkasse Mainz eingerichtet. Gespendet werden kann unter dem Kennwort "Katastrophenhilfe Hochwasser".

Freitag, 16. Juli, 15.33 Uhr: Mindestens 362 Verletzte bei Unwetterkatastrophe im Kreis Ahrweiler

Bei der Unwetterkatastrophe im Kreis Ahrweiler sind mindestens 362 Menschen verletzt worden. Diese Zahl könne sich aber noch weiter erhöhen, teilte die Polizei in Koblenz am Freitag mit. Dies gelte auch für die Toten, die das Innenministerium zuletzt mit 63 angegeben hatte.

Infolge des Unwetters sind weiterhin die Bundesstraße 257 ab Hönningen bis Ahrbrück sowie mehrere Land- und Kreisstraßen nicht befahrbar. Die Polizei ruft die Bevölkerung auf, die vom Hochwasser betroffenen Ortschaften nicht aufzusuchen, sondern weiträumig zu umfahren, damit Platz für die Rettungskräfte ist.

In allen Ortschaften seien Tag und Nacht Polizeikräfte für die Menschen präsent und ansprechbar.

"Das große Maß an Solidarität und die vielen Hilfsangebote aus der Bevölkerung beeindrucken uns sehr und zeigen die bundesweite Betroffenheit", heißt es in der Mitteilung. Die Polizei appellierte an die Menschen im Katastrophengebiet: "Passen Sie auf sich auf und vertrauen Sie auf die Arbeit der Rettungskräfte."

Freitag, 16. Juli, 15.02 Uhr: Unwetter in Belgien: Zahl der Toten steigt auf mindestens 23

In Belgien steigt die Zahl der Toten in Zusammenhang mit den schweren Unwettern weiter. Wie die Nachrichtenagentur Belga am Freitag unter Berufung auf den Gouverneur der Provinz Lüttich berichtet, kamen mindestens 23 Menschen in Wallonien ums Leben. Bislang seien in der Provinz Lüttich nur sechs von 20 dort gefundenen Leichen identifiziert worden. Es gebe immer noch Menschen, die seit 36 Stunden ohne Essen und Trinken auf Dächern ausharrten. Nach Informationen des öffentlich rechtlichen Sender RTBF wurden in der Provinz Lüttich zudem am Mittag noch 13 Menschen vermisst.

Freitag, 16. Juli, 14.45 Uhr: WMO: Beispielloser Sommer 2021 mit Extremwetter in vielen Regionen

Nicht nur Westdeutschland, sondern weite Teile der nördlichen Welthalbkugel werden laut Weltwetterorganisation (WMO) derzeit von verschiedenen Extremen heimgesucht. Die Hochwasserkatastrophe in Westeuropa habe in diesen Sommer bislang die meisten Todesopfer gefordert, sagte WMO-Sprecherin Clare Nullis am Freitag in Genf.

Zusätzlich erlebe Skandinavien eine andauernde Hitzewelle, Rauchschwaden von sibirischen Waldbränden breiteten sich bis Alaska aus, und Nordamerika kämpfe ebenfalls mit Flächenbränden. "Wir haben wieder einen Sommer mit beispielloser Hitze, Dürre, Kälte und Nässe", sagte Nullis.

Derzeit laufen laut Nullis mehrere Forschungsprojekte, um einen möglichen Zusammenhang zwischen der Eisschmelze in der Arktis, Windströmungen und sogenannten blockierten Wetterlagen zu finden. Als Beispiel nannte die Sprecherin der UN-Organisation das über Westeuropa festsitzende Tief, das eine relativ kleinen Region innerhalb von zwei Tagen mit Regenmengen überflutete, wie sie sonst in zwei Monaten fallen. Nullis wies auf ein weiteres Risiko durch den Klimawandel hin: Je wärmer die Atmosphäre sei, desto mehr Feuchtigkeit könne sie aufnehmen und als Regen abgeben.

Aus Sicht der WMO verfügen der Deutsche Wetterdienst (DWD) und ähnliche Einrichtungen in anderen europäischen Ländern über hoch entwickelte Frühwarnsysteme. Insgesamt sei Europa gut auf Wetterextreme vorbereitet, sagte Nullis. Extreme Regenfälle wie in den vergangenen Tagen seien jedoch nur sehr schwer zu bewältigen.

Freitag, 16. Juli, 14.35 Uhr: Wetterdienst: 182,4 Liter Regen pro Quadratmeter im Märkischen Kreis

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat am Freitag eine erste Bilanz des Extremregens der vergangenen Tage gezogen. Danach fielen innerhalb von 72 Stunden in Nachrodt-Wiblingwerde im Märkischen Kreis 182,4 Liter Niederschlag pro Quadratmeter. Die zweitgrößte Menge wurde in Hagen verzeichnet. Dort fielen zwischen 5.50 Uhr am 12. Juli und dem 15. Juli insgesamt 175,7 Liter Niederschlag pro Quadratmeter. Knapp dahinter lag Altena im Märkischen Kreis mit 174,9 Litern pro Quadratmeter.

Insgesamt lagen sechs der 15 am meisten betroffenen Gemeinden im Märkischen Kreis. Im Kreis Mettmann fielen Spitzenmengen von 152,8 Litern pro Quadratmeter.

Auch mehrere der Städte in Nordrhein-Westfalen verzeichneten hohe Regenmengen: In Köln fielen innerhalb von 72 Stunden 149,8 Liter pro Quadratmeter, in Aachen 144,3 und in Düsseldorf 143,3.

Im Eifelkreis Bitburg-Prüm in Rheinland-Pfalz fielen nach DWD-Angaben 141,4 Liter pro Quadratmeter, im Landkreis Ahrweiler waren es 133,5.

Freitag, 16. Juli, 14.25 Uhr: Mindestens 63 Tote in Rheinland-Pfalz

Die Hochwasserkatastrophe an Ahr und Mosel in Rheinland-Pfalz hat mindestens 63 Menschen das Leben gekostet. Die Zahl werde vermutlich noch steigen, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) am Freitag nach einer Sondersitzung des Kabinetts in Mainz. Eine nicht genau bekannte Zahl von Menschen wird noch vermisst. Allein in der Verbandsgemeinde Adenau (Kreis Ahrweiler) waren dies etwa 30 Bewohner.

"Das Leid nimmt auch gar kein Ende", sagte Dreyer bei einem Besuch der Berufsfeuerwehr in Trier. Die Zahl der Toten steige weiter. Überall gehe jetzt das Wasser zurück, daher würden nun Menschen gefunden, die bei der Katastrophe ertrunken seien. "Und da könnte man eigentlich nur noch weinen. Das ist ein Horror."

Freitag, 16. Juli, 14.10 Uhr: Unwettergefahr nimmt am Wochenende allmählich ab

In den von der Hochwasserkatastrophe betroffenen Gebieten Deutschlands dürften die Menschen sehnsüchtig auf diese Prognose des Deutschen Wetterdienstes (DWD) gewartet haben: Die Unwettergefahr nimmt am Wochenende von Nordwesten her allmählich ab. Allerdings sorgte Tief "Bernd" am Freitag immer noch für Schauer, Gewitter und Dauerregen an den Alpen. Unwetter treten aber im Vergleich zu den vergangenen Tagen "nur" lokal auf, hieß es. Im Südwesten wurden auch am Freitag noch Schauer oder Gewitter mit Starkregen um 20 Liter pro Quadratmeter und Stunde erwartet. In der Nacht zum Samstag wurden Gewitter mit Starkregen vor allem im Osten Deutschlands erwartet.

Am Wochenende bringt das Hoch "Dana" von Nordwesten her zögerlich Wetterbesserung ins Landesinnere. Dabei gelangt zunehmend stabilere und trockenere Luft nach Deutschland. Das Unwettertief "Bernd" werde dann langsam ost- und südostwärts abgedrängt, hieß es. Die Stark- oder Dauerregenfälle sind dann noch in der Südosthälfte zu erwarten. An den Alpen könne es allerdings zu Dauerregen kommen. Bis Sonntagabend sind dort 70 bis 90, an den östlichen Alpen um 120 Liter pro Quadratmeter in 48 Stunden möglich.

Am Sonntag sollen die Regenfälle an den Alpen im weiteren Tagesverlauf allmählich nachlassen. Vor allem vom Nordosten über die Mitte bis in den Süden dürfte es recht sonnig und sommerlich warm werden mit Höchstwerten von 25 bis 28 Grad. Im Norden und Nordwesten kündigt sich jedoch bereits ein Tief über Südskandinavien mit stark auffrischendem Wind und dem einen oder anderen Schauer in Küstennähe an.

Freitag, 16. Juli, 13.32 Uhr: Zwölf Menschen in Wohnheim für Menschen mit Behinderung ertrunken

Unter den Todesopfern der Flutkatastrophe sind auch zwölf Bewohner einer Einrichtung für Menschen mit geistiger Behinderung. Nach dem Unwetter in der Nacht zu Donnerstag wurden dort 13 Menschen vermisst. Einer von ihnen sei gerettet und ins Krankenhaus gebracht worden, teilte am Freitag eine Sprecherin des Innenministeriums in Rheinland-Pfalz mit. Am Donnerstagabend waren zunächst neun Todesopfer in der Einrichtung bestätigt worden.

