Chaos im Libanon

Vereinzelt Proteste nach Explosion in Beirut - mehrere Verletzte

Beirut nach der verheerenden Explosion vom Dienstag: Ein regierungskritischer Demonstrant wirft bei einem Protest einen Tränengaskanister in Richtung der Polizei im Libanon.

Beirut nach der verheerenden Explosion vom Dienstag: Ein regierungskritischer Demonstrant wirft bei einem Protest einen Tränengaskanister in Richtung der Polizei im Libanon.

Bild: Hassan Ammar/dpa

Beirut nach der verheerenden Explosion vom Dienstag: Ein regierungskritischer Demonstrant wirft bei einem Protest einen Tränengaskanister in Richtung der Polizei im Libanon.

Bild: Hassan Ammar/dpa

Nach der Explosion in Beirut mit mindestens 149 Toten ist es in der Nacht zum Freitag vereinzelt zu Protesten gekommen.
dpa
07.08.2020 | Stand: 06:52 Uhr

Mehrere Menschen wurden bei Zusammenstößen mit Sicherheitskräften verletzt, wie die staatliche Nachrichtenagentur NNA berichtete. Dutzende hätten versucht, die Absperrung zum Parlamentsgebäude in der libanesischen Hauptstadt zu durchbrechen. Die Demonstranten setzten dort Werbetafeln, Bretter und Müllhaufen in Brand und warfen mit Steinen auf Sicherheitskräfte. Diese setzten teilweise Tränengas ein.

Explosion: Opfer-Zahlen in Beirut steigen weiter

In Beirut hatte eine verheerende Detonation große Teile des Hafens zerstört und ganze Straßen im Zentrum in Scherben und Trümmer gelegt. Mindestens 149 Menschen wurden getötet und weitere 5.000 verletzt. Rund 300.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren. Davon sind dem UN-Kinderhilfswerk Unicef zufolge schätzungsweise 80.000 Kinder.

Im Libanon war es bereits seit Oktober zu Massenprotesten gekommen, die auch zum Rücktritt von Ministerpräsident Saad Hariri führten. Sie richteten sich gegen die Führung des Landes, der die Demonstranten Korruption und Verschwendung von Staatsgeld vorwerfen.

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Das kleine Mittelmeerland ist hoch verschuldet und steckt in seiner schwersten Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten. Die Proteste hatten das öffentliche Leben in der Hauptstadt teilweise lahmgelegt.