Weniger Badetote - doch extrem hohe Zahl im August

Die Zahl der Badetoten hat sich 2020 trotz der Corona-Pandemie  - wie bisher befürchtet - nicht erhöht.

Die Zahl der Badetoten hat sich 2020 trotz der Corona-Pandemie - wie bisher befürchtet - nicht erhöht.

Bild: Ralf Hirschberger, dpa (Symbolbild)

Die Zahl der Badetoten hat sich 2020 trotz der Corona-Pandemie - wie bisher befürchtet - nicht erhöht.

Bild: Ralf Hirschberger, dpa (Symbolbild)

In Deutschland sind 2020 weniger Menschen durch Ertrinken gestorben. Doch die Zahlen im August sind vergleichsweise besonders hoch. Woran liegt das?
Die Zahl der Badetoten hat sich 2020 trotz der Corona-Pandemie  - wie bisher befürchtet - nicht erhöht.
dpa
17.09.2020 | Stand: 08:04 Uhr

In Deutschland sind im laufenden Jahr weniger Menschen durch Ertrinken gestorben. In den ersten acht Monaten starben in deutschen Gewässern mindestens 329 Menschen - 20 weniger als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres, wie die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) am Donnerstag in Bad Nenndorf mitteilte. Allerdings ertranken im Monat August mit 117 so viele Menschen wie seit vielen Jahren nicht, im Vorjahresmonat waren es 45. Zuletzt lag die Zahl der Ertrunkenen im Sommermonat August 2003 höher - damals waren es 129.

Im Corona-Jahr 2020 waren viele Freibäder geschlossen

"Sobald es heiß wird, gehen die Leute - oft zu sorglos - ins Wasser", warnte DLRG-Präsident Achim Haag. "Die Ursachen sind wie so oft Leichtsinn, Überschätzen der eigenen Leistungsfähigkeit, eine zu hohe Risikobereitschaft und insbesondere das Schwimmen in unbewachten Gewässern." Weil zahlreiche Schwimmbäder coronabedingt geschlossen hatten, hätten sich viele Menschen Alternativen im Freien gesucht. Unfallschwerpunkte sind nach wie vor Seen und Flüsse. Auch Allgäuer Retter beschrieben bisher diese Entwicklung.

Die meisten tödlichen Badeunfälle gab es mit 68 Opfern in Bayern - 12 weniger als im Vorjahreszeitraum. In Nordrhein-Westfalen gab es 41 Opfer zu beklagen, 13 weniger als im Vergleichszeitraum, in Niedersachsen waren es ebenfalls 41 und damit so viele wie im Vorjahreszeitraum. Es starben zumeist Männer, ihr Anteil an den Todesfällen lag bei fast 80 Prozent. Gründe seien Selbstüberschätzung, Leichtsinn und oftmals auch Alkohol.