"Das Wasser drang innerhalb einer Minute bis an die Decke des Erdgeschosses", sagte der Geschäftsführer des Landesverbands der Lebenshilfe Rheinland-Pfalz, Matthias Mandos. Die Nachtwache habe es noch geschafft, mehrere Bewohner in den ersten Stock des an der Ahr gelegenen Wohnheims zu bringen. "Als er die nächsten holen wollte, kam er schon zu spät." Die Wassermassen seien so rasant in das Gebäude eingedrungen, dass es keine Chance gegeben habe.

++Freitag, 16. Juli, 12.35 Uhr: Bayerische Einsatzkräfte helfen nach Unwettern in NRW

Die Schweinfurter Wasserwacht des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) hilft im nordrhein-westfälischem Erftstadt bei der Bekämpfung des Hochwassers. 35 Ehrenamtliche seien in der Nacht angekommen, sagte Thomas Lindörfer, Sprecher des BRK am Freitag. Die Helferinnen und Helfer aus Unterfranken unterstützten bei der Rettung auch mit zwei Tauchtrupps, zwei Boottrupps und Logistik. Das Team sei autark und mit Booten aus Unterfranken ausgestattet. Zunächst sei der Einsatz über das Wochenende geplant, wie es danach weitergeht, hänge vom Wetter ab, sagte Lindörfer.

Auch das bayerische Technische Hilfswerk (THW) hat Helferinnen und Helfer in das von Unwettern betroffene Gebiet in NRW entsandt. Eine Einheit von 60 Frauen und Männern bekämpfe das Hochwasser im Raum Köln mit Großpumpen, teilte Sprecher Dominik Helms am Freitag mit. Fünf Pumpen könnten mehr als 45 000 Liter Wasser pro Minute bewegen, sagte er, außerdem würden Tauchpumpen eingesetzt. Gebiete in Franken hatten kürzlich selbst mit Unwettern zu kämpfen.

++Freitag, 16. Juli, 12.16 Uhr: Zahl der Todesopfer in Rheinland-Pfalz steigt auf 60

Die Zahl der Todesopfer bei der Hochwasserkatastrophe im nördlichen Rheinland-Pfalz ist auf 60 gestiegen. Dies teilte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) am Freitag nach einer Sondersitzung des Kabinetts in Mainz mit. Bisher war von mindestens 50 Toten die Rede gewesen.

++Freitag, 16. Juli, 12.13 Uhr: Verteidigungsministerium löst militärischen Katastrophenalarm aus

Das Verteidigungsministerium hat wegen der Unwetterkatastrophe im Westen Deutschlands einen militärischen Katastrophenalarm ausgelöst. Ministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) habe die Entscheidung getroffen, sagte ein Sprecher des Ministeriums am Freitag in Berlin. "Das bedeutet, dass die Entscheidungsinstanzen weit nach vorn, nämlich genau dorthin verrückt werden, wo sie gebraucht werden. Als Beispiel kann jetzt eine Verbandsführerin vor Ort entscheiden, ob der Bergepanzer, ob der militärische Lkw, ob das Stromaggregat bereitgestellt wird, wenn es denn verfügbar wird", sagte der Offizier. "Ich denke, bei solchen Lagen ist Dezentralität ganz wichtig und auch für den Erfolg der Maßnahmen ganz ausschlaggebend."

++Freitag, 16. Juli, 11.45 Uhr: Blick ins Jahr 2002: Bei Jahrhundert-Flutkatastrophe starben 45 Menschen

Die aktuellen Bilder aus dem Westen Deutschlands erinnern an die Flutkatatrophe im Jahr 2002. Dabei war es in Deutschland, Tschechien, Österreich, Italien, Bulgarien, Rumänien und an der russischen Schwarzmeerküste zu schweren Schäden gekommen. In Bayern sind besonders Regensburg und Passau von einer Flutwelle der Donau betroffen. Zwei Wochen lang kämpften Einsatzkräfte gegen die Fluten. In Ost- und Norddeutschland waren vor allem die Gebiete entland der Elbe und in Bayern betroffen. Es gab mindestens 45 Tote und einen Schaden von neun Milliarden Euro allein in Deutschland.

Das Hochwasser war durch tagelange Regenfälle verursacht worden. Es sollen die bis dahin heftigsten Regenfälle seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1896 gewesen sein. Im Erzgebirge regnete es laut Wetteronline.de am 12. August 2002 örtlich über 300 Liter Regen pro Quadratmeter. "Da der Boden in der Region durch vorangegangene Starkregenfälle schon gesättigt war, floss der Großteil sofort in die Bäche und Flüsse, die sprunghaft um teils mehrere Meter anstiegen. Die Folge waren verheerende Überschwemmungen, bei denen dutzende Dörfer überflutet wurden; Häuser, Straßen, Brücken und sogar Gleise wurden von den Wassermassen weggerissen."

.++Freitag, 16. Juli, 11.35 Uhr: Diebstahl in vom Hochwasser geschädigten Geschäften: Fünf Menschen festgenommen

Bei dem Versuch, Geschäfte in den vom Hochwasser stark betroffenen Städten Eschweiler und Stolberg in Nordrhein-Westfalen zu bestehlen, sind fünf Menschen vorläufig festgenommen worden. In allen Fällen schrieben Beamte eine Anzeige wegen Diebstahls, sagte ein Polizeisprecher am Freitag. Ein 32 Jahre alter Mann versuchte demnach am Donnerstag in Stolberg, einen Gegenstand aus einem Juweliergeschäft zu stehlen. Als Zeugen ihn ansprachen, ließ er seine Beute wieder fallen. In einem Supermarkt in Stolberg waren zwei Frauen im Alter von 28 und 24 Jahren und ein 35-jähriger Mann unterwegs, um Lebensmittel und Spielzeug zu stehlen. In Eschweiler wollte ein Mann Beute in einer Apotheke machen.

++ Freitag, 16. Juli, 11.26 Uhr: Unwetter: Zahl der Toten in Belgien steigt auf mindestens 14

Die Zahl der Toten in Folge des Unwetters und der Überschwemmungen ist auch in Belgien weiter gestiegen. Über Nacht fanden die Einsatzkräfte in der Wallonischen Region weitere Tote - somit forderte das Unwetter bisher mindestens 14 Menschenleben, wie die Nachrichtenagentur Belga am Freitag berichtete. Der Ministerpräsident von Wallonien, Elio Di Rupo, sagte dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk RTBF, dass Häuser eingestürzt seien und vom Hochwasser Betroffene nicht erreicht werden könnten, wie Belga berichtete. Mittlerweile beruhige sich das Wetter in Belgien; der Regen lasse nach. Zudem war der Schienenverkehr in ganz Wallonien gestört. Mehr als 20 000 Menschen hatten zeitweise keinen Strom, und in manchen Regionen war das Trinkwasser verunreinigt.

++Freitag, 16. Juli, 11.18 Uhr: Bisher 93 Todesopfer - und noch viele Vermisste

Bei der Hochwasserkatastrophe im Westen Deutschlands sind bislang 93 Todesopfer zu beklagen. In Rheinland-Pfalz kamen in den Fluten mindestens 50 Menschen ums Leben, in Nordrhein-Westfalen waren es 43. Die Zahl dürfte sich angesichts einer hohen Zahl von Vermissten noch erhöhen. Nach Polizeiangaben würden in Rheinland-Pfalz knapp unter 100 Menschen vermisst. Der Kreis Ahrweiler hatte von 1300 Vermissten im Kreisgebiet gesprochen. Eine Sprecherin erklärte das auch mit dem teilweise lahmgelegten Mobilfunknetz. Daher gebe es keinen Handy-Empfang; viele Menschen seien nicht erreichbar.

++Freitag, 16. Juli, 11.15 Uhr: Tausende Helfer im Einsatz - Bundeswehr macht eigene Lagebewertung

Nach der Unwetterkatastrophe im Westen Deutschlands sind am Freitag Tausende Helfer in Rettungseinsätzen unterwegs. Wegen der Vielzahl der Notsituationen wollte die Bundeswehr nicht mehr nur auf Anträge zur Hilfeleistung warten, sondern sich auch auf eine eigene Lagebewertung stützen, wie ein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur sagte. Bereits am Vortag war bei Gefahr für Leib und Leben sogenannte Soforthilfe geleistet worden.

In Nordrhein-Westfalen unterstützten Soldaten die Einsätze zur Rettung und Bergung mit 495 Männern und Frauen in elf Landkreisen und Städten. In Rheinland-Pfalz waren mehr als 200 Soldaten in neun Landkreisen und Städten im Einsatz. Die Gesamtzahl der Soldaten lag insgesamt aber höher, da Besatzungen von Fahrzeugen teils nicht mitgezählt wurden.

Das Technische Hilfswerk (THW) hatte am Freitag laut Bundesinnenministerium in beiden Bundesländern insgesamt 2065 Helfer im Einsatz. Diese waren nach Angaben eines Sprechers vor allem damit beschäftigt Menschen zu retten, Gebäude zu evakuieren, Kraftstoff zu organisieren und Sandsäcke zu verteilen. Die Bundespolizei beteiligte sich mit 250 Beamten an der Luftrettung und übernahm Schutzaufgaben, auch um mögliche Plünderungen zu verhindern.

