Nachtaktive Kleinbären

Jagdverband: So viele Waschbären erlegt wie noch nie

Ein Waschbär klettert über ein Dach. Jäger haben laut dem Deutschen Jagdverband in der vergangenen Saison so viele Waschbären erlegt wie noch nie.

Ein Waschbär klettert über ein Dach. Jäger haben laut dem Deutschen Jagdverband in der vergangenen Saison so viele Waschbären erlegt wie noch nie.

Bild: picture alliance/Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

Ein Waschbär klettert über ein Dach. Jäger haben laut dem Deutschen Jagdverband in der vergangenen Saison so viele Waschbären erlegt wie noch nie.

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Jäger haben nach Angaben des Deutschen Jagdverbands in der vergangenen Saison so viele Waschbären erlegt wie noch nie.
Ein Waschbär klettert über ein Dach. Jäger haben laut dem Deutschen Jagdverband in der vergangenen Saison so viele Waschbären erlegt wie noch nie.
dpa
15.11.2020 | Stand: 09:09 Uhr

Mit bundesweit 202 000 geschossenen Exemplaren im Zeitraum 1. April 2019 bis 31. März 2020 werde ein Plus von 22 Prozent im Vergleich zur vorigen Saison verzeichnet, teilte der Verband mit.

Sprecher Torsten Reinwald sagte der Deutschen Presse-Agentur, Grund sei die zunehmende Ausbreitung der ursprünglich aus Nordamerika stammenden Art in Deutschland. Besonders verbreitet sind die Kleinbären laut Reinwald in einem Band vom Nordosten bis nach Hessen. Allein zwischen 2006 und 2017 habe sich das Verbreitungsgebiet der nachtaktiven Kleinbären mehr als verdoppelt, betonte Reinwald.

Waschbären in Deutschland: "Vor ihnen ist nichts sicher"

Waschbären stehen auf einer Liste gebietsfremder invasiver Arten, für die in der Europäischen Union Managementmaßnahmen umgesetzt werden müssen. Die Bejagung von Waschbären diene etwa dem Schutz der Europäischen Sumpfschildkröte, erläuterte Reinwald. In der Fachsprache gelten Waschbären als "Nahrungsgeneralisten" - Reinwald drückt es so aus: "Vor Waschbären ist nichts sicher." Sie kletterten Bäume hoch und gelten auch als gute Schwimmer. (Lesen Sie auch: Die Waschbär-Flüsterer aus dem Ostallgäu: Wie eine Familie aus Buchloe einen Waschbär großzog)

Der Jagdverband sieht nach eigenen Angaben großes Potenzial für den Verzehr von Waschbärenfleisch. Es sei hochwertig und werde zum Beispiel im Süden der USA jährlich in einer Größenordnung von mehreren Zehntausend Tieren verspeist. Wie bei Wildschweinen sei vor dem Verzehr von Waschbären allerdings eine Untersuchung auf Trichinen verpflichtend. Das Waschbärvorkommen in Deutschland geht auf nach dem Zweiten Weltkrieg ausgebüxte Tiere und Aussetzungen zurück. (Lesen Sie auch: Bären-Attacken: Immer wieder passieren schreckliche Unglücke - eine Dokumentation)