++Freitag, 16. Juli, 10.07 Uhr: Menschen bei Hauseinstürzen in Erftstadt gestorben

Beim Einsturz von Häusern in Erftstadt-Blessem sind Menschen ums Leben gekommen. "Es gibt Todesopfer", sagte eine Sprecherin der Bezirksregierung Köln am Freitag. In der Ortschaft war es zu massiven und schnell fortschreitenden Unterspülungen von Häusern gekommen. Von der Bezirksregierung verbreitete Luftbilder und Fotos von dpa-Fotografen zeigen Erdrutsche von gewaltigem Ausmaß. Häuser wurden mitgerissen und verschwanden. Autos lagen in neu entstandenen riesigen Erdlöchern neben Betonteilen der ehemaligen Kanalisation. Aus den Häusern kämen immer wieder Notrufe. Menschen könnten derzeit aber nur mit Booten vom Wasser aus gerettet werden, hatte die Behörde zuvor mitgeteilt. Dazu erschwere ein Gasaustritt die Rettungsarbeiten. Mehrere Pflegeheime würden geräumt.

++Freitag, 16. Juli, 9.22 Uhr: Auch Spürhunde und Bausachverständige im Hochwassergebiet im Einsatz

In der Hochwasserkatastrophe in der Eifel unterstützen auch Spürhunde und Bausachverständige die Rettungskräfte. "Als gestern in Schuld das Wasser zurückging, war auch eine Spürhundstaffel im Einsatz", sagte der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Adenau im Kreis Ahrweiler, Guido Nisius (CDU), am Freitagmorgen. In dem besonders vom Hochwasser heimgesuchten Dorf Schuld am Flüsschen Ahr mit sechs eingestürzten und vielen beschädigten Häusern werde weiter mit Hochdruck nach Vermissten gesucht. "Bausachverständige haben in Schuld jedes Gebäude begutachtet, ob es einsturzgefährdet ist", erklärte Nisius. Falls nicht, seien die Rettungskräfte hineingegangen.

Allein in der Verbandsgemeinde Adenau wurden laut dem Bürgermeister auch am Freitagmorgen noch etwa 30 Bürger vermisst. Zugleich scheine hier das zunächst zusammengebrochene Handynetz wieder halbwegs zu funktionieren. Nisius wusste nach eigener Aussage auch am Freitagmorgen noch nicht, wie viele der für Rheinland-Pfalz gemeldeten mehr als 50 Toten aus seiner Verbandsgemeinde Adenau stammten.

++Freitag, 16. Juli, 8.35 Uhr: Zugverkehr in Hochwasser-Regionen weiter massiv eingeschränkt

Der Zugverkehr in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz ist wegen der Überflutungen weiterhin massiv beeinträchtigt. Zahlreiche Strecken seien komplett gesperrt oder nur eingeschränkt befahrbar, teilte die Deutsche Bahn am Freitag in Düsseldorf mit. "Die Wassermassen haben Gleise, Weichen Signaltechnik, Bahnhöfe und Stellwerke in vielen Landesteilen von NRW und Rheinland-Pfalz stark beschädigt." Allein in Nordrhein-Westfalen seien Gleise auf einer Länge von rund 600 Kilometern betroffen. Die Ermittlung der Schäden laufe weiter auf Hochtouren.

Im Fernverkehr ist unter anderem der Abschnitt Köln-Wuppertal-Hagen-Dortmund derzeit den Angaben zufolge nicht befahrbar. Es kommt zu Zug- und Halteausfällen. Dies gilt auch für die Strecke Köln-Koblenz über Bonn Hauptbahnhof. Die Strecke Köln-Düsseldorf-Essen-Dortmund ist nur mit erheblichen Einschränkungen befahrbar.

Auch der internationale Fernverkehr von und nach Brüssel ist immer noch unterbrochen, da in Belgien zahlreiche Strecken gesperrt sind. Für Informationen zur aktuellen Lage im Zugverkehr hat die Bahn eine kostenlose Sonder-Hotline eingerichtet: 08000 99 66 33.

++Freitag , 16. Juli, 8.06 Uhr: Hauseinstürze in Erftstadt - Lage dramatisch

In Erftstadt-Blessem ist eine Reihe von Häusern ganz oder teilweise eingestürzt. Das hat die Kölner Bezirksregierung am Freitagmorgen mitgeteilt. Ursache seien massive und schnell fortschreitende Unterspülungen der Häuser. Aus den Häusern kämen immer wieder Notrufe. Menschen könnten derzeit aber nur mit Booten vom Wasser aus gerettet werden. Dazu erschwere ein nicht abstellbarer Gasaustritt die Rettungsarbeiten. Mehrere Pflegeheime würden geräumt.

++Freitag, 16. Juli, 8 Uhr: 23 Landkreise in NRW von Überschwemmungen betroffen

In Nordrhein-Westfalen sind nach Angaben des Bundesamtes für Bevölkerung und Katastrophenschutz (BBK) in Bonn 23 Städte und Landkreise von Überschwemmungen betroffen.

++Freitag, 16. Juli, 7.40 Uhr: 1300 Vermisste nach Hochwasser im Westen Deutschlands

Der Kreis Ahrweiler hat von 1300 Vermissten im Kreisgebiet gesprochen. Eine Sprecherin erklärte das auch mit dem teilweise lahmgelegten Mobilfunknetz. Daher gebe es keinen Handy-Empfang; viele Menschen seien nicht erreichbar. Aktuell im Vordergrund steht die Suche nach Vermissten.

++ Freitag, 16. Juli, 7.11 Uhr: Zahl der Toten in Rheinland-Pfalz nach Hochwasser steigt auf 50

Nach der Hochwasserkatastrophe in Rheinland-Pfalz ist die Zahl der Toten auf 50 gestiegen. "Die Befürchtung ist, dass es noch mehr werden", sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Koblenz am Donnerstagmorgen. Mehr dazu lesen Sie hier.

Ein Einsatzfahrzeug der Bundeswehr räumt Geröll von der Straße in Aachen (Nordrhein-Westfalen).
Ein Einsatzfahrzeug der Bundeswehr räumt Geröll von der Straße in Aachen (Nordrhein-Westfalen).
Bild: Dagmar Roeger, dpa

++ 22.03 Uhr: Merkel bei Biden: Hochwasser in Deutschland rückt Klima ins Zentrum

Angela Merkel wirkt bestürzt, als sie in der deutschen Botschaft in Washington vor die Kameras tritt. Ihre Gedanken seien in diesen Stunden "immer auch bei den Menschen in der Heimat", in den Hochwassergebieten in Rheinland-Pfalz und in Nordrhein-Westfalen, sagt die Kanzlerin bei einem kurzfristig arrangierten Auftritt. "Ihnen will ich auch von hier aus ein Zeichen der Anteilnahme und der Solidarität schicken." Von Katastrophe und Tragödie spricht Merkel. Es ist ihr anzumerken, wie sehr sie die Lage zu Hause in Deutschland bewegt.

Es ist eine der letzten großen Auslandsreisen Merkels und einer der wichtigsten USA-Besuche in ihrer zu Ende gehenden bald 16-jährigen Ära als Kanzlerin. Doch die Überschwemmungen mit vielen Toten, eingestürzten Häusern und überfluteten Landstrichen lassen den Anlass ihres Besuchs in der US-Hauptstadt fast in den Hintergrund treten.

++ 22 Uhr: Wetterdienst warnt vor Starkregen und schweren Gewittern

Nach Einschätzung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) ist der Höhepunkt der extremen Niederschläge in Teilen Deutschlands überschritten. Für Wuppertal und Teile des Ennepe-Ruhr-Kreises warnte der DWD am Donnerstagabend allerdings erneut vor schweren Gewittern mit heftigem Starkregen.

++ 21.56 Uhr: Neun Tote und vier Vermisste nach Unwettern in Belgien

Die Zahl der Todesopfer im Zusammenhang mit Unwettern im östlichen Belgien ist bis zum späten Donnerstagabend auf neun gestiegen. Zudem werden vier Menschen vermisst, wie die belgische Nachrichtenagentur Belga berichtete. Bereits am Morgen hatte es erste Meldungen über Tote gegeben. Innenministerin Annelies Verlinden hatte den Katastrophenschutzmechanismus der EU in Anspruch genommen, Frankreich, Italien und Österreich hatten Hilfe angeboten. König Philippe von Belgien und Königin Mathilde fuhren den Angaben zufolge in die besonders betroffene Gemeinde Chaudfontaine. Der zentrale Bahnhof der Stadt Lüttich mit knapp 200.000 Einwohnern wurde am Nachmittag geschlossen.

In der Stadt waren Belga zufolge zudem die Strom-, Gas- und Wasserversorgung beeinträchtigt. Wer an der Maas lebt, wurde dazu aufgefordert, sich in Sicherheit zu bringen. Auch in anderen Provinzen mussten Menschen in Sicherheit gebracht werden. Wie in Deutschland hielten starke Regenfälle und Überschwemmungen Einsatz- und Sicherheitskräfte im Osten des Landes seit der Nacht in Atem. Ministerpräsident Alexander De Croo schrieb auf Twitter: "Wir sichern allen Betroffenen sowie den örtlichen Behörden unsere volle Unterstützung zu."

++ 21.40 Uhr: Neun weitere Tote waren Bewohner einer Behinderteneinrichtung

Bei den neun weiteren Menschen, die bei der Hochwasser-Katastrophe in Rheinland-Pfalz ums Leben gekommen sind, handelte es sich um Bewohner einer Behinderteneinrichtung in Sinzig. Das sagte eine Sprecherin des rheinland-pfälzischen Innenministeriums am Donnerstagabend. Die Fluten seien schneller gekommen, als die Menschen hätten in Sicherheit gebracht werden können. Innenminister Roger Lewentz (SPD) hatte im SWR Fernsehen bekanntgegeben, dass sich die Zahl der Toten um neun auf 28 erhöht habe. Der Einsatz an der Einrichtung lief am Abend noch. Weitere Einzelheiten wurden zunächst nicht bekannt. Zuvor hatten mehrere Medien über das Thema berichtet.

++ 20.56 Uhr: Inzwischen 19 Tote im Raum Bad Neuenahr-Ahrweiler

Mindestens 19 Menschen starben nach ersten Erkenntnissen im Raum Bad Neuenahr-Ahrweiler. Auf Bildern zeigt sich die Gewalt, mit der das Wasser die Dörfer und Orte überflutet hat: Autos, Bäume, ganze Häuser sind einfach weggerissen, Trümmer stapeln sich im schmutzigen Wasser, Brücken sind zusammengestürzt.

Luftaufnahmen lassen das Ausmaß besonders erahnen: Das Eifel-Örtchen Schuld ist völlig verwüstet, auch Altenburg, ein Ortsteil von Altenahr, versinkt regelrecht in den gefährlichen Fluten.

An einigen Talsperren wird das Wasser kontrolliert abgelassen, einige anliegende Ortschaften werden evakuiert. Mehrere Tausend Einwohner sind betroffen. An der Steinbachtalsperre in Rheinland-Pfalz veranlasst das falsche Gerücht eines Dammbruchs Dutzende Bewohner von Heimersheim zur Flucht auf höhergelegenes Terrain. "Wir haben gehört, die Flutwelle kommt", rufen sie, Panikstimmung macht sich breit. Die Kreisverwaltung Ahrweiler stellt klar, dass von einem Dammbruch keine Rede sein könne. Ein Sachverständiger stuft die Talsperre aber als "sehr instabil" ein. Vielerorts bleiben zunächst die Sorge und die Ungewissheit.

++ 20.35 Uhr: Bundeswehr schickt Soldaten in Hilfseinsatz

Die Bundeswehr hat nach der Unwetterkatastrophe im Westen Deutschlands weitere Soldaten in den Hilfseinsatz geschickt. So helfen im Landkreis Ahrweiler 100 Soldaten. Sie nutzen fünf "tiefwatfähige Fahrzeuge", die also auch in überschwemmten Straßenzügen noch vorankommen, vier Radlader und 2 Rettungshubschrauber "SAR" der Bundeswehr. Insgesamt befanden sich nach Angaben der Bundeswehr dort elf Hubschrauber im Einsatz, auch um von den Fluten eingeschlossene Menschen zu retten.

Im Eifelkreis Bitburg-Prüm war die Bundeswehr mit fünf Krankenwagen und Besatzung unterwegs und errichtete auch sieben mobile Satellitenanlagen, um eine Kommunikation für abgeschnittene Orte wieder herzustellen. Im Raum Trier-Saarburg wurde bei der Evakuierung eines Altenheims geholfen. Dort wurden 110 Menschen in Sicherheit gebracht, darunter 45 bettlägerige Bewohner.

Im Raum Trier-Saarburg sind 40 Soldaten mit 12 Booten und einem "Jetlowsystem" - eine Art Fähre - unterwegs. Zudem war ein Lautsprechersystem-Dingo im Einsatz, um die Evakuierung der Dörfer Ralingen, Wintersdorf und Kordel zu unterstützten. Dabei ging es darum, 500 Menschen zu retten.

++ 20.33 Uhr: Zahl der Todesopfer in Rheinland-Pfalz steigt auf 28

Durch die Hochwasser-Katastrophe in Rheinland-Pfalz haben neun weitere Menschen ihr Leben verloren. Damit erhöht sich die Zahl der Toten auf 28. "Wir gehen davon aus, dass wir neun weitere Tote bergen konnten durch die Feuerwehr, das ist jedenfalls die Meldung der technischen Einsatzleitung", sagte der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD) am Donnerstagabend im SWR Fernsehen. Auch mögliche weitere Opfer seien angesichts der großen Zahl von rund 40 bis 60 weiterhin vermissten Menschen zu befürchten, machte der Innenminister deutlich.

"Wenn Menschen über so viele Stunden vermisst sind und man natürlich überall um die Katastrophe weiß, dann sind es einige, die sich aus welchen Gründen auch immer - hier muss man das Schlimmste denken - nicht zurückgemeldet haben, so dass die Nacht, die nächsten Tage möglicherweise auch diese Zahl noch einmal nach oben schnellen lässt", sagte Lewentz.

Schwerpunkt der Katastrophe ist der Kreis Ahrweiler. Allein im 700 Einwohner zählenden Dorf Schuld an der Ahr waren sechs Häuser eingestürzt, etwa 40 Prozent der weiteren Wohngebäude wurden beschädigt. Erhebliche Schäden gab es auch in weiteren Regionen der Eifel sowie im Landkreis Trier-Saarburg.

++ 20.07 Uhr: Lewentz: Neun weitere Tote durch Hochwasser-Katastrophe

Der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD) geht von neun weiteren Todesopfern durch die Hochwasserkatastrophe in Rheinland-Pfalz aus. "Wir gehen davon aus, dass wir neun weitere Tote bergen konnten durch die Feuerwehr, das ist jedenfalls die Meldung der technischen Einsatzleitung", sagte Lewentz am Donnerstagabend im SWR Fernsehen.

++ 19.29 Uhr: Hunderte Häuser im Kreis Trier-Saarburg durch Wassermassen beschädigt

Der extreme Starkregen hat im Landkreis Trier-Saarburg immense Schäden angerichtet. Hunderte Häuser seien in Mitleidenschaft gezogen worden, sagte ein Sprecher des Landkreises am Donnerstagabend in Konz. Die Schäden reichten von vollgelaufenen Kellern bis hin zu Totalschäden an Wohnhäusern und öffentlichen Gebäuden wie beispielsweise einer Kläranlage. Schwerpunkte seien die Gemeinde Kordel am Mosel-Nebenfluss Kyll sowie der Trierer Stadtteil Ehrang. In der Südeifel seien zudem am Mosel-Zufluss Sauer vier bis fünf Orte teils überspült worden.

++ 19.16 Uhr: Innenministerium: Mindestens 30 Tote in NRW nach Unwetter

Im Zusammenhang mit dem schweren Unwetter sind in Nordrhein-Westfalen mindestens 30 Menschen ums Leben gekommen. Das teilte das NRW-Innenministerium am Donnerstagabend mit. 57 Personen seien zudem verletzt. Es handele sich bei den Zahlen um den Stand von 18 Uhr.

Viele Flüsse und Bäche in der Eifel, im Bergischen Land, im Rheinland und Sauerland führten am Donnerstag Hochwasser und waren am Mittwoch und in der Nacht zum Donnerstag über die Ufer getreten. Straßen wurden überschwemmt, Keller liefen voll. Besonders kritisch war die Lage etwa im Kreis Euskirchen.

++ 19.02 Uhr: Trauerbeflaggung am Freitag in Rheinland-Pfalz

An allen Behörden in Rheinland-Pfalz werden die Fahnen am Freitag auf halbmast gesetzt. Ministerpräsidentin Malu Dreyer habe nach der Unwetterkatastrophe im Norden des Landes für die Dienstgebäude Trauerbeflaggung angeordnet, teilte die Staatskanzlei am Donnerstagabend in Mainz mit. Damit werde ein "sichtbares Zeichen der Trauer" gesetzt.

++18.55 Uhr: Mehrere Tausend Bürger in Sicherheit gebracht

Bei der Hochwasserkatastrophe in Rheinland-Pfalz sind laut Landesinnenminister Roger Lewentz (SPD) mehrere Tausend Bürger vor den Fluten in Sicherheit gebracht worden. Ihre Zahl liege "deutlich im vierstelligen Bereich", sagte er am Donnerstag bei einem Besuch der stark getroffenen Kurstadt Bad Neuenahr-Ahrweiler. Allein im Landkreis Ahrweiler seien 13 Helikopter "zusammengezogen worden". Mit Blick auf die mindestens 19 Toten in Rheinland-Pfalz fügte Lewentz hinzu: "Die Menschen sind quasi im Bett überrascht worden." Die Hochwassernacht erinnere ihn an die Flutkatastrophe von Hamburg 1962. Auch damals wurden die Opfer in der Nacht überrascht - mehr als 300 Bürger verloren ihr Leben.

++ 18.37 Uhr: Zwei Tote in überflutetem Keller in Geilenkirchen

Rettungskräfte haben in einem überfluteten Keller eines Hauses in Geilenkirchen in Nordrhein-Westfalen am Donnerstag zwei leblose Personen gefunden. Die Wiederbelebungsversuche blieben nach Mitteilung der Polizei erfolglos. Nach ersten Ermittlungen handelte es sich um zwei Bewohner des Hauses im Alter von 74 und 78 Jahren. Sie starben noch am Einsatzort. Die genaue Todesursache ist noch Teil der Ermittlungen, wie die Polizei mitteilte.

++ 18.15 Uhr: Wetterdienst warnt vor Gewitter im Allgäu - Dauerregen lässt Flusspegel ansteigen

In der Nacht auf Freitag soll es im Allgäu gewittern und viel regnen. Das Wasser lässt die Flusspegel ansteigen. Wie die aktuelle Lage ist, lesen Sie hier.

++ 17.49 Uhr: "Jahrhundertmäßig": Hochwasser trifft Trierer Ortslage Alt-Ehrang

Wegen starken Hochwassers der Kyll sind in Trier am Donnerstag Teile der Ortslage Alt-Ehrang sowie ein Krankenhaus und ein Seniorenheim evakuiert worden. "Aus dem Heim wurden etwa 125 Menschen und aus dem Krankenhaus etwa 70 bis 80 Menschen weggebracht - einige frisch operiert", sagte Stadtsprecher Michael Schmitz. Einige Patienten seien per Hubschrauber zu anderen Kliniken geflogen worden.

In dem Stadtteil selbst lief die Evakuierung der Wohnhäuser. "Es geht um etwa 100 bis 150 Menschen", sagte Schmitz. "Wir nutzen Boote oder dort, wo die Strömung zu stark ist, eben Radlader." Rund 200 Rettungskräfte seien im Einsatz. "Plus 60 bis 70 Menschen von der Stadt. Jeder, der laufen und eine Schaufel halten kann, hilft."

++ 17.18 Uhr: Politiker machen sich auf den Weg ins Katastrophengebiet

NRW-Ministerpräsident und CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet (CDU) machte sich in Altena und in Hagen ein Bild von der Lage. Rund 440 Einsatzkräfte von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk und 100 Kräfte der Bundeswehr waren allein in Hagen unterwegs, um der Wassermassen Herr zu werden. Eine Reise durch Süddeutschland hatte Laschet abgebrochen und auch seine Teilnahme an der CSU-Klausur im bayerischen Seeon abgesagt.

Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) unterbrach wegen des Hochwassers seinen Urlaub. Noch am Donnerstag wolle sich der Bundesfinanzminister und SPD-Kanzlerkandidat zusammen mit Dreyer ein Bild von der Lage im Katastrophengebiet machen, wie das Ministerium in Berlin mitteilte. Auch die Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock kehrt vorzeitig aus dem Urlaub zurück.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) dankte den Helfern. "Ich bin erschüttert über die Katastrophe, die so viele Menschen in den Hochwasser​gebieten durchleiden müssen", erklärte Merkel laut einem Tweet von Regierungssprecher Steffen Seibert am Donnerstag. "Mein Mitgefühl gilt den Angehörigen der Toten und Vermissten. Den vielen unermüdlichen Helfern und Einsatzkräften danke ich von Herzen." EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sagte den von der Hochwasserkatastrophe betroffenen Ländern Hilfe zu.

++ 17.09 Uhr: WDR räumt Lücken in Berichterstattung ein

Kritiker werfen dem größten ARD-Sender vor, die Bürger von NRW in der Starkregen-Nacht nicht genügend informiert zu haben. Der WDR räumt Defizite ein. Welche Probleme der Sender nach eigenen Angaben mit dem Unwetter hatte, lesen Sie hier.

++ 16:57 Uhr: Polizei appelliert an Hochwasser-Schaulustige, nicht zu kommen

Mit einem Aufruf hat der Sprecher der Polizei des Rhein-Erft-Kreises an Schaulustige appelliert, die Rettungsarbeiten in den Hochwassergebieten nicht zu behindern. "Die aktuelle Situation, in der viele Menschen um Angehörige bangen und sich um ihr Hab und Gut sorgen, ist nicht der richtige Zeitpunkt für Schaulust", sagte Thomas Held am Donnerstagnachmittag der Deutschen Presse-Agentur. Aufgrund heftigen Regens in der Nacht zum Donnerstag waren die Beamten im Kreis im Dauereinsatz.

Entlang der Erft forderte der Kreis wegen des Hochwassers die Kommunen auf, Evakuierungen und die Unterbringung der Menschen vorzubereiten.

++ 16.45 Uhr: Steinbachtalsperre in NRW "sehr instabil": Orte werden evakuiert

An der Steinbachtalsperre in Nordrhein-Westfalen werden die Orte Schweinheim, Flamersheim und Palmersheim evakuiert. Die Talsperre sei von einem Sachverständigen als "sehr instabil" eingestuft worden, sagte der Landrat des Kreises Euskirchen, Markus Ramers (SPD), am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Von der Evakuierung seien 4500 Einwohner betroffen. Gerüchte, wonach die Talsperre bereits gebrochen sei, hatte der benachbarte Kreis Ahrweiler zuvor dementiert. Der Kreis Euskirchen scheint mit bislang 15 Todesopfern in Nordrhein-Westfalen am stärksten von dem Unwetter betroffen.

++ 16.33 Uhr: Experte: Hochwasserlage in NRW bleibt "dynamisch und sehr angespannt"

Nach historischen Wasserständen an vielen Flüssen in Nordrhein-Westfalen bleibt die Hochwasserlage auch am Donnerstag angespannt. Zwar sinken laut Hochwasserinformationsdienst des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv) an den kleineren Gewässern wie etwa der Volme die Pegelstände langsam, doch die Lage bleibe "dynamisch und sehr angespannt", hieß es am Mittag. Auch für die Ruhr zeichne sich ein "außerordentliches Hochwasser mit historischen Pegelständen" ab, sagte der Leiter des Hochwasserinformationsdienstes Bernd Mehlig, am Mittwoch in Duisburg. Insbesondere die Orte entlang der Ruhr ab Hagen, wo Volme und Lenne in die Ruhr münden, seien betroffen.

++ 16.09 Uhr: Bahnverkehr in NRW und Rheinland-Pfalz weiterhin stark eingeschränkt

Der Regional- und Fernverkehr in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz ist aufgrund der Unwetterlage nach wie vor stark eingeschränkt. Gleise, Weichen und Signaltechnik seien in vielen Landesteilen stark beschädigt, teilte die Deutsche Bahn am Donnerstagnachmittag mit. Auch Bahnhöfe und Stellwerke seien betroffen.

Die Wetterlage wirke sich auch auf den Fernverkehr aus: Auf der Strecke Köln-Düsseldorf-Essen Dortmund kommt es demnach zu Umleitungen, Verspätungen und Zugausfällen. Die Strecke Köln-Koblenz über den Bonner Hauptbahnhof ist derzeit nicht befahrbar. Über Bonn-Beuel ist die Strecke rechtsrheinig befahrbar, allerdings komme es auch hier zu Verspätungen und Zugausfällen.

Der internationale Fernverkehr von und nach Brüssel ist laut Bahn unterbrochen. "Die betroffenen Fernverkehrszüge fallen zwischen Köln Hbf und Bruxelles-Midi aus. Im Regionalverkehr setzt die Bahn Ersatzbusse ein, sofern es die Straßen zuließen. Der bundeseigene Konzern bittet die Fahrgäste, Fahrten in die Regionen möglichst zu verschieben. Tickets für den 14., 15. oder 16. Juli behielten ihre Gültigkeit bis eine Woche nach dem Ende der Störungen oder könnten kostenfrei storniert werden.

++ 15.55 Uhr: Rhein-Erft-Kreis ruft Katastrophenfall aus

Der Krisenstab im Rhein-Erft-Kreis in Nordrhein-Westfalen hat nach den andauernden starken Regenfällen den Katastrophenfall ausgerufen. Wegen der Hochwasserlage entlang der Erft bestehe die Gefahr, dass sich die bisher örtlich begrenzte Lage neben Erftstadt auch auf Kerpen, Bergheim und Bedburg ausweiten könnte, heißt es in einer Pressemitteilung von Donnerstag. Die kreisangehörigen Kommunen wurden aufgefordert, "die notwendigen Maßnahmen des Bevölkerungsschutzes wie insbesondere Evakuierungen und Unterbringungen vorzubereiten und vorzunehmen".

"Wir durchleben gerade eine Krise, deren Dimensionen heute noch nicht abschätzbar sind", sagte Landrat Frank Rock. Die extreme Wetterlage fordere schon jetzt den massiven Einsatz von Feuerwehr, Polizei, Städten, Stadtwerken, Technischem Hilfswerk und vielen anderen Helfern im ganzen Rhein-Erft-Kreis. "Der soziale Zusammenhalt und die Solidarität aller Bürgerinnen und Bürger ist in dieser schwierigen Zeit nun wichtiger mehr denn je. Helfen Sie bitte Nachbarn, Kindern, Älteren und mobilitätseingeschränkten Personen", sagte der Landrat.

++ 15.35 Uhr: DWD-Meteorologe: Wetterlage entspannt sich

Nach Einschätzung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) ist der Höhepunkt der extremen Niederschläge in Teilen Deutschlands überschritten. Der DWD-Meteorologe Marco Manitta erwartete am Donnerstag "eine Entspannung der Wetterlage". Zwar könne es weiterhin "punktuellen Starkregen" geben, dieser sei aber nicht mehr so verbreitet wie in der vergangenen Nacht, sagte Manitta der Deutschen Presse-Agentur. "Das Unwetterpotenzial sinkt deutlich."

Die größten Niederschlagsmengen gab es Manitta zufolge in einem breiten Streifen vom Sauerland über das Bergische Land und die Eifel, den Großraum Köln/Bonn bis zur Grenze nach Luxemburg. Spitzenreiter war Rheinbach-Todenfeld (Rhein-Sieg-Kreis in Nordrhein-Westfalen) mit 158 Millimeter Wasser im Messzeitraum 24 Stunden - wobei das meiste davon in kürzerem Zeitraum vom Himmel fiel, wie der Experte erklärte.

++ 15.28 Uhr: Mindestens 42 Tote bei Hochwasserkatastrophe im Westen Deutschlands

Ganze Landstriche sind verwüstet, Orte von der Außenwelt abgeschnitten, Häuser weggespült: Nach Unwettern im Westen Deutschlands sind mindestens 42 Menschen gestorben. In Rheinland-Pfalz werden Dutzende Menschen vermisst. "So eine Katastrophe haben wir noch nicht gesehen. Es ist wirklich verheerend", sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) am Donnerstag in Mainz.

Die Lage ist nach dem Dauerregen vielerorts in Rheinland-Pfalz und in Nordrhein-Westfalen unübersichtlich. Straßen wurden überschwemmt, Keller liefen voll. Retter und Retterinnen brachten Menschen in überschwemmten Orten zum Teil mit Booten in Sicherheit. Viele suchten auf Bäumen und Hausdächern Schutz vor den Fluten, Rettungshubschrauber waren im Einsatz. Es sei schwierig, die Vermissten zu erreichen, da das Mobilfunknetz zum Teil ausgefallen sei, sagte Dreyer.

In Rheinland-Pfalz waren mehrere Orte in der Eifel besonders schwer von dem Hochwasser betroffen. "Leider müssen wir bestätigen, dass sich die Zahl der Todesopfer in Zusammenhang mit der Hochwasserkatastrophe im Raum Bad Neuenahr-Ahrweiler auf derzeit insgesamt 18 erhöht hat", teilte die Polizei am Nachmittag bei Twitter mit. "Unser tiefes Mitgefühl gilt allen Betroffenen."

Dutzende Menschen wurden noch vermisst. Erheblich betroffen sind auch die Landkreise Bitburg-Prüm, Vulkaneifel und Trier-Saarburg. Vielfach mussten Kitas und Schulen geschlossen bleiben.

In Schuld an der Ahr wurden in der Nacht zum Donnerstag nach Angaben der Polizei in Koblenz vier Häuser völlig und zwei weitere Häuser zur Hälfte weggespült. Eine Vielzahl weiterer Gebäude ist einsturzgefährdet. Die Fluten schnitten mehrere Orte von der Außenwelt ab. Etwa 50 Menschen wurden von Hausdächern gerettet, auf denen sie Zuflucht gesucht hatten.

Auch im Eifelkreis Bitburg-Prüm wurden Menschen in ihren Häusern von den Wassermassen eingeschlossen. Die Bewohner von mehreren Gemeinden waren von Stromausfall und Einschränkungen der Trinkwasserversorgung betroffen.

In Nordrhein-Westfalen bleibt die Lage ebenfalls weiter angespannt. Nach dem Abklingen des Starkregens kämpfen Feuerwehr und andere Einsatzkräfte an vielen Orten mit einer sich verschärfenden Hochwasserlage. Mindestens 24 Menschen starben.

Die Polizei Köln berichtete von 20 Toten in der Region. Neben zwei in Köln gefundenen Toten seien bislang aus Euskirchen 15 und aus Rheinbach drei Tote gemeldet worden, teilte die Polizei am Donnerstagnachmittag mit. Noch seien nicht alle gesichteten Leichen geborgen. "Aussagen zur Identität, Alter, Auffindeort und Todesumständen wird die Polizei zum Schutz der Angehörigen nicht veröffentlichen", erklärten die Beamten.

Zuvor war bereits bekannt geworden, dass im Zusammenhang mit dem Unwetter auch in anderen Landesteilen Nordrhein-Westfalens Menschen starben. In Kamen (Kreis Unna) kam ein 77-Jähriger im einem unter Wasser stehenden Keller seines Hauses ums Leben. In Solingen starb ein 82 Jahre alter Mann nach einem Sturz ebenfalls im überfluteten Hauskeller. Zudem starben zwei Feuerleute. Ein 52 Jahre alter Feuerwehrmann kollabierte bei einem Unwettereinsatz im sauerländischen Werdohl und starb trotz Reanimationsversuchen. Wenige Stunden zuvor war in Altena im Sauerland ein Feuerwehrmann bei der Rettung eines Mannes ertrunken.

Viele Flüsse und Bäche in der Eifel, im Bergischen Land, im Rheinland und Sauerland führten am Donnerstag Hochwasser und waren am Mittwoch und in der Nacht zum Donnerstag über die Ufer getreten. Straßen wurden überschwemmt, Keller liefen voll.

++ 15.19 Uhr: Überblick: Wetter extrem: Hochwasserkatastrophen in Deutschland

Überschwemmte Straßen, überflutete Keller, Menschen in Not. Extremes Wetter gehört auch in unseren Breiten mittlerweile schon fast zum Alltag. Welche sieben Unwetter Deutschland in den vergangenen Jahren heimgesucht haben, lesen Sie hier.

++ 15.11 Uhr: Hochwasser-Unglück: Bayern bietet Krisenregionen Hilfe an

Bayern ist dieses Mal von dem großen Hochwasser-Unglück verschont geblieben und schickt Rettungskräfte in die Krisengegenden in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen. "Edelweiß"-Hubschrauber der bayerischen Polizei sowie Luftrettungsspezialisten des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) unterstützen die Hubschrauberstaffel in Rheinland-Pfalz bei der Bergung von Menschen aus den Hochwassergebieten. Hilfe für das ebenfalls schwer getroffene Nordrhein-Westfalen sei angedacht, sagte ein Sprecher des BRK. Die Rettungskräfte des BRK seien darin geschult, sich aus Hubschraubern abzuseilen und Menschen aus Häusern zu retten.

In Bayern selbst war es in der Nacht zu Donnerstag trotz starken Regens relativ ruhig geblieben, wie die Polizei erklärte.

++ 14.47 Uhr: Polizei Köln meldet 20 Tote nach Unwetter in NRW

Nach dem schweren Unwetter in Nordrhein-Westfalen hat die Polizei Köln von 20 Toten in der Region berichtet. Neben zwei in Köln gefundenen Toten seien bislang aus Euskirchen 15 und aus Rheinbach 3 Tote gemeldet worden, teilte die Polizei am Donnerstagnachmittag mit. Noch seien nicht alle gesichteten Leichen geborgen. "Aussagen zur Identität, Alter, Auffindeort und Todesumständen wird die Polizei zum Schutz der Angehörigen nicht veröffentlichen", erklärten die Beamten.

Zuvor war bereits bekannt geworden, dass im Zusammenhang mit dem Unwetter auch in anderen Landesteilen Nordrhein-Westfalens Menschen starben. In Kamen (Kreis Unna) kam ein 77-Jähriger im einem unter Wasser stehenden Keller seines Hauses ums Leben. In Solingen starb ein 82 Jahre alter Mann nach einem Sturz ebenfalls im überfluteten Hauskeller. Zudem starben zwei Feuerleute. Ein 52 Jahre alter Feuerwehrmann kollabierte bei einem Unwettereinsatz im sauerländischen Werdohl und starb trotz Reanimationsversuchen. Wenige Stunden zuvor war in Altena im Sauerland ein Feuerwehrmann bei der Rettung eines Mannes ertrunken.

Viele Flüsse und Bäche in der Eifel, im Bergischen Land, im Rheinland und Sauerland führten am Donnerstag Hochwasser und waren am Mittwoch und in der Nacht zum Donnerstag über die Ufer getreten. Straßen wurden überschwemmt, Keller liefen voll.

++ 14.41 Uhr: Bundesumweltministerin zu Hochwasser: Klimawandel ist in Deutschland angekommen

Bundesumweltministerin Svenja Schulze hat sich wegen der Hochwasserkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz dafür ausgesprochen, sich künftig besser auf Extremwetter-Ereignisse einzustellen. Die SPD-Politikerin schrieb am Donnerstag auf Twitter: "Der Klimawandel ist in Deutschland angekommen. Die Ereignisse zeigen, mit welcher Wucht die Folgen des Klimawandels uns alle treffen können."

Schulze schrieb: "Starkregen und Flut haben unser Land hart getroffen. Meine Gedanken sind heute bei den Menschen, die in Not sind, ihr Haus verloren haben oder gar um Angehörige trauern." Nun sei Zeit für Solidarität und zupackende Hilfe. Die Ereignisse zeigten, wie wichtig es sei, sich künftig noch besser auf solche Extremwetter-Ereignisse einzustellen.

++ 14.34 Uhr: Mindestens vier Tote nach Unwetter in Belgien

Im Zusammenhang mit schweren Unwettern im Osten Belgiens sind mindestens vier Menschen ums Leben gekommen. Das berichtete die Nachrichtenagentur Belga am Donnerstag unter Berufung auf die zuständige Staatsanwaltschaft. Die Leichen seien im Bezirk Verviers gefunden worden. Die Identität der Opfer sei noch nicht geklärt. Bereits am Morgen gab es Berichte über zwei Tote. Ob die nun vier gefundenen Leichen zu diesen zählen, war zunächst unklar.

Der öffentlich rechtliche Sender RTBF berichtete unter Berufung auf die Gouverneurin Catherine Delcourt, die beiden Toten seien in der Provinz Lüttich ums Leben gekommen. Die Fundorte liegen Medienberichten zufolge im Bezirk Verviers, der zur Provinz Lüttich gehört. Laut "Grenzecho" starb im belgischen Eupen in der Nähe von Aachen ein 22-Jähriger. "Wie von offizieller Seite bestätigt wurde, ist der junge Mann im Eupener Ortsteil Nispert mit einem Schwimmreifen in den reißenden Stadtbach gesprungen und wurde seitdem vermisst", heißt es in dem Bericht. Rettungskräfte hätten seine Leiche gefunden.

In Limburg sind nach Angaben der Bürgermeisterin knapp 3000 Menschen in Sicherheit gebracht worden. Manche Orte könnten wegen zu starker Strömung nicht einmal per Boot erreicht werden, Hubschrauber könnten wegen des Wetters nicht eingesetzt werden.

++ 14.18 Uhr: Polizei: 18 Tote nach Unwetter im Raum Bad Neuenahr-Ahrweiler

Im Zusammenhang mit der schweren Hochwasserkatastrophe hat sich die Zahl der Toten im Raum Bad Neuenahr-Ahrweiler (Rheinland-Pfalz) auf mindestens 18 erhöht. Das teilte die Polizei Koblenz am Donnerstag mit. Mehr dazu lesen Sie hier.

++ 13.04 Uhr: Damm von Talsperre droht zu brechen - Ortsteile werden evakuiert

Wegen der Gefahr eines Dammbruchs an der Steinbachtalsperre in Nordrhein-Westfalen werden zwei Ortsteile von Rheinbach evakuiert. Das teilte die Feuerwehr Rheinbach am Donnerstag mit. "Dies ist eine Vorsichtsmaßnahme, da nicht sicher ist, ob der Damm der Steinbachtalsperre gehalten werden kann", heißt es in der Mitteilung. Bei der Evakuierung von Oberdrees und Niederdrees würden auch Lastwagen der Bundeswehr eingesetzt. Wer nicht bei Familienangehörigen oder Bekannten unterkommen könne, finde eine Notunterkunft in der Stadthalle Rheinbach.

++ 12.09 Uhr: Zahl der Todesopfer in Rheinland-Pfalz auf fünf gestiegen

Die Zahl der Todesopfer nach den schweren Unwettern im nördlichen Rheinland-Pfalz ist nach Angaben des rheinland-pfälzischen Innenministers Roger Lewentz (SPD) auf fünf gestiegen. Alle seien nach bisherigen Erkenntnissen im Kreis Ahrweiler in den Fluten ums Leben gekommen.

++ 12.06 Uhr: Auch Panzer und Hubschrauber der Bundeswehr im Einsatz

Die Bundeswehr setzt bei der Unwetterkatastrophe im Südwesten und Westen Deutschlands Soldaten und schweres Gerät zur Rettung ein. In Nordrhein-Westfalen seien am Donnerstagmorgen 200 Männer und Frauen mit Bergepanzern, Radladern, schweren Lastwagen und dem Transportpanzer Fuchs in den Einsatz geschickt worden, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Berlin. In Rheinland-Pfalz sind demnach 70 Soldaten mit vier Unimogs und Krankenwagenausstattung unterwegs. Diese sind watfähig, können also auch in überschwemmten Dörfern fahren. Das Heer schickte Hilfe aus der Luft. "Zwei Transporthubschrauber NH90 und zwei Rettungshubschrauber LUH SAR sind ab sofort für die Amtshilfe einsatzbereit & unterstützen das Kommando Territoriale Aufgaben", schrieben die Landstreitkräfte auf Twitter.

++ 11.54 Uhr: Bayerische Hubschrauber für Hochwasserhilfe in Rheinland-Pfalz

Nach den schweren Hochwassern in Rheinland-Pfalz sind zwei "Edelweiß"-Hubschrauber der Bayerischen Bereitschaftspolizei zur Luftrettung nach Rheinland-Pfalz geflogen. Neben der Flugbesatzung sind in den Hubschraubern "Edelweiß 5" und "Edelweiß 7" auch zwei Luftrettungsspezialisten der Wasserwacht und des Bayerischen Roten Kreuzes, um gezielt bei der Rettung aus den Hochwassergebieten zu helfen, wie die Polizei am Donnerstag mitteilte. Die Maschinen würden die in Koblenz ansässige Hubschrauberstaffel unterstützen. Normalerweise fliegen die "Edelweiß"-Hubschrauber der Bayerischen Bereitschaftspolizei ihre Einsätze in Bayern und helfen den Einsatzkräften am Boden bei der Suche nach Vermissten und bei Fahndungen.

++ 11.45 Uhr: Regierungschefin Dreyer: Situation im Katastrophengebiet verheerend

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) hat die Lage in den Hochwassergebieten des Landes mit dramatischen Worten als bisher noch nie erlebte Katastrophe geschildert. "Es gibt Tote, es gibt Vermisste, es gibt viele, die noch in Gefahr sind", sagte Dreyer am Donnerstag zu Beginn der Landtagsplenarsitzung in Mainz. Das Land habe zwar schon einige Hochwasser erlebt. "So eine Katastrophe haben wir noch nicht gesehen. Es ist wirklich verheerend." Ganze Orte seien überflutet, Häuser seien einfach weggeschwommen.

Nach der Hochwasserkatastrophe in Teilen von Rheinland-Pfalz läuft seit Stunden ein großangelegter Rettungseinsatz. Polizeihubschrauber seien unterwegs, um Menschen von Hausdächern oder aus Bäumen zu retten, berichtete Dreyer. Auch die Bundeswehr helfe mit rund 200 Soldaten. Es gebe sehr viele Vermisste, sagte Dreyer. Es sei unklar, ob sie sich selbst hatten retten können. Sie zu erreichen sei schwierig, da das Mobilfunknetz zum Teil ausgefallen sei.

++ 11.09 Uhr: Wetterdienst: Starkregen lässt nach - Größte Wassermassen in NRW

Der Höhepunkt der extremen Niederschläge in Teilen Deutschlands ist nach Einschätzung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) überschritten. Der DWD-Meteorologe Marco Manitta erwartete am Donnerstag "eine Entspannung der Wetterlage". Zwar könne es weiterhin "punktuellen Starkregen" geben, dieser sei aber nicht mehr so verbreitet wie in der Nacht zu Donnerstag, sagte Manitta. "Das Unwetterpotenzial sinkt deutlich." Die größten Niederschlagsmengen gab es Manitta zufolge in einem breiten Streifen vom Sauerland über das Bergische Land und die Eifel, den Großraum Köln/Bonn bis zur Grenze nach Luxemburg. Spitzenreiter war Rheinbach-Todenfeld (Rhein-Sieg-Kreis in Nordrhein-Westfalen) mit 158 Millimeter Wasser im Messzeitraum 24 Stunden - wobei das meiste davon in kürzerem Zeitraum vom Himmel fiel, wie der Experte erklärte. Danach folgte Köln-Stammheim mit 154 Millimetern. Der gemessene 24-Stunden-Zeitraum hatte um 8 Uhr am Mittwochmorgen begonnen.

++ 10.12 Uhr: Laschet sagt wegen Unwetter Besuch bei CSU-Klausur in Seeon ab

Wegen den schweren Unwettern in Nordrhein-Westfalen hat CDU-Chef Armin Laschet den Besuch der CSU-Klausur abgesagt. Stattdessen besucht er die vom Hochwasser betroffene Stadt Hagen. Mehr dazu lesen Sie hier.

++ 10 Uhr: Bahnverkehr in NRW nach Überflutungen massiv gestört

Durch die Überflutungen und den Dauerregen ist der Bahnverkehr in Nordrhein-Westfalen massiv beeinträchtigt. Die Bahn rief dazu auf, Fahrten von und nach Nordrhein-Westfalen nach Möglichkeit zu verschieben. Aufgrund von Streckensperrungen fahren zahlreiche S-Bahn- und Regionallinien nicht oder nur eingeschränkt, wie die Deutsche Bahn am Donnerstag mitteilte. Auch auf den Autobahnen gibt es erhebliche Wetter-Folgen. Die Bahnstrecke Köln - Wuppertal - Hagen - Dortmund ist derzeit nicht befahrbar. Der Hauptbahnhof Hagen sei wegen eines Wassereinbruchs gesperrt. Auch auf der Strecke von Köln nach Koblenz über Bonn Hauptbahnhof könnten keine Züge fahren. Erhebliche Einschränkungen gebe es zudem auf der Strecke von Köln nach Dortmund durchs Ruhrgebiet. Züge aus dem Norden und Osten endeten in Münster, Hamm und Dortmund. Aus dem Süden endeten die Verbindungen in Koblenz oder Köln. Die A1 wurde nach Angaben der Polizei zwischen dem Kreuz Leverkusen und Burscheid wegen überfluteter Fahrbahnen in beiden Richtungen gesperrt. Auch auf der A61 konnten zwischen dem Kreuz Bliesheim und dem Kreuz Meckenheim in beiden Richtungen keine Autos fahren.

++ 9.45 Uhr: Minister: Weitere Gebäude im Kreis Ahrweiler von Einsturz bedroht

In der Katastrophenregion im nördlichen Rheinland-Pfalz sind nach Angaben des Mainzer Innenministeriums weitere Häuser vom Einsturz bedroht. "Die schlimmen Unwetter haben Rheinland-Pfalz mit erbarmungsloser Wucht getroffen und schon innerhalb weniger Stunden zum Einsturz gleich mehrerer Wohnhäuser im Landkreis Ahrweiler geführt", erklärte Innenminister Roger Lewentz (SPD) am Donnerstag. Das genaue Ausmaß der Katastrophe in mehreren Landkreisen und kreisfreien Städten des Bundeslandes sei derzeit noch nicht absehbar. Bei der Rettung von Menschen sei am Mittwochabend auch ein Polizeihubschrauber mit Seilwinde eingesetzt worden. Lewentz sagte, er habe in der Nacht Kontakt zur Bundeswehr aufgenommen.

++ 9.40 Uhr: 2000 Einsätze wegen Unwettern in Trier

Einsatzkräfte haben in der Nacht zu Donnerstag mit dem Hochwasser in der Region Trier gekämpft. Mehr als 4500 Anrufe seien bei der Rettungsleitstelle der Feuerwehr eingegangen, teilte die Stadt Trier mit. Dabei wurden Feuerwehr und Rettungsdienste zu 2000 Einsätzen rausgeschickt. In der Stadt Trier hätte zudem die Kyll, ein Nebenfluss der Mosel, im Stadtteil Ehrang gedroht überzulaufen. 1600 Menschen seien daher in der Nacht mit Durchsagen der Feuerwehr darauf vorbereitet worden, ihre Häuser und Wohnungen kurzfristig verlassen zu müssen. Auch eine Wache der Berufsfeuerwehr habe gedroht, überschwemmt zu werden. Sie sei mit Sandsäcken geschützt worden. Gegen sechs Uhr schien demnach der Scheitelpunkt der Kyll erreicht zu sein. Eine Evakuierung sei daher nicht nötig gewesen.

++ 9.35 Uhr: Zahl der Vermissten nach Häusereinsturz auf 70 gestiegen

In dem vom Hochwasser schwer getroffenen Eifel-Ort Schuld im Landkreis Ahrweiler ist die Zahl der Vermissten laut Polizei Koblenz inzwischen auf knapp 70 gestiegen. Dort waren den Angaben zufolge in der Nacht zu Donnerstag sechs Häuser eingestürzt. Eine Vielzahl an Häusern sei instabil, es bestehe Einsturzgefahr. Der Katastrophenfall sei ausgerufen worden. Mindestens vier Menschen kamen nach Angaben der Polizei ums Leben.

Der gesamte Landkreis Ahrweiler in Rheinland-Pfalz sei von der Unwetterlage betroffen, sagte der Sprecher. Mehrere Orte waren demnach wegen des Hochwassers von der Außenwelt abgeschnitten. Die vier Toten wurden an verschiedenen Orten im Landkreis gefunden. Ungefähr 50 Menschen befänden sich nach wie vor auf Hausdächern und müssten gerettet werden.

++8.40 Uhr: 1500 Menschen müssen ihre Wohnungen und Häuser verlassen

Nach massiven Regenfällen müssen etwa 1500 Menschen in Hückeswagen im Bergischen Land ihre Wohnungen verlassen. "Bei den Evakuierungsmaßnahmen muss viel mit dem Boot gemacht werden, weil die Straßen nicht mehr befahrbar sind", sagte ein Polizeisprecher am Donnerstagmorgen. Betroffen sei vor allem der Stadtteil Kleineichen unterhalb der Bevertalsperre. Bei den Rettungsmaßnahmen seien zwei DLRG-Helfer verletzt worden.

Die Lage scheint allerdings nicht mehr ganz so angespannt wie noch in der Nacht. "Der Damm, der zu brechen drohte, ist soweit sicher", sagte der Polizeisprecher. In dem Bereich rund um die Talsperre gebe es aber großflächige Überschwemmungen. In der Nacht waren im Oberbergischen Kreis nach Angaben des Polizeisprechers etwa 1000 Kräfte im Einsatz.

An der Wuppertalsperre werde unterdessen das Wasser weiter abgelassen. Dort war ein unkontrollierter Überlauf befürchtet worden. Der Feuerwehr gelang es jedoch, das Wasser kontrolliert ablaufen zu lassen. Aus Sicherheitsgründen waren die Anwohner der Wupper in Radevormwald bereits seit dem späten Mittwochabend aufgefordert worden, ihre Wohnungen zu verlassen.

++ 8.15 Uhr: 82-Jähriger nach Sturz in überfluteten Keller gestorben

In Solingen ist ein 82 Jahre alter Mann nach einem Sturz im überfluteten Keller seines Hauses gestorben. Bei dem Sturz sei er mit dem Kopf unter Wasser geraten, sagte eine Sprecherin der Wuppertaler Polizei am Donnerstag. Nach Angaben der Stadt Solingen war der Mann aus einem Kellerschacht gerettet und wiederbelebt worden. Er sei nach dem Transport ins Krankenhaus gestorben.

++ 7.50 Uhr: Vier Menschen im Landkreis Ahrweiler umgekommen

Im Landkreis Ahrweiler in der Eifel (Rheinland-Pfalz) sind vier Menschen nach schweren Überflutungen ums Leben gekommen. Das bestätigte ein Sprecher der Polizei in Koblenz am Donnerstagmorgen. Die genauen Umstände seien noch unklar. Die Opfer wurden demnach an mehreren Orten gefunden.

++ 6.50 Uhr: Sechs Häuser in der Eifel eingestürzt

Sechs Häuser sollen nach ersten Informationen in der Eifel, in Schuld bei Adenau in Rheinland-Pfalz, eingestürzt sein. 30 Menschen werden vermisst. Ursache soll das Hochwasser sein. Das berichtet der SWR. Demnach sollen 25 weitere Häuser einsturzgefährdet sein. Im Westen Deutschlands herrscht wegen des starken Regens und dessen Auswirkungen insgesamt Ausnahmezustand. Zwei Feuerwehrleute starben in den Fluten.

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Hochwasser und Sturzfluten halten Feuerwehren in Atem

Laut SWR sitzen in einem Haus im Eifelkreis fünf Menschen in einem Haus fest, das von Wasser eingeschlossen ist. Als dramatisch werde die Lage beschrieben. "Die Rettungskräfte könnten das Haus auch mit Booten nicht mehr erreichen. Derzeit warte man auf die Hilfe der Luftrettung." Zwei Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks, die auf dem Weg zum Einsatz waren, säßen auf dem Dach ihres Autos fest. Sie schwebten in Lebensgefahr, weil die Strömung des Flusses Nims sehr stark sei. Normalerweise sei er zwei Meter breit, derzeit aber messe er 200 Meter Breite, berichtet der SWR.

Damm der Steinbachtalsperre droht zu brechen - A61 vollgesperrt

++ 6.53 Uhr: Der Damm der Steinbachtalsperre in Euskirchen im Südwesten von Nordrhein-Westfalen droht aufgrund des Unwetters zu brechen. Daher sei am Donnerstag die Autobahn 61 zwischen Bliesheim und Meckenheim voll gesperrt worden, teilte die Polizei mit. Zuvor war die A61 bereits gesperrt worden, weil die Autobahn von Wasser überflutet worden sei. Zur Beobachtung des Dammes seien das Technische Hilfswerk (THW) und die Polizei vor Ort. Der Verkehr wird auf die A565 umgeleitet.

++ 6.25 Uhr: Im Einsatz gegen die Auswirkungen der neuesten Unwetter sind zwei Feuerwehrleute im Märkischen Kreis ums Leben gekommen. Heftiger Regen sorgte in vielen Teilen Nordrhein-Westfalens und in Rheinland-Pfalz sowie im Saarland für Überschwemmungen, Hochwasser und Stromausfälle. Der extreme Dauerregen sollte zwar laut Vorhersage des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in der Nacht zum Donnerstag nachlassen. Doch vielerorts dürfte es nun an die Aufräumarbeiten gehen. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) will am Donnerstag die von Überflutungen besonders betroffene Ruhrgebietsstadt Hagen besuchen. In Rheinland-Pfalz sollen im Kreis Vulkaneifel und in der Ortsgemeinde Kordel im Landkreis Trier-Saarburg die Schulen geschlossen bleiben.

Tief "Bernd" bestimmt mit feuchtwarmen Luftmassen das Wetter in Deutschland. Dem DWD zufolge bleibt es in den nächsten Tagen wechselhaft mit Schauern und Gewittern, teils mit heftigem Starkregen. Dieser führte bereits am Mittwoch vielerorts zu Alarm: Es kam zu Erdrutschen, Straßen wurden überspült, Keller liefen voll und der Bahn- und Straßenverkehr war gestört.

Sauerland: Zwei Feuerwehrmänner sterben

In Altena im Sauerland kam bei der Rettung eines Mannes nach dem Starkregen ein 46 Jahre alter Feuerwehrmann ums Leben. Er wurde von den Wassermassen fortgerissen und ertrank. Das bestätigte ein Sprecher der Polizei im Märkischen Kreis am Mittwoch. Nur zwei Stunden später kollabierte ein 52 Jahre alter Feuerwehrmann bei einem Einsatz im Bereich des Kraftwerks Werdohl-Elverlingsen. Er sei am Mittwochabend trotz Reanimations- und Hilfsmaßnahmen gestorben, teilte die Polizei mit. Die Polizei gehe von einem gesundheitlichen Notfall aus. In Altena waren - wie in vielen anderen Orten - Keller und Straßen überflutet. Der über die Ufer getretene Fluss Lenne verschärfte dort die Situation zusätzlich. Das Wasser lief in die Innenstadt. Altena sei "so gut wie nicht erreichbar", teilte die Polizei am Nachmittag mit.

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In Hückeswagen im Oberbergischen Kreis lief aufgrund der heftigen Regenfälle die Bevertalsperre über. Das Wasser liefe aktuell unkontrolliert über den Rand der Staumauer, teilte ein Sprecher der Leitstelle am frühen Donnerstagmorgen mit. Mehr als 1000 Menschen mussten demnach ihre Häuser verlassen. Nach enormen Regenfällen haben die Behörden im Bergischen Land einen unkontrollierten Überlauf der Wupper-Talsperre bei Radevormwald befürchtet. Einsatzkräfte der Feuerwehr können das Wasser nach Angaben eines Sprechers der Leitstelle Oberbergischer Kreis mittlerweile jedoch kontrolliert ablaufen lassen. Aus Sicherheitsgründen wurden die Anwohner der Wupper in Radevormwald bereits seit dem späten Abend aufgefordert, ihre Wohnungen zu verlassen, auch mit Lautsprecherdurchsagen. Für Betroffene wurde eine Betreuungsstelle in einer Grundschule in Radevormwald eingerichtet.

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